umlaut-Studie

Mobilfunknetze in Deutschland besser als ihr Ruf

Eine Studie der Experten von umlaut haben die Datengeschwindigkeit und die LTE-Versorgung der Mobilfunknetze in mehreren europäischen Ländern miteinander verglichen. In Deutschland zeigen sich Erfolge des Netzausbaus.

Mobilfunkmast© Ezio Gutzemberg / Fotolia.com

Die Datengeschwindigkeit in den Netzen der drei deutschen Mobilfunknetzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone Deutschland und Telefónica Deutschland hat sich seit 2015 kontinuierlich verbessert. Das zeigt eine aktuelle Studie der Experten von umlaut (ehemals P3). Untersucht wurde die Download-Geschwindigkeit seit 2015 in Großstädten. Bei Messfahrten zur Bewertung der Netz-Leistung ermittelte umlaut Werte nicht nur für Deutschland sondern auch für Österreich, Schweiz, Spanien, Großbritannien und die Niederlande. Um die Flächenversorgung zu beurteilen, wurden zudem umfangreiche Crowdsourcing-Daten, Messdaten von Mobilfunkgeräten von Endkunden, verwendet Es wurden die Flächenländer Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und Polen miteinander verglichen.

174 Mbit/s als Höchstwert in deutschen Mobilfunknetzen

Laut der Studie wurden für Deutschland 2019 bei den Datengeschwindigkeiten in Großstädten Mittelwerte von 91 Mbit/s im Telekom-Netz, von 68 Mbit/s im Vodafone-Netz sowie von 37 Mbit/s im Telefónica-Netz gemessen. Das war jeweils deutlich mehr als im Vorjahr. Die gemessenen Höchstwerte lagen bei 174 Mbit/s (Telekom), 148 Mbit/s (Vodafone) bzw. 92 Mbit/s (Telefónica). Im Vergleich mit europäischen Ländern liegen die deutschen Mobilfunknetze damit im Mittelfeld auf Platz vier von sechs verglichenen Ländern. Die beste Netzperformance wurde der Schweiz bescheinigt. Der Mittelwert lag dort 2019 bei 110 Mbit/s, der Höchstwert bei 206 Mbit/s.

Deutschland bei LTE-Netzabdeckung nicht weit von Top-Plätzen entfernt

Für die Beurteilung der LTE-Versorgung im außerstädtischen Bereich kam die Crowdsourcing-Lösung von umlaut zum Einsatz. Fast drei Milliarden Datenpunkte standen für einen Messzeitraum von 24 Wochen zur Verfügung. Insgesamt ermögliche das Verfahren Aussagen für rund 80 Prozent der Fläche in Deutschland. Der Großteil der nicht berücksichtigen Fläche entfalle auf Wälder und landwirtschaftlich genutzte Gebiete. Die Telekom decke demnach 98 Prozent der erfassten Haushalte mit LTE ab. Bei Vodafone seien es 95 Prozent sowie 89 Prozent bei Telefónica.

Wie schlägt sich Deutschland bei der Netzabdeckung im internationalen Vergleich? Die Bundesrepublik liegt mit 96 Prozent hinter Großbritannien (98 Prozent) und Polen (97 Prozent) auf Platz drei des aus sechs Ländern bestehenden Testfelds. Dahinter folgen Italien (94 Prozent), Spanien (91 Prozent) sowie Frankreich (88 Prozent).

Die Verfasser der Studie gehen davon aus, dass sich die Mobilfunkversorgung in Deutschland auch durch die Auflagen der Frequenz-Auktion 2019 und durch die Vereinbarungen auf dem Mobilfunkgipfel weiter verbessern wird. Am Montag hatten die drei deutschen Mobilfunknetzbetreiber eine Absichtserklärung zum gemeinsamen Netzausbau in noch nicht versorgten Gebieten und entlang von Verkehrswegen unterzeichnet. Rund 6.000 zusätzliche Mobilfunk-Standorte sollen realisiert werden.

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Jörg Schamberg

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