Netzneutralitäts-Debatte

Netzagentur soll "StreamOn" der Telekom prüfen

Es war zu erwarten: Die Bundesnetzagentur soll prüfen, ob "StreamOn" den EU-Vorgaben zur Netzneutralität widerspricht. Bei dem Telekom-Angebot wird für bestimmte Dienste verbrauchtes Datenvolumen nicht auf den Tarif angerechnet.

Deutsche Telekom StreamOn© Deutsche Telekom AG

Bonn - Der neue Mobilfunktarif der Deutschen Telekom (www.telekom.de/handy Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können. Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der Link ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.) für unbegrenztes Datenvolumen bei einzelnen Streaming-Angeboten stößt auf Widerstand in der Politik. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) kündigte am Mittwoch an, das Angebot der Telekom durch die Bundesnetzagentur prüfen zu lassen "Wir müssen uns das angucken, das wird die Bundesnetzagentur tun", sagt Zypries dem ZDF-Onlineportal heute.de.

Wird die Netzneutralität verletzt?

"Datenvolumen entwickelt sich zur wichtigsten Währung, es ist das Benzin des Smartphone-Motors", hatte Telekom-Manager Michael Hagspihl zu Ankündigung des Tarifs erklärt. Mit der zubuchbaren Funktion "StreamOn" wird künftig das Abspielen bestimmter Inhalte nicht mehr auf das verfügbare Datenvolumen angerechnet. Der neue Tarif kann nach Ansicht von Kritikern das Gebot der sogenannten Netzneutralität verletzen - also das Prinzip, nach dem im Internet alle Daten gleich behandelt werden müssen.

Kritiker bemängeln auch, dass die Basis-Version StreamOn Music erst ab dem Tarif MagentaMobil M kostenlos hinzugebucht werden kann. Die Video-Versionen StreamOn Music & Video sowie StreamOn Music & Video Max setzen sogar die teueren Tarife MagentaMobil L beziehungsweise L Plus vor. In der kleinsten Tarif-Stufe MagentaMobil S kann die Streaming-Funktion nicht aktiviert werden.

Zahlreiche Streaming-Partner zum Start mit an Bord

Zu den ersten Streaming-Partnern der Telekom gehören Apple Music, Amazon, Netflix und YouTube, Medienportale wie "Chip" und "Spiegel Online" sowie die ZDF Mediathek, der Sportkanal Sky und auch das mobile Entertain-TV-Angebot der Telekom. Nicht dabei ist bislang Spotify. Das Partnernetz soll weiter ausgebaut werden.

Tarife, die nicht das Datenvolumen des Kunden verbrauchen werden von Experten "Zero Rating" genannt. Dieses Konstrukt widerspricht möglicherweise den EU-Vorgaben zur Netzneutralität, über die in Deutschland die Bundesnetzagentur wacht. Die Aufsichtsbehörde hatte bereits unmittelbar nach der Vorstellung des Tarifs durch die Telekom angekündigt,diesen überprüfen zu wollen.

Bundesnetzagentur soll Angebot prüfen

Zypries sagte, die Bundesnetzagentur müsse nun bewerten, ob die entsprechenden Angebote mit diesen Grundsätzen konform gingen. "Erstmal sollte es möglich sein, neue Angebote zu entwickeln, ehe man gleich sagt: Das geht nicht", sagt Zypries im ZDF. Die verbindliche Bewertung unterliege aber der Bundesnetzagentur.

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Quelle: DPA

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