Ein Jahr verspätet

Netzbetreiber erfüllen Auflagen für LTE an Hauptverkehrsrouten

Entlang von ICE-Strecken und Autobahnen soll sich jetzt laut den Netzbetreibern bundesweit mindestens 50 Mbit/s nutzen lassen. Das war die Auflage der Bundesnetzagentur. Ausnahmen gibt es aber weiterhin.

Jörg Schamberg, 12.01.2021, 12:53 Uhr (Quelle: DPA)
Autobahn© Christian-P. Worring / Fotolia.com

Mit einem Jahr Verspätung haben die Mobilfunk-Netzbetreiber in Deutschland nach eigenen Angaben die staatliche Auflage erfüllt, die ICE-Strecken und Autobahnen mit schnellem Internet zu versorgen. Die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica erklärten am Dienstag, dass an diesen Verkehrswegen eine Downloadgeschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde möglich ist. Dabei wird der Funkstandard LTE (4G) verwendet. Sollten sich viele Nutzer gleichzeitig ins Netz einwählen, sinkt das Tempo allerdings.

Funklöcher weiterhin möglich

Theoretisch geht es um alle Abschnitte von Autobahnen und ICE-Strecken, es gibt aber eine Ausnahmeregelung: Dort wo die Installation von Mobilfunkmasten "rechtlich oder tatsächlich" nicht möglich war, wird es auch künftig Funklöcher geben - etwa wenn kein Grundstück zu mieten oder zu kaufen war oder die Strecke ein Naturschutzgebiet durchquert, was eine Genehmigung sehr schwierig macht. Die Bundesnetzagentur prüft nun die bei ihr eingereichten Informationen der Mobilfunker - bis das erledigt ist, dürften einige Wochen vergehen.

Die Auflagen stammen aus der LTE-Frequenzauktion aus dem Jahr 2015. Ursprünglich sollten sie bereits Anfang 2020 erfüllt sein, das schaffte aber kein Mobilfunknetzbetreiber komplett. Neben der Ausbaupflicht für die Verkehrswege gab es Auflagen für die Versorgung von Haushalten - 98 Prozent aller Haushalte im Bundesschnitt und 97 Prozent der Haushalte pro Bundesland sollten sich mit dem recht schnellen Mobilfunknetz verbinden können.

Ausbau-Kraftakt von Telefónica

Bei den Auflagen für die Versorgung der Haushalte war Telefónica (O2) lange Zeit deutlich hinten dran, nach einem Ausbau-Kraftakt gelang dem Münchner Unternehmen im Jahr 2020 aber ein Sprung nach vorn. Nach eigenen Angaben hält auch Telefónica nun diese Vorgaben ein, die Deutsche Telekom und Vodafone hatten diese Zielmarken schon zuvor erreicht. "Mit unserer Netzqualität sind wir nun auf Augenhöhe mit dem Wettbewerb", erklärte Telefónica-Deutschlandchef Markus Haas. Bei der Haushaltsabdeckung habe man 2020 einen Sprung von 14 Prozentpunkten gemacht, binnen eines Jahres erreiche O2 sieben Millionen Menschen mehr mit 4G als zuvor. Mit der "Ausbauoffensive" verbesserte Telefónica vor allem sein Netz auf dem Land.

Anerkennende Worte gab es auch von der Bonner Regulierungsbehörde. "Alle drei Mobilfunknetzbetreiber haben im letzten Jahr große Fortschritte beim Ausbau ihrer Mobilfunknetze gemacht, das gilt insbesondere auch für Telefónica", sagte ein Sprecher der Bundesnetzagentur. Ganz abgehakt ist der sechs Jahre alte Auflagenkatalog aber noch nicht, denn die Behörde prüft nun, ob die bei ihr eingereichten Informationen der Mobilfunker stimmen.

Bis Ende 2022 an allen Hauptrouten und für 98 Prozent der Haushalte 100 Mbit/s

Bei einer Auktion von Frequenzen im Jahr 2019, die für den schnelleren Mobilfunkstandard 5G verwendet werden, verschärfte die Bundesnetzagentur Ausbauauflagen, hierbei geht es um eine Mindest-Downloadgeschwindigkeit von 100 MBit pro Sekunde. Bis Ende 2022 müssen jeweils 98 Prozent der Haushalte je Bundesland und alle Bundesautobahnen, wichtige Bundesstraßen und ICE-Strecken mit einem so schnellen Netz versorgt sein, Ende 2024 greifen weitere Ausbauverpflichtungen.

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