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Netzentgelte im Mobilfunk sollen leicht sinken

Die Netzentgelte im Mobilfunk sollen leicht sinken, wenn es nach der Bundesnetzagentur geht. Die Netzagentur möchte mit der Absenkung die Voraussetzungen für niedrigere Handygebühren schaffen. Die Branche möchte aber auf die Einnahmen nicht verzichten.

Mobilfunk© weha / Fotolia.com

Bonn (dpa/red) - Die Netzagentur veröffentlichte am Mittwoch einen Vorschlag, wonach die deutschen Mobilfunknetzbetreiber für die Zustellung von Anrufen in ihren Netzen künftig nur noch 1,72 Cent pro Minute statt bislang 1,79 Cent verlangen dürfen. Die Regelung soll vom 1. Dezember 2014 an gelten. In einem zweiten Schritt sollen die Netzentgelte ein Jahr später weiter auf 1,66 Cent pro Minute abgesenkt werden.

"Ergebnis intensiver Prüfungen"

"Der heute veröffentlichte Vorschlag ist das Ergebnis sehr intensiver Prüfungen und eines transparenten Beschlusskammerverfahrens während der vergangenen Wochen", erklärte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Die Entgelte spiegelten die Kosten der effizienten Leistungsbereitstellung eines Mobilfunk-Referenznetzbetreibers wieder.

Finanzierung des Breitband-Ausbaus

Die Bundesnetzagentur muss bei der Festlegung der Entgelte zwischen verschiedenen Interessen abwägen. Zum einen dringt die EU-Kommission seit Jahren auf niedrigere Mobilfunkgebühren in Deutschland, da die Kunden in der Bundesrepublik im europäischen Vergleich zu stark zur Kasse gebeten würden. Auf der anderen Seite verlangen die Telekommunikationsfirmen angemessene Entgelte, um den kostspieligen Ausbau der Breitband-Netze finanzieren zu können.

Der Vorschlag der Bundesnetzagentur sichere den Unternehmen auch künftig genügend Spielraum, ihre Investitionen in den mobilen Breitbandausbau, insbesondere in die LTE-Netzinfrastruktur, weiter voranzutreiben, meinte Homann. Sofern die EU-Kommission keine ernsthaften Bedenken gegen den Vorschlag der Bundesnetzagentur vortrage, könnten die Entgelte zum 1. Dezember 2014 endgültig in Kraft treten. Bei einem Widerspruch könnten die neuen Entgelte zunächst vorläufig genehmigt werden.

Quelle: DPA

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