"Biologische Auswirkungen"

Neue Studie zu Handystrahlung veröffentlicht

Elektromagnetische Strahlungen etwa von Handys oder schnurlosen Telefonen können beim Menschen bestimmte biologische Veränderungen bewirken, doch bisher gibt es keinen Beweis für gesundheitliche Auswirkungen.

Handy Empfang© Petair / Fotolia.com

Paris (AFP/red) - Zu diesem Schluss kommt die nationale französische Gesundheitsbehörde Anses in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Es gebe daher derzeit keinen Anlass für eine Änderung der bestehenden Vorschriften, etwa der Grenzwerte für die Strahlenbelastung. 16 Experten werteten für den Bericht mehr als 300 Studien aus, die seit 2009 in unterschiedlichen Ländern veröffentlicht wurden.

Strahlenbelastung wird steigen

Die Behörde empfiehlt jedoch, die Strahlenbelastung zu reduzieren, vor allem für Kinder und intensive Handy-Nutzer. Mit zunehmender Nutzung von Mobiltelefonen, vor allem Smartphones, und anderen elektronischen Geräten werde die Strahlenbelastung für die Bevölkerung steigen, warnte die Behörde.

Hirntätigkeit während des Schlafs verändert

Gewisse "biologische Auswirkungen" seien bereits heute festzustellen, etwa ein Zusammenziehen oder eine Erweiterung der Pupillen, erläuterte Dominique Gombert, der bei der Anses die Abteilung für Risikobewertung leitet. Bei Menschen und Tieren seien auch Veränderungen des Orientierungssinns, der Hirntätigkeit während des Schlafs sowie der männlichen Fortpflanzungsfähigkeit registriert worden. Bisher sei aber kein kausaler Zusammenhang zwischen diesen Änderungen und "etwaigen Auswirkungen auf die Gesundheit" nachzuweisen.

Kein kausaler Zusammenhang mit Hirntumoren nachweisbar

Bestimmte Studien über Hirntumore deuteten auch auf ein "mögliches Risiko für intensive Handy-Nutzer" hin, stellte die Behörde weiter fest. Aber auch hier sei derzeit kein kausaler Zusammenhang nachzuweisen. Als "intensive Nutzer" werden nach Angaben Gomberts Leute eingestuft, die täglich 40 Minuten oder länger mit dem Handy telefonieren. Die Weltgesundheitsbehörde WHO hatte im Mai 2011 vor einem möglichen Krebsrisiko durch Mobiltelefone gewarnt.

Auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) verweist auf seiner Internetseite auf "Unsicherheiten in der Risikobewertung". Nicht auszuschließen seien "mögliche gesundheitliche Risiken" bei einer langfristigen Strahlenbelastung - also einer intensiven Nutzung von Mobiltelefonen über mehr als zehn Jahre. Auch die Auswirkungen von Handys auf Kinder seien noch nicht geklärt.

Beim Kauf auf den SAR-Wert achten

Das Strahlenschutzamt empfiehlt daher einige Grundregeln, die die Belastung reduzieren sollen. Verbraucher sollten beim Kauf eines Handys dessen SAR-Wert (Spezifische Absorbtionsrate) überprüfen, der möglichst niedrig sein sollte. Eine Tabelle gibt es auf der Webseite des BfS. Außerdem empfiehlt das BfS eine Freisprechanlage, um das Gerät vom Kopf fernzuhalten. Wann immer möglich sollten Gespräche vom Festnetz geführt werden. Bei Kindern sollten Handy-Telefonate strikt eingeschränkt werden.

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