EuGH-Vorgaben

O2 holt EU-Roaming-Umstellung nach und erstattet Gebühren

Telefónica Deutschland hatte nicht alle Mobilfunkkunden 2017 automatisch auf den EU-Roaming-Tarif umgestellt. Nun handelt der Mobilfunknetzbetreiber aufgrund eines EuGH-Urteils und der Klage von Verbraucherschützern.

Jörg Schamberg, 03.02.2021, 14:30 Uhr (Quelle: DPA)
Handy im Ausland© Alliance / Fotolia.com

Bei bestimmten Mobilfunk-Kundinnen und -Kunden holt Telefónica (O2) nun eine Umstellung auf den seit 2017 geltenden EU-Roaming-Tarif nach und erstattet Gebühren zurück. Damit setzt das Unternehmen die Vorgaben eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) aus dem September 2020 um (Rechtssache C-539/19). Das teilt der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) mit, der geklagt hatte.

O2 erstattet etwaige Mehrkosten für EU-Roaming

Die Umstellung hätte eigentlich schon Mitte 2017 automatisch erfolgen müssen, wenn Kundinnen und Kunden nicht widersprochen haben. Ein Widerspruch ist auch heute noch möglich, etwa weil ein alternativer Roaming-Tarif vorteilhafter sein kann, erklärt der vzbv. Telefónica werde Betroffene hierüber rechtzeitig und individuell informieren.

Zudem gilt: Für den Zeitraum ab dem 3. September 2020 (Zeitpunkt des EuGH-Urteils) bis zum Zeitpunkt der möglichen nachträglichen Umstellung werden etwaige Mehrkosten für EU-Roaming oberhalb der Kosten des regulierten Tarifs automatisch erstatten werden, erklärt Telefónica auf einer Informationsseite.

Über die Seite können Betroffene zudem die Erstattung angefallener Gebühren im Zeitraum 15. Juni 2017 bis 2. September 2020 beantragen, die bei einer automatischen Umstellung in den regulierten EU-Roaming-Tarif nicht angefallen wären.

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