Kahlschlag

Riesige Entlassungswelle bei Microsoft

Eine riesige Entlassungswelle rollt auf die Mitarbeiter von Microsoft zu. Wie das Unternehmen bekanntgab, sollen 18.000 Stellen abgebaut werden, die meisten davon in der gerade übernommenen Handy-Sparte von Nokia.

Microsoft© Microsoft

Redmond/New York (dpa/AFP/red) - Auf die Beschäftigten des Technologieriesen Microsoft rollt eine beispiellose Entlassungswelle zu. Der US-Konzern kündigte am Donnerstag die Streichung von 18.000 Stellen weltweit an, damit muss etwa jeder siebte Angestellte gehen. Der größte Jobabbau der fast 40-jährigen Unternehmensgeschichte soll binnen eines Jahres abgeschlossen sein.

Restrukturierung nach Nokia-Übernahme

Die tiefen Einschnitte seien Teil eines "Restrukturierungsplans", durch den die kürzlich von Nokia übernommene Handy- und Tabletsparte in den Konzern eingegliedert werden solle, teilte Microsoft mit. Konzernchef Satya Nadella nannte die Stellenstreichungen in einer E-Mail an die Angestellten "schwierig, aber notwendig" für die strategische Neuausrichtung. "Der erste Schritt, um die richtige Organisation für unsere Ambitionen zu bauen, ist die Anpassung unseres Personals", schrieb Nadella.

Kahlschlag bei Nokia-Mitarbeitern

Der frühere finnische Handy-Pionier ist von dem Kahlschlag nun besonders betroffen: Etwa 12.500 Arbeitsplätze sollen bei Nokia in der Verwaltung und in den Fabriken "durch Synergien und strategische Anpassung" wegfallen. Die meisten der betroffenen Mitarbeiter sollen binnen sechs Monaten informiert werden. Nadella versprach Abfindungen und Hilfe bei der Suche nach neuen Jobs. Die Gesamtkosten für den Abbau bezifferte Microsoft auf 1,1 bis 1,6 Milliarden Dollar vor Steuern, verteilt über die nächsten vier Quartale. Der komplette Jobabbau soll bis Mitte nächsten Jahres abgeschlossen werden.

Schwieriges PC-Geschäft erfordert Strategiewechsel

Der neue Microsoft-Chef Satya Nadella hatte bereits zuvor in einer öffentlichen E-Mail an die Mitarbeiter den Strategiewechsel hin zu Online-Diensten bekräftigt und angedeutet, dass damit auch strukturelle Veränderungen einhergehen werden. Der Windows-Konzern übernahm beim Kauf des Nokia-Handygeschäfts auch rund 30.000 Mitarbeiter und hat jetzt über 127.000 Beschäftigte.

Quelle: AFP, DPA

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