Kritisiert

Roaming-Pläne der EU sollen überarbeitet werden

Die Roaming-Pläne der EU-Kommission, gerade erst in dieser Woche veröffentlicht, sollen doch noch einmal überarbeitet werden. Der Vorschlag, den Wegfall der Roamingkosten auf 90 Tage im Jahr zu begrenzen, hatte für viel Kritik gesorgt.

EU-Kommission© mik ivan / Fotolia.com

Brüssel – Nach heftiger Kritik lenkt die EU-Kommission bei der Neuregelung der Handykosten ein: Der Vorschlag, wonach Anbieter kostenfreies Roaming im EU-Ausland auf 90 Tage befristen können, soll überarbeitet werden. Dies habe Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker angeordnet, teilte seine Behörde mit.

Roaming-Wegfall nur mit Einschränkungen

Die Neuregelung soll Mitte 2017 kommen. Angekündigt war sie als "Wegfall" der Roaming-Gebühren, auch wenn Einschränkungen stets vorgesehen waren. Die Kommission, die die Details ausarbeiten sollte, hatte diese Woche vorgeschlagen, dass Anbieter nur mindestens 90 Tage pro Jahr ohne Zusatzkosten fürs mobile Telefonieren im Ausland gewähren müssen. Auch sollte eine Beschränkung auf 30 Tage Auslandsnutzung am Stück ohne Aufschlag möglich sein. Grenzpendler waren ausgenommen, Flatrate-Kunden aber eingeschränkt.

Viel Kritik aus dem Europaparlament

Abgeordnete des Europaparlaments reagierten erfreut - aus ihren Reihen hatte es viel Kritik gegeben. "Gut, dass die EU-Kommission einen neuen Vorschlag macht", teilte der Chef der konservativen EVP-Fraktion, Manfred Weber, auf Twitter mit. Der Grünen-Abgeordnete Jan Philipp Albrecht schrieb: "Das ist überraschend und sorgt hoffentlich dann doch für das erwünschte Ende des Roaming in der EU." Auch die luxemburgische Abgeordnete und ehemalige EU-Kommissarin Viviane Reding befürwortete einen neuen Entwurf.

Argumente für die Einschränkung

Die EU-Kommission hatte zuvor argumentiert, eine längere Nutzungsfrist könne Missbrauch ermöglichen: Man könnte sich einfach im EU-Land mit den günstigsten Preisen eine SIM-Karte besorgen und in teuren Ländern auf Dauer damit telefonieren. Das würde längerfristig auch zu höheren Preisen für Verbraucher führen. Das ursprünglich vorgeschlagene Mindestkontingent von 90 Tagen decke aber praktisch jeden Bedarf von Privat- und Geschäftsreisenden, die in der Regel weitaus weniger Tage im EU-Ausland verbrächten, hatte es geheißen.

Quelle: DPA

Weitere Infos zum Thema
Top