Straftat

Sexting wider Willen: Betroffene können sich wehren

Beim sogenannten "Sexting" tauschen Flirtwillige einvernehmlich Nacktfotos untereinander aus. Geschieht das unfreiwillig, kann es sich um eine Straftat handeln, auch wenn entsprechende Inhalte an Erwachsene gesendet werden.

Laptop-ProblemeSexting-Inhalte können schockierend sein, vor allem dann, wenn man sie unfreiwillig erhält.© Ana Blazic Pavlovic / Fotolia.com

Linden – Per WhatsApp poppt plötzlich die Nachricht eines Fremden auf. Gesendet werden zwei Fotos, die den durchtrainierten Oberkörper eines Unbekannten zusammen mit einem Geburtstagsgruß an eine fremde Frau zeigen. Das wird den ein oder anderen neugierig machen, kann aber auch Gefahren mit sich bringen.

Sexvideo gegen den eigenen Willen

Eine solche Nachricht erreichte auch eine unserer Mitarbeiterinnen, die zunächst irritiert darauf aufmerksam macht, dass sie nicht die richtige Adressatin ist. Nach ein paar wenigen weiteren Nachrichten drängt der Unbekannte darauf, unsere Mitarbeiterin treffen zu wollen. Die Frau zögert und erhält anschließend als "Motivation" für ein Treffen ein Video, das einen Mann zeigt, der an sich selbst sexuelle Handlungen vornimmt.

Sexting oder eine Straftat?

Nacktbilder zu versenden ist an sich keine Straftat und gehört für einige Menschen und besonders für jüngere Altersgruppen mittlerweile zum Flirten dazu. Sich gegenseitig derartige Bilder zuzusenden fällt unter den Begriff "Sexting". Etwas anderes ist es aber, wenn solche Bilder ungefragt versendet werden und darüber hinaus Geschlechtsteile zeigen oder sexuelle Handlungen. Das kann als Straftat gelten und Betroffene müssen dies somit nicht hinnehmen. Auch die Hamburger Anwaltskanzlei Laudon und Schneider macht einen klaren Unterschied zwischen "Sexting" auf der einen Seiten und dem "Verbreiten pornografischer Schriften" auf der anderen. Der Kanzlei zufolge kann der Versand solcher Inhalte – auch an erwachsene Empfänger – gemäß § 184 Abs. 1 Nr. 6 StGB eine Straftat sein.

Auch wenn die Grenzen hier nicht klar gesetzt sind, müssen Betroffene sich derartige Handlungen folglich nicht gefallen lassen und können den Versand entsprechender Inhalte der Polizei melden. Außerdem sollten die Absender bei WhatsApp, Facebook und Co. gemeldet und blockiert werden.

Video-Download: Persönliche Daten in Gefahr?

Ganz allgemein sollte man bei der Kontaktaufnahme durch Fremde und bei übermittelten Dateien vorsichtig sein. Erst Anfang Oktober wurde bei dem Messenger WhatsApp die "Doublefree"-Lücke publik, bei denen Hacker über eine GIF-Datei die Kontrolle über das Smartphone erlangten. Ganz gleich, über welchen Kanal oder in welchem Format die Dateien ankommen: Betriebssystem und App-Versionen sollten immer auf dem neuesten Stand sein, um bestmögliche Sicherheit zu haben. Zusätzlich sollte man einen Virenscanner installieren.

Eine ganz andere Gefahr sind im Zusammenhang mit solchen Flirtnachrichten Fake-Identitäten und Liebeslügen, bei denen Opfer emotional und um ihr Geld betrogen werden.

Diana Schellhas

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