Umfrage

Tabu: Wo das Handy in der Tasche bleibt

Das Handy oder Smartphone als ständiger Begleiter ist allgegenwärtig - wird aber nicht überall gern gesehen. An welchen Orten man sein Telefon lieber in der Tasche lassen sollte, darüber sind sich die US-Amerikaner laut einer Umfrage immerhin einig.

Mobiles Internet© Syda Productions / Fotolia.com

Washington - Mal eben via Smartphone die E-Mails sichten oder den kürzesten Weg zum vereinbarten Treffpunkt suchen? Was in der Supermarktschlange oder im Bus ganz normal ist, wird nicht überall gern gesehen: Spätestens am heimischen Esstisch oder in der Kirche ist das Handy tabu, wie das Pew Research Center am Mittwoch in Washington mitteilte.

Bei privaten Treffen aufs Handy verzichten

Laut einer Umfrage des Forschungszentrums sind sich Handynutzer in den USA ziemlich einig, wo und wann der elektronische Dauerbegleiter besser in der Tasche bleiben sollte. Demnach wird das Mobiltelefon im öffentlichen Raum grundsätzlich akzeptiert, an stilleren Orten oder bei privaten Treffen gilt es aber nach wie vor als verpönt.

Beim Essen und im Kino ist das Handy tabu

Etwa drei Viertel der über 3.000 Befragten finden es demnach völlig in Ordnung, das Handy auf der Straße, in der Warteschlange oder in Bus und Bahn zu benutzen. Beim Familienessen dagegen halten es 88 Prozent für unhöflich, und sogar rund 95 Prozent sind sich einig: An Andachtsorten, im Kino oder bei einem Treffen ist das Handy tabu. Allerdings halten viele der Befragten dies nicht konsequent durch - knapp 90 Prozent gaben an, das Mobiltelefon zu benutzen, wenn sie mit anderen zusammen sind.

Die meisten schalten ihr Telefon nie aus

92 Prozent der erwachsenen US-Bürger besitzen der Umfrage zufolge ein Mobiltelefon, zwei Drittel davon ein Smartphone. Fast alle gaben an, ihr Handy ständig dabei zu haben, die meisten schalten es selten bis nie aus. Das führt laut Pew Research Center dazu, dass manches bisher als unhöflich geltende Verhalten an Akzeptanz gewinnt. Die bisherigen Normen für den Handygebrauch in der Öffentlichkeit wandelten sich, sagt der Direktor für Internetrecherche des Forschungszentrums, Lee Rainie. Die sozialen Konsequenzen seien enorm: "Diese Normen beeinflussen die grundlegende Interaktion zwischen Menschen und den Charakter des öffentlichen Raums."

Das Handy als Schutzmauer

Das Forschungszentrum befragte im Mai und Juni 2014 etwa 3.200 Erwachsene, gut 3.000 davon Handybesitzer. Zwei Drittel von ihnen suchen gelegentlich oder regelmäßig Informationen über ihren Zielort oder die Route, wenn sie unterwegs sind, 70 Prozent koordinieren Treffen mit anderen via Handy. Und etwa 23 Prozent nutzen das Gerät an öffentlichen Orten sogar bewusst, um sich abzuschotten und persönlichen Kontakt mit anderen zu vermeiden.

Quelle: AFP

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