Datenmissbrauch

Taschenlampen-App durchleuchtet Nutzer

Auch beim dem Kauf einer App gilt es, die Nutzungsbedingungen sorgfältig zu lesen. Aber selbst das schützt nicht immer vor dem Datenmissbrauch. Erneut ist der Fall aufgetreten, dass sich Hersteller Zugriff auf private Daten verschafft und an Dritte weitergegeben hat.

Sicherheit im Internet© maxkabakov / Fotolia.com

Berlin/Washington (dpa/red) - Eine Taschenlampen-App für Android-Handys der Firma Goldenshores Technologies hat offenbar unerlaubt Daten über Aufenthaltsort und Gerät der Nutzer gespeichert und an Werbenetzwerke weitergegeben. Die App wurde mindestens 50 Millionen mal aus Googles App-Store heruntergeladen, wie die dortige Statistik zeigt.

Eindeutiger Datenmissbrauch

Die App habe Nutzer nicht darüber informiert, dass deren Aufenthaltsort und die Identifikationsnummer der Geräte an Dritte weitergegeben wurden, erklärte die US-Handelsbehörde FTC am Donnerstag. Nach dem Herunterladen der Anwendung hätten Handynutzer die Möglichkeit gehabt, einer Datenübertragung zuzustimmen oder sie abzulehnen. Allerdings wurden bereits Daten übertragen, bevor die Nutzer eingewilligt hatten. Außerdem hätten die Hersteller nicht erwähnt, dass gesammelte Daten nicht nur von ihnen selbst verarbeitet, sondern auch an Dritte weitergereicht würden.

Gesammelte Daten müssen gelöscht werden

Der App-Entwickler Goldenshores Technologies muss nun alle persönlichen Daten, die über die Taschenlampen-App gesammelt wurden, löschen. Außerdem muss er die Datensammlung transparent machen und eine explizite Einwilligung der Nutzer einholen.

Nutzungsbedingungen lesen!

Es ist nicht das erste Mal, dass eine App allzu gierig nach Daten der Handynutzer greift. Immer wieder fallen Anbieter auf, die etwa alle Telefonbuch-Einträge der Smartphone-Besitzer kopieren, obwohl die für den Betrieb der Anwendung gar nicht benötigt werden. Informationen über die Datenverarbeitung verstecken sich oft in seitenlangen Nutzungsbedingungen, die die wenigsten Nutzer vor der Installation einer App durchlesen.

Quelle: DPA

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