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Telefónica: Einsparungen bringen Konzern voran

Die Zahlen von Telefónica Deutschland entwickeln sich derzeit besser als von Analysten erwartet. Zwar steht unterm Strich noch immer ein Minus, die Jahresprognose bleibt aber bestehen. Die Übernahme von E-Plus hat immer noch Auswirkungen.

o2© o2 Telefonica

München – Der Telekommunikationskonzern Telefónica Deutschland (O2) kommt mit den Einsparungen im laufenden Geschäft wieder besser voran. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Oibda) kletterte im zweiten Quartal um 4,3 Prozent auf 472 Millionen Euro, wie das TecDax-Schwergewicht am Mittwoch mitteilte.

Das war mehr, als Analysten vorher im Schnitt erwartet hatten. Beim Umsatz machten sich vor allem von der Bundesnetzagentur gesenkte Entgelte für die Durchschaltung von Anrufen aus fremden Netzen bemerkbar, der Erlös ging um 3,4 Prozent auf 1,77 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz mit Mobilfunkdienstleistungen schrumpfte um 3,0 Prozent - ohne Regulierungseffekte wären es 0,4 Prozent weniger gewesen.

E-Plus-Übernahme wirkt sich weiterhin aus

Unter dem Strich stand ein Verlust von 40 Millionen Euro. Nach der milliardenschweren Übernahme von E-Plus 2014 muss das Unternehmen nach wie vor viel auf nicht mehr so lang benötigte Mobilfunksendestationen und die gezahlte Übernahmeprämie abschreiben. Vor einem Jahr hatte der Verkauf von Funkmasten für einen dicken Sonderertrag und damit auch für einen Gewinn von 252 Millionen Euro gesorgt.

Die Jahresprognosen bestätigten die Münchener. Die Umsätze mit Mobilfunkdienstleistungen dürften - ohne Regulierungseinschnitte gerechnet - aufs Jahr gesehen leicht sinken bis unverändert bleiben. Das bereinigte operative Ergebnis soll sich trotz der Belastungen auf dem Niveau des Vorjahrs oder leicht darüber entwickeln. Im dritten Quartal wird zusätzlich zu den gekürzten sogenannten Terminierungsentgelten noch der Wegfall der besonders lukrativen EU-Roamingebühren auf Telefónica zukommen.

Knapp 200.000 neue Mobilfunkverträge

Die Zahl der Mobilfunkverträge im zweiten Quartal konnte der nach Sim-Karten größte deutsche Mobilfunker um 197.000 steigern, insgesamt waren es 518.000 neue Anschlüsse. Telefónica bekommt derzeit den größten Teil seines Kundenzulaufs von Partnern wie United Internet und Drillisch, mit denen das Unternehmen aber nicht so viel Umsatz macht wie mit eigenen Kunden.

Dass die beiden bisherigen Konkurrenten im unteren Preissegment zusammengehen und dann womöglich nicht mehr ganz so arg um die Kunden buhlen, könnte auch für Telefónica etwas Druck aus dem Kessel nehmen. Telefónica bietet mit seinen unterschiedlichen Marken ebenfalls Billigtarife an.

Insgesamt verzeichnete Telefónica Ende Juni 53,1 Millionen Kundenanschlüsse, davon entfielen 48,4 Millionen auf den Mobilfunkbereich. Im Festnetz konnte Telefónica die Zahl der VDSL-Kunden gegenüber Ende März um 88.000 auf 960.000 steigern.

Datennutzung legt weiter zu

Die Datennachfrage der Kunden legte auch im zweiten Quartal kräftig zu. Vertragskunden mit LTE-Tarif und Endgerät nutzten durchschnittlich eine Datenmenge von zwei GB pro Monat - 48 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Auch bei anderen Marken wie Blau, Aldi Talk und Ay Yildiz fragten Kunden mehr Daten nach. Gleichzeitig nimmt die Nutzung von LTE-Tarifen weiter zu. Die Anzahl der LTE-Kunden stieg um 53 Prozent auf 14,4 Millionen.

Personalveränderungen auf Führungsebene

Mit dem Abgang von Finanzchefin Rachel Empey zum Medizinkonzern Fresenius läutet der Konzern an der Spitze nun erneut eine neue Etappe ein. Ab dem ersten August schart Vorstandschef Markus Haas ein deutlich größeres Vorstandsteam um sich, hat dafür aber zwei nachgelagerte Führungsebenen gestrichen. Neuer Finanzchef wird Markus Rolle, der bisher das Controlling leitete, von der E-Plus-Seite kam und so insgesamt seit 18 Jahren dem Unternehmen angehört.

Quelle: DPA

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