Bilanz

Telefónica: Plus bei Mobilfunk, Minus im Festnetz

Telefónica hat am Mittwoch die Geschäftszahlen fürs erste Halbjahr vorgelegt. Bei den Mobilfunk-Verträgen konnte das Unternehmen einen guten Zuwachs verzeichnen. Das UMTS-Netz erreicht nach der Fusion mit E-Plus eine Abdeckung von rund 90 Prozent.

o2© o2 Telefonica

München (red) - Der Zusammenschluss von Telefónica Deutschland und E-Plus trägt erste Früchte. Nach Angaben des Münchener Mobilfunknetzbetreibers und Festnetzanbieters konnte Telefónica Deutschland bereits von ersten Synergien aus der Integration profitieren. Das zeigt sich in den Geschäftszahlen für das erste Halbjahr sowie das zweite Quartal 2015, die das Unternehmen am Mittwoch veröffentlichte. Der Gesamtumsatz legte im zweiten Quartal um 1,3 Prozent auf 1,95 Milliarden Euro zu, für das erste Halbjahr erwirtschaftete Telefónica Deutschland ein Plus von 2,1 Prozent.

42,6 Millionen Mobilfunkanschlüsse - Zuwachs bei Vertragskunden

Ende Juni zählte Telefónica rund 48 Millionen Kundenanschlüsse. Den Löwenanteil nehmen die Mobilfunkanschlüsse ein, deren Zahl sich um 2,4 Prozent auf 42,6 Millionen erhöhte. Der Mobilfunknetzbetreiber wuchs besonders mit seinen Partnermarken sowie aufgrund einer höheren Nachfrage bei Geschäftskunden. Telefónica hat sich zudem stärker auf die bestehende Kundenbasis fokussiert. Im zweiten Quartal konnten netto 201.000 neue Verträge im Vertragskundengeschäft abgeschlossen werden – nach 141.000 im ersten Quartal. Im Prepaid-Bereich gewann Telefónica von April bis Juni 237.000 Neukunden hinzu.

Das kombinierte Netz nach der Fusion von Telefónica Deutschland und E-Plus erreicht nun eine UMTS-Abdeckung von rund 90 Prozent der Bevölkerung Deutschlands. Im Mai 2015 wurden nach Unternehmensangaben täglich mehr als 60 Terabyte Daten von den Kunden im National Roaming übertragen. Die Zahl der LTE-Nutzer lag Ende Juni bei 6,1 Millionen. Die mobile Datennutzung steigt weiter an. Im zweiten Quartal kletterte die durchschnittliche monatliche Datennutzung von o2-Kunden mit LTE-fähigem Endgerät im Vergleich zum Vorquartal um 22 Prozent auf 959 MB.

Die Mobilfunkumsätze legten im zweiten Quartal um 0,2 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro zu, die mobilen Datenumsätze erreichten 707 Millionen Euro.

Festnetzgeschäft weiter rückläufig

Im Festnetzgeschäft zählte Telefónica Ende Juni 5,6 Millionen Anschlüsse. Die Zahl der Breitbandanschlüsse ging gegenüber dem Vorquartal um 13.000 auf rund 2,12 Millionen zurück, im Vergleich zum Vorjahr verlor der Anbieter rund 111.000 Breitbandanschlüsse. Telefónica betonte jedoch, dass es einen positiven Trend bei VDSL-Produkten gebe. Der Rückgang im klassischen Festnetzbereich werde dadurch jedoch nicht kompensiert. Die Umsätze im Festnetzbereich gingen im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 27 Millionen Euro auf 260 Millionen Euro zurück.

Insgesamt sieht sich das Unternehmen aber auf Kurs. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (OIBDA) sei um 13,5 Prozent auf 453 Millionen Euro gestiegen. Unter anderem hätten die Einführung des National Roaming bei UMTS und der beschleunigte LTE-Ausbau zu dieser Entwicklung beigetragen. Mit der Übergabe von 301 Shops an Drillisch wurde begonnen, von rund weiteren 100 Shop-Standorten wollen sich die Münchener bis zum Jahresende trennen.

Unter dem Strich verzeichnete Telefónica Deutschland im zweiten Quartal ein negatives Periodenergebnis von -100 Millionen Euro – bedingt durch höhere Abschreibungen infolge des Zusammenschlusses mit E-Plus und der geplanten Netzintegration. Dennoch bekräftigte Telefónica Deutschland seinen positiven Ausblick für das Geschäftsjahr 2015.

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