Neuer Anlauf

Telefónica will mit Bewegungsdaten Geld verdienen

Telefónica Deutschland will einem Bericht zufolge einen neuen Versuch starten, ins Geschäft mit Kundendaten einzusteigen. Im Gegenzug für die anonymisierten Bewegungsdaten der Nutzer könnte es Vorteile wie Rabatte geben.

Jörg Schamberg, 22.09.2016, 12:15 Uhr
o2© o2 Telefonica

Düsseldorf – Das Geschäft mit Kundendaten ist höchst lukrativ. Internetkonzerne wie Facebook und Google sammeln umfangreiche Daten ihrer Nutzer und vermarkten diese etwa für Werbung. Auch Telefónica Deutschland, hinsichtlich der Kundenzahl hierzulande der größte Mobilfunknetzbetreiber, möchte auf dem Datenmarkt mitmischen. Laut einem Bericht der "WirtschaftsWoche" (WiWo) will der Münchener Konzern, nach einem gescheiterten Versuch vor drei Jahren, einen neuen Anlauf starten, um Bewegungsdaten seiner Mobilfunkkunden an Unternehmen und Behörden zu verkaufen.

Datenweitergabe nur anonymisiert

Telefónica will aber diesmal dafür sorgen, dass die Daten der Kunden nur anonymisiert weitergegeben werden. "Wir werden uns nicht noch mal die Finger verbrennen", betont Telefónica Deutschland-Chef Thorsten Dirks gegenüber der "WiWo". Datenschutz sei in Deutschland ein "ganz kritischer Punkt". Daher setze Telefónica nun auf einen dreistufigen Algorithmus, der die Anonymisierung der Kundendaten gewährleiste. Dieses Vorgehen sei bereits mit den Behörden abgestimmt, nun könne der Startschuss erfolgen.

Bei Zustimmung zum Datenverkauf könnte ein Rabatt winken

Welchen Vorteil bieten die Mobilfunk-Nutzungsdaten den Unternehmen? Mit ihrer Hilfe lassen sich detaillierte Bewegungsprofile erstellen, die beispielsweise für Handelsketten und Shopping-Center von Interesse sein könnten.

Der Verkauf der Daten soll aber nur mit Zustimmung der Kunden erfolgen – und es soll sich für diese auch auszahlen. Gebe ein Kunde sein Einverständnis, könne Telefónica ihm im Gegenzug beispielsweise einen Rabatt gewähren.

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