Fliegende Mobilfunkstationen

Telekom und GSMA werben für Mobilfunkversorgung aus der Luft

Über sogenannte HAPS, unbemannte Flugobjekte in 20 Kilometern Höhe, sollen laut einem White Paper von Telekom und GSMA bislang unversorgte Regionen eine Mobilfunkabdeckung erhalten.

Jörg Schamberg, 01.07.2021, 09:52 Uhr
Telekom Flugzeug LTEIm Oktober 2020 hatte die Telekom eine fliegende LTE-Mobilfunkstation getestet.© Deutsche Telekom AG

Die GSMA, eine weltweite Industrievereinigung der GSM-Mobilfunkanbieter, die Deutsche Telekom (Angebote der Telekom) Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der hier integrierte Werbelink ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.
sowie weitere Mobilfunknetzbetreiber haben ein White Paper zur Mobilfunkversorgung aus der Stratosphäre veröffentlicht. Gefördert werden soll die Nutzung von sogenannten High Altitude Platform Systems (HAPS). Konkret sind dies unbenannte Flugobjekte, die in einer Höhe von rund 20 Kilometern kreisen und Regionen ohne Mobilfunkversorgung mit Mobilfunksignalen abdecken.

Lückenlose globale Mobilfunkversorgung

HAPS seien als Ergänzung der terrestrischen Netze gedacht. Sie wären ein Baustein, um eine globale und lückenlose Mobilfunkversorgung zu erreichen. Gerade an Orten, die sonst nur schwer terrestrisch oder nicht wirtschaftlich versorgt werden können. Es sollen nicht nur Mobilfunklücken geschlossen werden, zum Einsatz kommen könnten die luftgestützten Lösungen etwa auch bei Katastrophen, Events und dem Internet der Dinge. Auch Richtfunkverbindung und die Anbindung an zentrale Netzknoten terrestrischer Mobilfunkstandorte sei denkbar.

Ballons, Luftschiffe oder Flugzeuge als HAPS

HAPS können laut dem White Paper in verschiedener Form realisiert werden, etwa als Ballons, Luftschiffe oder beispielsweise als solarbetriebene Flugzeuge. In jedem Fall sollen die Systeme für einen längeren Zeitraum in der Luft bleiben. HAPS sind deutlich näher an der Erde als Satelliten, die Funksignale müssen eine kürzere Strecke zurücklegen. Mit speziellen Antennen sollen sie räumlich begrenzte Gebiete abdecken. Genutzt würden niederfrequente, lizenzierte Frequenzbänder mit weniger als sechs Gigahertz. Das ermögliche die direkte Kommunikation mit Standard-Mobilfunkgeräten.

Telekom: Erste Datenverbindung mit HAPS im Herbst 2020 demonstriert

Das nun vorgelegte White Paper, an dem neben der Telekom auch Vodafone, Telefónica und Orange beteiligt waren, soll als Grundlage für Regulierung und Standardisierung dienen. Weitere Branchenakteure sollen für eine schnellere HAPS-Entwicklung gewonnen werden. Das White Paper sei schon von den Partnern British Telekom, NTT DoCoMO und TIM unterzeichnet worden. Die GSMA setzt auf Kooperationen, dadurch konnte etwa auch 5G schnell realisiert werden. Die weltweit erste Datenverbindung mit HAPS in einem kommerziellen Mobilfunknetz hatte im Oktober 2020 die Deutsche Telekom durchgeführt.

"Entscheidend ist, dass die Telekommmunikationsbranche zusammenarbeitet, um die technisch beste und eine langfristig tragfähige Lösung zu finden. Die GSMA übernimmt gern die Rolle, die Diskussion hierüber voranzutreiben". So Alex Sinclair, Technikchef der GSMA. Und Bruno Jacobsfeuerborn, bei der Telekom verantwortlicher Manager für das HAPS-Projekt, ergänzt: "Das White Paper ist das Fundament für die weitere Entwicklung von HAPS."

Günstige Handytarife finden
Zum Seitenanfang
Der BT-Navigator
Quicklinks