Absichtserklärung

Telekom, Vodafone und Telefónica planen gemeinsamen Netzausbau

Bei der Mobilfunk-Versorgung von ländlichen Gebieten und entlang von Verkehrswegen wollen die Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica künftig zusammenarbeiten und 6.000 neue Mobilfunk-Standorte errichten.

Sendeantenne© Kara / Fotolia.com

Gemeinsam statt gegeneinander: Die drei Mobilfunknetzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone Deutschland und Telefónica Deutschland wollen beim Ausbau ihrer Mobilfunknetze künftig eng zusammenarbeiten. Das teilten die drei Unternehmen am Montag mit. Es solle in ganz Deutschland eine bestmögliche mobile Breitband-Versorgung realisiert werden. Auflagen im Rahmen der 5G-Frequenz-Auktion im Sommer sehen unter anderem eine Versorgung insbesondere auf dem Land und entlang der Verkehrswege vor. Die drei Anbieter wollen bis zu 6.000 neue Mobilfunk-Standorte gemeinsam aufbauen und nutzen. Eine entsprechende Absichtserklärung haben die drei Mobilfunknetzbetreiber jetzt unterzeichnet. Auch 1&1 Drillisch sei zu einer Beteiligung an der Kooperation eingeladen, wenn das Unternehmen in gleichem Umfang am Ausbau mitwirken wolle.

Gemeinsamer Ausbau spart Zeit und Kosten

Der Vorteil der Kooperation beim Aufbau zusätzlicher Funkmasten: Es lassen sich sowohl Zeit als auch Kosten sparen im Vergleich mit einem parallelen, separaten Ausbau. Jeder Anbieter soll eine gleiche Anzahl neuer Standorte errichten. Diese sollen später dann von den Kooperationspartnern mitgenutzt werden können. Auch das Anbringen eigener Antennen und Netztechnologie soll jeweils möglich sein.

Im Rahmen der Zusammenarbeit sollen Funklöcher in wenig besiedelten Regionen und entlang von Verkehrswegen geschlossen werden. Die Versorgungsauflagen der 5G-Frequenz-Auktion würden Investitionen in Milliardenhöhe bedeuten. Das sei aus Sicht der Netzbetreiber unverhältnismäßig und rechtswidrig. Entsprechende Klagen der Mobilfunknetzbetreiber laufen bereits. Bürgerinitiativen und bürokratische Hürden würden den Ausbau der Netze zudem ausbremsen, dieser komme oft nur schleppend voran.

Details der Kooperation werden bis Frühjahr 2020 festgelegt

Das Bundeskartellamt sei über die geplante Zusammenarbeit beim Netzausbau informiert worden. Weitere Details der Kooperation sollen spätestens im Frühjahr 2020 vertraglich festgelegt werden. Erst dann könne die gemeinsame Netzausbau-Planung starten.

Allianz gegen weiße Flecken

"Heute schmieden wir eine Allianz gegen die weißen Flecken. Und machen mehr Mobilfunk möglich, wo er nicht wirtschaftlich ist", so Vodafone Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter. "Davon profitieren künftig Hunderttausende. Ob in kleinen Landgemeinden, an Straßen oder Bahnstrecken. In weißen Flecken werden wir Betreiber gemeinsam bauen und teilen. Und im Rest des Landes uns weiterhin im starken Infrastruktur-Wettbewerb gegenüberstehen. Das ist gut fürs Netz, gut für den Kunden und gut für Deutschlands digitale Zukunft."

Auch Telekom Deutschland-Chef Dirk Wössner verweist auf die Vorteile der Zusammenarbeit: "Die geplante Kooperation ist ein Meilenstein für den Netzausbau in Deutschland. Uns Mobilfunk-Anbieter verbindet das Ziel, noch bestehende weiße Flecken im Mobilfunknetz schnellstmöglich zu schließen. Infrastruktur zu teilen ist für uns nicht neu, in diesem Umfang aber ein sehr großer Schritt in die richtige Richtung. Denn schnelles Internet und hervorragende Sprachqualität auf Straße, Schiene und Wasser sind für eine mobile Industrienation wie Deutschland entscheidend."

Und Telefónica Deutschland-Chef Markus Haas kommentiert:"Der Mobilfunk wird im kommenden Jahrzehnt die wichtigste Technologie werden. Um Deutschland bestens aufzustellen, bündeln wir unsere Kräfte. Diese Zusammenarbeit ist ein hervorragendes Beispiel für intelligente Kooperationen und der nächste logische Schritt. Denn wir müssen an einem Strang ziehen, wenn wir Deutschland als führenden Wirtschaftsstandort stärken und in die Zukunft führen wollen. Gemeinsam werden wir Deutschland bei der Digitalisierung einen bedeutenden Schritt voranbringen."

Auch beim noch weitergehenden Ausbau durch eine staatliche Förderung zum Schließen einzelner weißer Flecken seien die Netzbetreiber zur Zusammenarbeit bereit.

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Jörg Schamberg

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