Landgericht Potsdam

Urteil: Mobilfunker müssen bei Drittanbieter-Problemen helfen

Drittanbieter-Dienste werden über die gewöhnliche Handyrechnung bezahlt. Bei Problemfällen aber fühlen sich die Mobilfunkanbieter oft nicht zuständig. Laut dem Langgericht Potsdam dürfen sich die Provider aber nicht einfach aus der Affäre ziehen.

Geldnot© Wavebreakmedia / Fotolia.com

Potsdam - Von Premium-SMS über Dienste-Abos bis hin zu kostenpflichtigen Hotlines und Serviceleistungen: Drittanbieter können sich das Geld für solche Angebote einfach per Handyrechnung holen. Dass Handy-Provider dabei das Geld für solche Leistungen eintreiben, sich aber für Beschwerden rund um diese Forderungen nicht zuständig fühlen, ist nicht rechtens. Das hat das Landgericht Potsdam entschieden (Az.: 2 O 340/14). Der Provider dürfe nicht behaupten, dass sich der Kunde für die Gutschrift einer bestrittenen Forderung an den Drittanbieter wenden muss. Der Betroffene kann seine Beanstandungen direkt gegenüber dem Mobilfunkanbieter geltend machen.

Klage der Verbraucherzentrale

In dem Fall hatte E-Plus eine Base-Kundin wegen eines Zahlungsrückstandes für Drittanbieterleistungen in Höhe von gut 200 Euro mehrfach angemahnt, obwohl die Frau wiederholt erklärt hatte, kostenpflichtige Angebote Dritter weder wissentlich bestellt noch genutzt zu haben: Sie sollte die ausstehenden Beträge zahlen und sich diese dann per Gutschrift vom Drittanbieter zurückholen. Dagegen hatte die Verbraucherzentrale Hamburg geklagt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig

Quelle: DPA

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