5G-Ausbau

Verivox: 5G nun in allen Fußball-Bundesligastadien nutzbar

Fußballfans können jetzt bundesweit in allen 36 Fußballstadien der 1. und 2. Bundesliga per 5G mobil im Internet surfen. Das zeigt eine Analyse des Vergleichsportals Verivox. Doch die 5G-Versorgung ist je nach Netzbetreiber sehr unterschiedlich.

Jörg Schamberg, 23.09.2021, 10:14 Uhr
5G Smartphone© Liridon / Adobe Stock

Der schnelle Mobilfunkstandard 5G hat auch die Fußballstadien in Deutschland erobert. Laut einer aktuellen Analyse des Vergleichsportals Verivox können Fußballfans erstmals in allen 36 Stadien der 1. und 2. Fußball-Bundesliga auf 5G zugreifen. Ausgewertet wurden unter anderem die Netzabdeckungskarten der Netzbetreiber. Das mobile Surfen mit dem Smartphone per 5G sei in allen Fußballstadien mindestens über ein Netz der Mobilfunknetzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland möglich. Im Vergleich zum Vorjahr ist die 5G-Mobilfunkversorgung nach Angaben von Verivox inzwischen fünf Mal besser.

Telekom: 5G-Empfang in 97 Prozent der Fußballstadien

BundesligaFußballfans können in den größten deutschen Fußballstadien 5G nutzen.© mirpic / Fotolia.com

Doch wie sieht die 5G-Versorgung der einzelnen Netzbetreiber im Detail aus? Das Vergleichsportal ermittelte für das Telekom-Netz in den größten deutschen Stadien einen Anstieg für 5G von 75 auf 97 Prozent und damit die beste 5G-Abdeckung. 5G sei in 35 der 36 Bundesligastadien nutzbar. Nur in der Heidenheimer Voith-Arena stehe lediglich LTE zur Verfügung. Immerhin: In sechs Stadien biete die Telekom über LTE eine genauso hohe Geschwindigkeit wie über 5G. In zwei Stadien, in der Gelsenkirchener Veltins Arena und der Leverkusener BayArena, könnten Mobilfunknutzer über 4G sogar eine etwas höhere Maximalgeschwindigkeit erreichen. Das Surfen mit Gigabit-Speed ist noch die Ausnahme und bietet die Telekom bislang nur in der Münchener Allianz Arena und der HDI Arena in Hannover an.

"5G bedeutet nicht automatisch Gigabit-Speed", sagt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. "Die Bandbreite sinkt beispielsweise, wenn 4G und 5G an einem Mobilfunkmast parallel genutzt werden."

Vodafone hat 5G-Versorgung in Fußballstadien stark ausgebaut

Einen sehr großen Sprung machte die 5G-Verfügbarkeit in Fußballstadien über das Netz von Vodafone. Nach nur 14 Prozent im vergangenen Jahr sei die 5G-Versorgung im August 2021 in 83 Prozent der Bundesligastadien (30 Stadien) erreicht. Downloads mit bis zu 1 Gbit/s erlaubt Vodafone in gleich vier Stadien: Wohninvest Weserstadion Bremen, Deutsche Bank Park Frankfurt am Main, Volksparkstadion Hamburg und Volkswagen Arena Wolfsburg. In den anderen 5G-Stadien geht es maximal mit bis zu 650 Mbit/s ins Netz. In Fußballstadien mit LTE-Versorgung können Vodafone-Mobilfunkkunden eine Download-Bandbreite zwischen 100 bis 500 Mbit/s nutzen. 5G ist nicht immer automatisch am schnellsten: Im Kölner RheinEnergie-Stadion liege das maximale Surftempo über 5G bei nur 200 Mbit/s.

Telefónica: Nachzügler beim 5G-Ausbau

Telefónica Deutschland hatte erst im vergangenen Herbst in ersten Städten mit dem 5G-Ausbau begonnen. Daher bot im September 2020 auch noch kein Stadion eine 5G-Versorgung über das O2-Netz. Innerhalb eines Jahres hat der Münchener Mobilfunknetzbetreiber immerhin sieben Arenen mit 5G erschlossen. 5G funkt in den Stadien Signal Iduna Park Dortmund, Sportpark Ronhof Fürth, Mewa Arena Mainz, Allianz Arena München, Volksparkstadion und Millerntor-Stadion Hamburg sowie Mercedes-Benz Arena Stuttgart. Bis auf das Hamburger Stadion zeigte die Netzabdeckungskarte von Telefónica Deutschland für alle Arenen nur eine eingeschränkte 5G-Verfügbarkeit an.

Über das Telefónica-Netz lässt sich in 69 Prozent der 36 Bundesligastadien sogar noch 3G nutzen. Während die Telekom und Vodafone ihr altes UMTS-Netz bereits zur Jahresmitte abgeschaltet haben, erfolgt das endgültige 3G-Aus bei O2 erst bis zum Jahresende.

Geschwindigkeit ist nicht der entscheidende Unterschied zwischen LTE und 5G

Ist 5G in der Praxis nun deutlich besser als 4G? "Der Unterschied zwischen 500 Mbit/s im LTE-Netz oder einem Gigabit im 5G-Netz verändert das mobile Surfen nicht entscheidend", erklärt Verivox-Experte Theumer. "5G punktet an anderer Stelle: Bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen mit vielen gleichzeitigen Zugriffen und überlasteten Netzen verbessert sich das Surferlebnis spürbar, wenn die Auslastung gleichmäßiger verteilt wird. Das 5G-Netz kann deutlich mehr Teilnehmer pro Funkzelle schultern als das 4G-Netz", so Theumer weiter.

Viele Fußballfans dürften ohnehin noch kein 5G nutzen können. Voraussetzung ist neben einem entsprechenden Mobilfunktarif, der den Zugriff auf das 5G-Netz erlaube, auch ein 5G-fähiges Smartphone. Inzwischen unterstützt rund jedes zweite neue Smartphone bereits den schnellen 5G-Mobilfunkstandard. 5G steht mit den Tarifen der Netzbetreiber oft ohne Mehrkosten zur Verfügung. Teils lässt sich 5G per Zusatzoption für rund 3 Euro Aufpreis pro Monat hinzubuchen.

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