Portierungskosten

Verivox: Rufnummernmitnahme ist zu teuer

Die Rufnummernmitnahme ist umständlich und vergleichsweise teuer, meint Verivox. Das sei ein Hindernis für den Anbieterwechsel. In Österreich beispielsweise zahlen Verbraucher nur rund zehn Euro für die Portierung.

Smartphone Kosten© Michael Rogner / Fotolia.com

Heidelberg – Die Rufnummernmitnahme zu einem anderen Anbieter ist zwar gesetzlich geregelt, doch Hindernisse bleiben: Der Wechselprozess ist umständlich, vergleichsweise teuer und kann bis zu acht Tage in Anspruch nehmen. Die Tarifexperten von Verivox fordern deshalb einen schnellen, verständlichen und komplett digitalen Prozess.

Hohe Kosten: Österreicher zahlen nur ein Drittel

Verbraucher zahlen in Deutschland rund 30 Euro, um ihre Handynummer zu einem neuen Anbieter mitnehmen zu können. "In einer Digitalgesellschaft sind sowohl die Portierungskosten als auch der große Zeitverlust für die Verbraucher nicht mehr gerechtfertigt", sagt Christian Schiele, Bereichsleiter Telekommunikation bei Verivox. "Der Aufwand der Mobilfunkanbieter bei der Freigabe und Übermittlung der Nummer ist minimal."

Ein Blick nach Österreich zeigt: Dort gelten verbraucherfreundlichere Regularien. So zahlen österreichische Mobilfunkkunden maximal zehn Euro für die Mitnahme ihrer Handynummer.

Fehleranfällige Prozesse begünstigen Verzögerungen

"Dem Verbraucher ist bereits das Recht auf seine eigene Rufnummer zugesprochen", sagt Schiele. "Als nächster Schritt gehört der komplette Portierungsprozess auf den Prüfstand. In Großbritannien zum Beispiel können Mobilfunkkunden künftig ihren Anbieter per SMS wechseln und so auch die Rufnummer portieren."

In Deutschland ist die Rufnummernmitnahme für die Kunden nach wie vor bürokratisch aufwendig: Ein Papierformular muss ausgefüllt, unterschrieben und postalisch oder per Fax an den Provider gesendet werden. Möchte ein Kunde seine Rufnummer sofort portieren, dauert die Übertragung der Nummer rund acht Kalendertage. Zusätzlich müssen die Kunden selbst darauf achten, dass alle Daten beim alten und neuen Mobilfunkprovider exakt übereinstimmen. Andernfalls kommt es zu Verzögerungen, oder die Portierung scheitert.

In Österreich muss bereits seit 2016 der komplette Portierungsprozess innerhalb von 24 Stunden abgewickelt werden. In unserem Nachbarland sind dazu noch Formulare nötig, in Großbritannien ab Sommer 2019 nicht mehr. Dann muss der Kunde nur noch einen Wechselcode per SMS anfordern.

Wechselhindernis Nummer eins

"Verbraucher sollten auch hierzulande mit einem einfachen Online-Formular, per Telefon oder SMS wechseln können. Unsere Erfahrungen zeigen: Die umständliche Übertragung der Rufnummer ist Wechselhindernis Nummer eins. Gerade angesichts der spürbaren Konsolidierung im Markt wären einfache Wechselprozesse dringend erforderlich. Die Marktmacht der Verbraucher zu stärken, ist essenziell für den Wettbewerb", sagt Christian Schiele.

Ein weiteres Hindernis bei der Portierung: Mobilfunkkunden haben Fristen einzuhalten, wenn sie eine bestehende Rufnummer weiterführen wollen. Die Fristen unterscheiden sich, je nachdem, ob die Nummer zum Vertragsende mitgenommen wird oder früher. Versäumen Verbraucher die Frist, erlischt ihr Anspruch auf die Nummer.

Melanie Zecher

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