DreamLab

Vodafone: Diese App macht das Smartphone zum Corona-Forschungsrechner

Die Forschung nach einem Corona-Medikament benötigt viel Rechenleistung. Die App DreamLab bündelt die Leistung von Tausenden Smartphone-Prozessoren, wenn diese nachts nicht benötigt würden, zu einem virtuellen Super-Computer.

Jörg Schamberg, 29.04.2020, 14:49 Uhr
Vodafone DreamLabDie Corona-Forschung kann durch die Bündelung der Rechenleistung Tausender Smartphone-Prozessoren unterstützt werden.© Vodafone Deutschland

Weltweit forschen Wissenschaftler an Medikamenten gegen das Coronavirus. Die Forschungslabore greifen auf Hochleistungscomputer zu, um die riesigen Datensätze zu analysieren. Die Entwickler von DreamWeb wollen die Suche beschleunigen: Eine von Garvan Institute of Medical Research und der Vodafone Foundation entwickelte Anwendung soll die Rechenleistung von hunderttausenden Smartphones zu einem virtuellen Super-Computer bündeln.

Im Schlaf die Corona-Forschung unterstützen

Die Leistung der Smartphones werde von DreamLab-App abgerufen, wenn die Mobiltelefone nicht genutzt werden und am Ladekabel hängen. Smartphone-Besitzer könnten somit im Schlaf die Corona-Forschung unterstützen. "Mit DreamLab entsteht so ein virtueller Super-Computer, der die Suche nach Medikamenten um ein Vielfaches beschleunigt. Je mehr mitmachen, desto schneller kommt die Forschung voran. Lasst uns gemeinsam das Coronavirus bekämpfen", sagt Vodafone Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter.

Die Anwendung DreamLab wurde bereits 2015 entwickelt. Nun wurde ein Projekt zur Erforschung von Corona aufgenommen. Überwiegend nachts würden kleine Rechenaufgaben an die ungenutzten mobilen Geräte verschickt. Die Aufgaben würden dort gelöst und die Ergebnisse in eine spezielle Cloud übertragen. Dezentral könnten zeitgleich Millionen von Aufgaben berechnet werden. Mit DreamLab werde nicht nur die Forschung nach einem Mittel gegen Corona, sondern auch die Krebsforschung unterstützt. Die Geschwindigkeit der Datenverarbeitung am Garvan Institute of Medical Research sei durch die vielen Nutzer bereits verdoppelt worden.

Je mehr Smartphone-Nutzer mitmachen, umso schneller kommt die Forschung voran

In London würden die Forscher des dortigen Imperial College die gebündelte Rechenleistung nutzen, um die Datenmenge mit künstlicher Intelligenz zu durchforsten. Ziel sie das Finden bereits vorhandener Medikamente und Nahrungsmittel-Moleküle, die Corona-Infizierten helfen könnten. Die Leistung von 100.000 Smartphones würde in nur drei Monaten bei einer nächtlichen Laufzeit von sechs Stunden die Jahresleistung aller Forschungsrechner des Imperial College erreichen. Je mehr Menschen ihr Handy zur Verfügung stellen, umso schneller könne die Medikamentensuche erfolgen.

Wer mitmachen möchte, müsse die kostenlose DreamLab-App für Android oder iOS herunterladen und das Smartphone ans Stromnetz anschließen. Vor dem Schlafengehen müsse lediglich der "Power DreamLab"-Modus eingeschaltet werden. Die Anwendung erkenne das Laden des Smartphones und starte mit den Berechnungen. Per WLAN oder über das Mobilfunknetz werden die errechneten Ergebnisse in die Cloud geladen und an das Imperial College weitergeleitet.

App hat nur Zugriff auf Prozessor des Smartphones - Daten bleiben sicher

Vodafone weist darauf hin, dass die Handy-Leistung durch den nächtlichen Rechen-Marathon nicht beeinträchtigt werde. Die App lade immer nur kleine Pakete herunter, um einzelne Geräte nicht zu überlasten. Wert werde auch auf die Sicherstellung des Datenschutzes gelegt. Durch die App werde lediglich der Prozessor des Gerätes verwendet, Zugriffsrechte auf andere Bereiche habe die Anwendung nicht. Daten von Patienten, die für die Berechnungen runtergeladen werden, würden laut Vodafone zu Forschungszwecken anonymisiert und deidentifiziert.

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