Roaming-Analyse

Wie die Deutschen ihr Handy im Ausland nutzen

Wie nutzen Deutsche ihr Handy im Ausland tatsächlich? Wie viele Minuten und Megabyte fallen beim Roaming an? Gibt ers Unterschiede zwischen Mann und Frau? Der Mobilfunker mobilcom-debitel hat Millionen anonymisierte Daten ausgewertet.

Handy im Ausland© Alliance / Fotolia.com

Büdelsdorf – Immer mehr Deutsche nehmen ihr Mobiltelefon mit auf Reisen. Doch wie intensiv wird das Handy im Ausland heute wirklich genutzt? mobilcom-debitel hat die Daten der Roaming-Nutzung seiner Kunden ausgewertet und interessante Einblicke gewonnen. Die Analyse basiert auf den anonymisierten Nutzerdaten von rund sechs Millionen Mobilfunkkunden.

Im Juli und August wird am meisten geroamt

Jeder dritte mobilcom-debitel-Kunde mit Laufzeitvertrag (32 Prozent) hat 2015 Roaming genutzt. Im Durchschnitt wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres 2016 pro Nutzer je 14,3 Minuten Telefonie, 9,2 SMS und 60,9 MB Daten per Roaming aus dem Ausland in Anspruch genommen. Die Zahl der SMS ist dabei in den Jahren 2013 bis 2015 um 33 Prozent gesunken, die der Sprachminuten stieg auf das 1,5-fache und das Datenvolumen hat sich etwa vervierfacht. Die Urlaubs-Saison ist eindeutig die Zeit, in der das Handy im Ausland am intensivsten genutzt wird: Im August 2015 roamten 15 Prozent der Nutzer, im Juli und September noch 10 Prozent, im November dagegen nur fünf Prozent.

Süddeutsche sind beim Roaming aktiver als Ostdeutsche

2015 führte das Saarland mit 39,4 Prozent Nutzung die Roaming-Charts an, knapp gefolgt von Bayern (2. Platz mit 39,3 Prozent), Baden-Württemberg (3. Platz mit 38,2 Prozent) und Rheinland-Pfalz (4. Platz mit 34,4 Prozent). Schlusslichter sind die ostdeutschen Bundesländer Thüringen (14. Platz mit 24,3 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (15. Platz mit 22,9 Prozent) und Sachsen-Anhalt (16. Platz mit 19,9 Prozent). Die Bundeshauptstadt Berlin schneidet mit dem 12. Platz bei 26,0 Prozent Nutzung ebenfalls schwach ab.

Nutzer roamen häufig im Nachbarland

Das Länder-Ranking entspricht recht deutlich den touristischen Vorlieben der Deutschen, so mobilcom: 17 Prozent des gesamten Roamingaufkommens entfielen 2015 auf Spanien. Italien folgt auf Platz 2 mit 15 Prozent, Österreich belegt mit 11 Prozent Platz 3 vor Frankreich mit acht Prozent. Beim Abgleich mit den Herkunfts-Bundesländern der Nutzer lässt sich der "kleine Grenzverkehr" mit dem Nachbarland klar in der Roaming-Nutzung erkennen: 25 Prozent des Roamingaufkommens von Privatnutzern aus Bayern etwa fallen in Italien an, 21 Prozent in Österreich, Spanien folgt hier erst mit 12 Prozent auf Platz 3. Bei Saarländern liegt Frankreich mit 24 Prozent auf Platz 1, bei Nutzern aus Mecklenburg-Vorpommern Schweden mit 13 Prozent.

Die Intensität der Roaming-Nutzung scheint also von der wirtschaftlichen Stärke eines Bundeslandes und damit dem Reisevolumen sowie von der Grenzlage abzuhängen, folgert der Mobilfunkprovider.

Mann und Frau und die Handy-Nutzung im Ausland

Die geschlechtsspezifische Analyse aus den ersten fünf Monaten des Jahres 2016 ergab interessante Differenzen: Männer telefonieren im Schnitt mit 12,2 Minuten pro Monat länger aus dem Ausland als Frauen mit nur 10,5 Minuten. Auch beim Datenverbrauch liegen die Männer mit 54,8 MB vor den Frauen mit nur 44,1 MB. Frauen greifen dagegen öfter zur bewährten SMS, wenn sie in Kontakt zur Heimat bleiben wollen: Sie verschicken durchschnittlich 9,6 SMS pro Monat aus dem Ausland – Männer nur 8,9.

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