Handymarkt

Zukunft der Elektronik-Branche liegt in Schwellenländern

Schwellenländer werden für den Smartphone-Markt immer wichtiger, bald wird China wohl die USA als wichtigsten Markt ablösen. Was diese Entwicklung für die Hersteller und deren Geschäft bedeutet, darüber sind sich die Experten noch nicht einig.

telefonieren China© Kristina Afanasyeva / Fotolia.com

Las Vegas (dpa/red) - Die Zukunft der Elektronik-Industrie wird immer mehr von Wachstumsmärkten wie China, Indien oder Brasilien bestimmt. Vor allem in China stehe mit dem Vormarsch der Smartphone-Revolution aus den großen Städten aufs Land ein rasantes Wachstum der Nutzer-Zahlen bevor, sagte Steve Koenig, führender Analyst des Messe-Veranstalters CEA zum Start der Elektronik-Messe CES in Las Vegas. "Die USA werden sich auf Dauer mit dem zweiten Platz im weltweiten Elektronik-Geschäft abfinden müssen."

Vor allem günstige Geräte gefragt

Marktexperten sind aber unterschiedlicher Meinung darüber, welche Folgen die Entwicklung in diesem Jahr für die Erlöse der Anbieter haben wird. CEA-Analyst Koenig warnt, dass der Boom in den neuen Märkten für die Industrie kein allgemeines Umsatzplus bedeuten werde. Denn dort, wo die Nachfrage steigt, sind vor allem günstige Geräte gefragt. Von den gut 1,2 Milliarden Smartphones, die nach CEA-Schätzungen in diesem Jahr abgesetzt werden, gehen rund 70 Prozent in die Wachstumsmärkte. Dadurch werde der Durchschnittspreis eines Smartphones von 444 Dollar im Jahr 2010 auf 297 Dollar sinken.

Auch bei Tablets sieht Koenig eine ähnliche Entwicklung. "Um tief in die Märkte dieser Länder vorzudringen, braucht man günstige Geräte." Bei Tablets gehe das oft mit kleineren Bildschirmgrößen einher. Aber auch in den USA würden Tablets mit Display-Diagonalen unter neun Zoll zwei Drittel des Marktes ausmachen.

Wachstum oder Rückgang?

Insgesamt rechnet die CEA für das weltweite Elektronik-Geschäft in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang um ein Prozent auf 1,055 Billionen Dollar. Die Aussagekraft einer solchen Rechnung ist allerdings nicht besonders groß, denn hier werden verschiedenste Geschäftsbereiche vom Handy bis zum Drucker zusammengerechnet, die ganz unterschiedliche Dynamik und Probleme haben. Smartphones bringen über 30 Prozent der Gesamterlöse ein.

So kommt der renommierte IT-Marktforscher Gartner auch zu einer optimistischeren Vorhersage. Das Geschäft der Hersteller von Smartphones, Tablets und klassischer PCs werde in diesem Jahr um 4,3 Prozent auf 697 Millionen Dollar wachsen, prognostizierte Gartner am Montag. Der wachsende Absatz werde die Preisrückgänge mehr als ausgleichen, erläuterte Gartner-Analyst Richard Gordon am Montag.

2013 fiel eher mäßig aus

Auch insgesamt wird das Geschäft der IT-Industrie in diesem Jahr nach Einschätzung von Gartner deutlich anziehen. Nach einem mäßigen Jahr 2013 rechnen die Gartner-Analysten mit einem branchenweiten Plus von 3,1 Prozent auf knapp 3,78 Billionen Dollar. Gartner zählt in dieser Rechnung unter anderem auch Telekom-Dienste und Software mit. Dabei bleiben die Telekommunikations-Provider den Marktforschern zufolge der mit Abstand größte Geschäftszweig mit einem Gesamterlös von gut 1,65 Billionen Dollar nach einem Plus von 1,2 Prozent.

Quelle: DPA

Top