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PayPal & Co.: Bezahlsysteme im Internet

Einkaufen? Wird heute immer häufiger im Internet gemacht! Mit steigendem Interesse wächst auch der Bedarf an besseren Zahlungsmethoden. Wir haben uns angesehen, wie Sie heute im Internet bezahlen können – und wo die Risiken liegen.

Online-Shopping© Denys Prykhodov / Fotolia.com

Die alte Garde: Überweisung, Nachnahme, Rechnung

Keine Frage: Die drei genannten Zahlungsmethoden werden auch heute noch von praktisch allen Onlineshops akzeptiert. Wenig Risiko gehen Sie vor allem bei der Zahlung via Nachnahme oder Rechnung ein, denn hier muss der Händler zuerst liefern. Die Überweisung per Vorkasse dauert in der Regel etwas länger, da erst der Zahlungseingang bestätigt werden muss – aber dafür sparen Sie teilweise bei den Versandkosten. Ob sich das lohnt, müssen Sie selbst entscheiden. Die Nachnahme ist in der Regel die teuerste Option, bei der Überweisung müssen Sie länger warten. Keine Methode ist im Internetzeitalter also wirklich ohne Nachteile.

Kreditkarten als Alternative

In Sachen Geschwindigkeit sind VISA und MasterCard den bereits genannten Methoden weit voraus. Hier werden Zahlungen praktisch sofort verifiziert. Auch bei den Gebühren dürften Sie hier keine Ausreißer erwarten. Aber: Kreditkarten sind recht anfällig für Betrug. Geben Sie Ihre Daten versehentlich auf einer Phishing-Webseite ein, wird Ihr Konto wahrscheinlich schneller leergeräumt, sein als Sie es sperren lassen können. Sie müssen zum Teil keine Bestätigungen eingeben oder andere Verifikationsschritte einleiten – was für Diebe förderlich ist. Nicht alle Kreditkarten sind außerdem umsonst erhältlich: Gelegentlich fallen Gebühren pro Jahr an, außerdem berechnen Banken dann eventuell noch einmal Gebühren für jede getätigte Zahlung. Auch das gilt es also abzuwägen.

Bankgestützte Überweisungen

Bei diesen Bezahlsystemen im Internet haben sich hierzulande zwei Varianten etabliert: GiroPay sowie die Sofortüberweisung. Beide basieren auf einem ähnlichen Prinzip: Im Zahlungsformular geben Sie Ihre PIN für Online-Banking ein und veranlassen so den Geldtransfer. Zwar wird Ihr Geld in Wirklichkeit nicht schneller oder langsamer als bei einer normalen Überweisung gesendet, allerdings behandeln Händler dies so – da die Unternehmen hinter Sofortüberweisung und GiroPay praktisch als Vertrauensperson agieren. Das Resultat sind schnelle Überweisungen ohne hohe Kosten. Auch etwaige Sicherheitsbedenken (Sie übermitteln schließlich den PIN für Ihr Online-Banking) haben sich bislang noch nicht bestätigen können. Es ist kein größeres Sicherheitsleck bekannt.

PayPal als globales Zahlungsmittel

Die Sofortüberweisung und GiroPay mögen technisch gut sein, im Ausland werden sie aber selten akzeptiert. Hier hilft dann PayPal: Der weltweit bekannte Zahlungsdienst hat Zugriff auf Ihr Bankkonto, wenn Sie das so wollen. Darüber veranlassen Sie dann nur mit einer E-Mail-Adresse und einem Passwort Zahlungen. Geld verdient PayPal mit Gebühren, beispielsweise für Händler oder für den Geldtransfer ins Ausland. Das reine Bezahlen per PayPal ist jedoch gratis. Weiterhin ist die praktisch globale Verbreitung ein großer Vorteil. PayPal ist daher auch ein sehr gutes Mittel, um Geld beispielsweise an einen Freund auf der anderen Seite der Welt zu schicken. Falls Sie häufig bei eBay unterwegs sind, ist PayPal ebenfalls praktisch Pflicht, da es dann den hauseigenen Käuferschutz gibt.

Gibt es das "beste Bezahlsystem" im Internet?

Kein Bezahlsystem ist frei von Nachteilen. Die wichtigen Parameter sind Geschwindigkeit, Sicherheit und Gebühren. Es gibt jedoch keine einzige Methode, die in allen drei Punkten perfekt ist (zumindest momentan – dazu mehr im nächsten Abschnitt). Die Empfehlung lautet daher, bei jedem Kauf abzuwägen. Für Käufe mit einem niedrigen Wert von vielleicht zehn Euro müssen Sie sicherlich nicht das Maximum an Sicherheit nutzen. Bei größeren Zahlungen hingegen wäre es hingegen wahrscheinlich klug, ein wenig Geschwindigkeit für Sicherheit zu opfern.

Und die Kryptowährungen?

Zumindest Bitcoin spielt mit seinen hohen Transaktionsgebühren aktuell noch keine Rolle beim Online-Shopping in Deutschland. Im Laufe des Jahres 2018 sollen dieses Problem sowie die mit 30 Minuten recht langen Transaktionszeiten jedoch beseitigt werden – und viele Kryptowährungen bieten bereits Instant-Geldtransfers ohne Gebühren an. Bezahlsysteme im Internet könnten langfristig somit von diesen aktuell bereits funktionierenden Währungen dominiert werden. Bis Kryptowährungen jedoch im Bewusstsein der Allgemeinheit angekommen sind und sie wirklich eine Alternative zu PayPal, Kreditkarte & Co. darstellen, wird noch einige Zeit vergehen – aber eventuell müssen wir uns dann an eine neue, dezentralisierte Art und Weise, Zahlungen abzuwickeln, gewöhnen, die praktisch kostenfrei arbeitet und auf der ganzen Welt akzeptiert wird.

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