Luftverkehr

Drohnenversicherung: Das müssen Hobby-Flieger wissen

Viele private Drohnen schwirren mittlerweile durch die Lüfte. Die kleinen Fluggeräte können aber auch Schäden verursachen, etwa durch Abstürze. Zahlt dann die Haftpflicht oder braucht man eine eigene Drohnenversicherung?

Kameradrohne© Halfpoint / Fotolia.com

Drohnen sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden, egal ob für private oder gewerbliche Einsätze. Wie viele private Multicopter tatsächlich im Einsatz sind, ist nicht bekannt. Schätzungen bewegen sich zwischen 450.000 und mehr als einer Million. Hobby-Nutzer haben dabei meist das reine Fliegen oder das Filmen beziehungsweise Fotografieren im Fokus, weniger mögliche Risiken. Doch bei einem Unfall kann es leicht zu Schäden kommen, beispielsweise kann die Drohne beim Absturz ein Auto treffen oder gar einen Menschen verletzen.

Jede Drohne ist versicherungspflichtig

Drohnen werden auch als unbemannte Flugobjekte bezeichnet und sind bereits seit August 2005 ohne Ausnahme versicherungspflichtig. Dies wurde aufgrund einer Änderung in der Luftverkehrs-Zulassung-Ordnung (LuftVZO) beschlossen. Versichert muss die Drohne also auf jeden Fall sein. Man muss allerdings nicht zwingend eine separate Drohnenversicherung abschließen, denn für den privaten Gebrauch ist die private Haftpflichtversicherung manchmal ausreichend.

Haftpflicht deckt Flugdrohnen nicht immer ab

Doch Achtung: Die Haftpflicht muss Drohnen explizit mit einschließen, was jedoch nicht immer der Fall ist. Bevor man also seinen ersten Start vollzieht, sollte man seinen Vertrag genau unter die Lupe nehmen und nach Bezeichnungen wie "Flugmodell" oder "Luftfahrzeug" durchsuchen. Die Versicherungsbedingungen sollten genau unter die Lupe genommen werden, vor allem hinsichtlich von Einschränkungen wie dem Maximalgewicht der Drohne oder bei der Begrenzung auf den rein privaten Gebrauch. Ein wichtiger Punkt kann auch die Gefährdungshaftung sein (weiter unten).

Eine Kennzeichnungspflicht für Drohnen gilt bereits ab 250 Gramm. Bringt das Fluggerät dieses Gewicht auf die Waage, dann muss eine Art Plakette angebracht sein, die Namen und Adresse beinhaltet.

Stellt man fest, dass die Haftpflicht keine Drohnenversicherung beinhaltet, dann sollte man sich zeitnah darum kümmern. Einerseits kann man seinen Versicherer kontaktieren und nach einer Erweiterung der bestehenden Versicherung fragen. Ist das nicht möglich, hält man Ausschau nach einer neuen Versicherung, die das elektronische Fluggerät mit einschließt.

Darauf sollte man bei einer Drohnenversicherung achten

Beim Abschluss einer Drohnenversicherung sind mehrere Punkte zu beachten. Zum Beispiel, wie hoch die Deckungssumme und die Selbstbeteiligung ausfallen. Wer sein Gerät häufig verwendet und auch mal Risiken eingeht, der sollte eine höhere Deckungssumme und keine oder geringe Selbstbeteiligung vereinbaren. Wichtig ist auch, dass die Drohne den Anforderungen im Vertrag entspricht und beispielsweise ein bestimmtes Gewicht nicht übersteigt. Des Weiteren ist bei günstigeren Drohnenversicherungen vielleicht nur ein einziges Modell inkludiert oder nur ein einziger Pilot. Möchte man seine Drohne mit in den Urlaub nehmen, muss außerdem darauf achten, ob der Schutz auch im Ausland gilt.

Die jährlichen Kosten für eine Drohnenversicherung hängen stark vom Modell und der Nutzung ab, günstigere Angebote mit Selbstbeteiligung beginnen bei jährlich etwa 30 Euro, es können aber auch 100 Euro und mehr werden. Privat-Versicherungen sind in der Regel deutlich günstiger als die, die auch einen gewerblichen Einsatz einschließen.

Wenn die Drohne 2 Kilogramm oder mehr wiegt, braucht es einen Flugkunde-Nachweis (Drohnen-Führerschein") und ab 5 Kilogramm eine spezielle Aufstiegsgenehmigung.

Drohnenversicherung bei gewerblichem Einsatz

Wird eine Drohne gewerblich genutzt, dann ist die private Haftpflicht nicht ausreichend. Stattdessen ist eine separate Drohnenhaftpflicht notwendig, die auf Wunsch durch eine Vollkaskoversicherung erweitert werden kann. Der gewerbliche Einsatz kann schon beginnen, wenn der Pilot beispielsweise einen Blog betreibt, mit dem er Geld verdient. Steuert die Drohne die Fotos dazu bei, liegt kein rein privater Gebrauch mehr vor. Im Ernstfall kann die Versicherung dann Stress machen und die Zahlung verweigern.

Was hat es mit der Gefährdungshaftung auf sich?

Ein private Haftpflichtversicherung zahlt in der Regel für Schäden, die der Versicherte anderen zugefügt hat. Äußere Umstände (wie Windböen oder Greifvögel) sind nicht inkludiert, sodass man in so einem Fall auf den Kosten sitzen bleiben kann. Man spricht hier von einer Gefährdungshaftung, die stets im Hinterkopf behalten werden muss. Das Risiko ist zwar bei vernünftigem Umgang gering, allerdings zeigt es, dass die private Haftpflicht oft noch Lücken hat, selbst wenn Fluggeräte inkludiert sind.

Drohne© clautopdia / Fotolia.com

Weitere Versicherungen für die Drohne

Die Kosten für Schäden an der Drohne selbst werden ebenfalls nicht von der Haftpflicht übernommen. Wer ein sehr teures Fluggerät hat, könnte allerdings mit einer zusätzlichen Drohnen-Kaskoversicherung nachhelfen.

Wer als privater Flieger Sorgen wegen der Gefährdungshaftung hat oder das Fluggerät nicht nur als Freizeitgestaltung nutzen möchte, der sollte sich für eine Luftfahrthaftpflichtversicherung entscheiden. Sie ist zwar teurer als die Drohnenversicherung, inkludiert aber auch die Gefährdungshaftung.

Was ist außer der Drohnenversicherung noch wichtig?

Ohne eine Drohnenversicherung beziehungsweise ohne einen Versicherungsschutz sollte niemand eine Drohne abheben lassen. Aber das sind natürlich nicht die einzigen Vorsichtsmaßnahmen beim Betrieb einer Drohne. Wer unter Drogen- oder Alkoholeinfluss fliegt, der macht sich strafbar. Verbotene Flugzonen sind ebenfalls ein No-Go, dazu zählen Grundstücke anderer, Flugverbotszonen und Krankenhäuser. Zu guter Letzt sollte niemals außer Sichtweite geflogen werden.

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