Internet-Techniken

DSL oder Kabel - Wo liegen die Unterschiede?

Die meisten Internetanschlüsse werden noch immer über DSL realisiert - doch mit Kabelinternet hat der Zugang über die Telefonleitung starke Konkurrenz bekommen. Hier erfahren Sie, wo genau die Unterschiede zwischen den Techniken liegen.

DSL Anschluss© Silvano Rebai / Fotolia.com

Linden (red) - Die Buchse an der Wand macht den Unterschied: Wer mit DSL im Internet surft, nutzt dazu seine Telefonleitung, während Kabelinternet über die TV-Kabelleitung nach Hause kommt. Doch welche Technik leistet eigentlich mehr – DSL oder Kabel? Wo liegen die Unterschiede in Technik, Bandbreite und Kosten?

Geschwindigkeit: Highspeed-Internet für alle?

Die meisten Nutzer gehen via DSL bzw. VDSL ins Netz, in den vergangenen Jahren haben sich jedoch immer mehr Möglichkeiten aufgetan, online zu sein. Nahezu genau so alt wie die DSL-Technik und zunehmend gefragt ist Internet übers TV-Kabel. Kabelinternet liefert deutlich höhere Geschwindigkeiten als DSL und hat sich damit als ernsthafter Konkurrent für Telekom und Co. am Breitbandmarkt etabliert. Bis zu 500 Megabit pro Sekunde im Download sind vielerorts möglich. In ersten Gebieten lässt sich auch bereits Gigabit-Speed per Kabelnetz realisieren. Ähnliche Geschwindigkeiten erreichen nur wenige Glückliche, deren Internet bereits weitläufig über Glasfaser kommt.

Vergleicht man Standorte, an denen sowohl DSL als auch Kabel verfügbar ist, stellt man häufig fest, dass der Kabelanschluss das schnellere Internet in gleicher Preisklasse zu bieten hat. Die Geschwindigkeit der DSL-Leitung kann sehr unterschiedlich sein – je nachdem, welche Technik am Wohnort eingesetzt wird: Mit VDSL sind dreistellige Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s drin, Tendenz nach oben. Denn mit Super-Vectoring lassen sich VDSL-Anschlüsse auf bis zu 300 Mbit/s beschleunigen. Ausgebaut wird das Netz vielfach dort, wo es sich finanziell lohnt, nämlich in Ballungsgebieten. Ländliche Gebiete hingegen bleiben häufig auf der Strecke. Dennoch sind auch in diesen Regionen zunehmend auch schnellere Internetanschlüsse verfügbar.

Die DSL-Geschwindigkeit nimmt ab, je weiter der Hausanschluss vom nächsten Verteiler entfernt ist – anders als beim Kabelinternet, das sich nur bei deutlicher Mehrbelastung verlangsamt. Allerdings können DSL-Kunden schneller Daten versenden als Kabel-Kunden – denn der Upstream ist beim Kabelinternet immer noch um einiges langsamer als der Downstream. Dies dürfte sich mit Einführung des neuen Kabelübertragungsstandards DOCSIS 3.1 ändern. Dann lassen sich auch per Kabel deutlich höhere Upload-Bandbreiten realisieren.

Triple Play: Wer bietet Internet, Telefon und TV?

Im Prinzip ermöglichen sowohl Kabel als auch DSL eine Versorgung mit Internet, Telefon und Fernsehen. Anbieter gibt es zahlreiche. DSL und VDSL kommt beispielsweise von der Telekom, Vodafone, O2, 1&1 und vielen anderen. Etwas überschaubarer ist das Angebot im Kabelnetz. Hier hat man häufig nur einen großen Anbieter vor Ort, mit etwas Glück noch den ein oder anderen lokalen Kabelnetzbetreiber. Die großen Kabelnetzbetreiber sind Unitymedia, Vodafone Deutschland und PŸUR. Im Mai 2018 hatte Vodafone die Übernahme von Unitymedia bekanntgegeben. Die Kartellbehörden werden den Deal bis 2019 prüfen. Erteilen diese grünes Licht, so würde Vodafone in allen 16 Bundesländern über ein eigenes Kabelnetz verfügen - und der Telekom somit verstärkt Konkurrenz machen können.

Telefon und Fernsehen bei DSL und Kabel

Sowohl über DSL als auch über Kabel ist Triple Play möglich – Unterschiede finden sich im Detail. Beim Fernsehen hat das Kabel die Nase vorne. Denn bei DSL hängt die Möglichkeit zum Fernsehen von der Geschwindigkeit der Verbindung ab: Für Internet-TV muss die Leitung mindestens 16 Mbit/s Übertragungsvolumen bieten, diese Geschwindigkeit sollte zwar vielerorts locker möglich sein, die Praxis sieht besonders auf dem Land jedoch häufig anders aus.

Telefonieren hingegen ist problemlos über beide Techniken möglich, wenn auch man das beim Kabelanschluss vielleicht zuerst nicht vermutet. Telefonie läuft heute grundsätzlich über VoIP, analoge Anschlüsse werden nach und nach abgeschaltet. Bei der VoIP-Technik werden die Telefondaten einfach wie Daten aus dem Internet in kleinen Paketen durch die Datenleitung geschickt.

Verfügbarkeit von Kabel und DSL in Deutschland

Was die Verfügbarkeiten beider Techniken angeht, so sind diese sehr unterschiedlich. Gute Karten hat man immer in Städten oder Ballungsräumen, schlechter hingegen sieht es im ländlichen Raum aus. In punkto Verfügbarkeit gewinnt der DSL-Anschluss gegenüber dem Kabelinternet eindeutig: Die Anbieter erreichen über 95 Prozent der Haushalte – damit ist DSL praktisch überall in Deutschland verfügbar. Hierbei bleiben jedoch die teils sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten außen vor. Grundsätzlich – Ausnahmen bestätigen die Regel – kann man davon ausgehen, dass es auf dem Land in Teilen immer noch vergleichsweise langsames Festnetz-Internet gibt, dessen Geschwindigkeit jeden Stadtbewohner auf die Palme treiben würde. Kabelinternet ist im Gegensatz dazu zwar nahezu immer mit hoher Geschwindigkeit zu haben, jedoch nicht flächendeckend buchbar: Das Netz erreicht derzeit knapp zwei Drittel aller Haushalte.

DSL oder Kabel: Sind die Kosten entscheidend?

Breitbandinternet via Kabel zeichnet sich meist durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Sehr gute Leistungen bieten übrigens Internetanschlüsse über Glasfaser, die manche DSL-Anbieter im Programm haben. Diese sind allerdings nur für relativ wenige Kunden verfügbar. Preislich liegen sowohl Kabel als auch DSL in der gleichen Kategorie. Tarife sind ab rund 20 Euro monatlich zu haben. Tarife mit geringerer Geschwindigkeit oder potenzieller Drosselung bei Überschreiten des gebuchten Datenvolumens sind grundsätzlich günstiger als schnelle Tarife mit keiner oder einer höheren Datenvolumenbegrenzung. Hier gilt es abzuwägen, was man als Nutzer braucht und wie viel Zeit man tatsächlich im Netz verbringt.

Wer weder DSL noch Kabelinternet bekommt, kann alternativ auf Funktechniken wie LTE oder Satellit zurückgreifen.

Unterschiede bei der Technik

Ob man sich nun für DSL oder Kabel-Internet entscheidet: Die Technik, die man zu Hause installieren muss, ist ähnlich. Sowohl für VDSL auch als für Kabel gibt es Router, welche man je nach Technik in die Telefonbuchse oder die Multimedia-Dose einklinkt. Der Router sorgt anschließend für die Verteilung des Signales an Telefon, PCs, Tablets, Smartphones, TV und Co. Schließt man einen Tarif bei einem der Provider ab, kann man die nötige Technik kaufen oder mieten, oder aber man hat bereits einen Router, den man verwenden kann. Die Installation ist für die Kunden möglichst einfach gehalten, sodass diese jeder selber hinbekommen sollte. Im Zweifelsfall hilft aber auch der Kabel- oder DSL-Anbieter weiter.

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