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DSL-Anbieter wechseln bei laufendem Vertrag

Den DSL-Anbieter zu wechseln, wenn der Vertrag noch mehrere Monate lang läuft - geht das überhaupt? Unter welchen Voraussetzungen ist solch ein vorzeitiger Wechsel möglich? Und wann kann man außer der Reihe kündigen?

Internet-Anbieter© contrastwerkstatt / Fotolia.com

Der Weg ins Internet findet meist über einen DSL-Anschluss statt. Ein großer Vorteil: Man kann meist zwischen mehreren Anbietern wählen. Große Namen sind unter anderem die Deutsche Telekom, O2, Vodafone sowie 1&1. Trifft man allerdings eine falsche Entscheidung und ist weder mit dem Provider noch mit der Leistung zufrieden, dann kann es lange dauern, bis man vom Vertrag wieder loskommt. In der Regel lässt man sich mit einem DSL-Vertrag nämlich auf eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren ein.

Oder muss man vielleicht gar nicht so lange warten und kann schon vorher einen DSL-Wechsel zu einem anderen Anbieter vollziehen – noch während der Vertrag läuft?

Vertragsbindung besteht meist für 24 Monate

Der Optimalfall sieht so aus: Man bucht einen DSL-Vertrag mit einer 24-Monats-Bindung und ist mit der Leistung und dem Service des Providers zufrieden. Der Preis wird nicht erhöht und ein Umzug steht auch nicht an. Nun hat man aber vielleicht ein günstigeres Angebot gefunden und möchte wechseln. Für einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Vertrag gibt es in dem Fall keinen akzeptablen Grund, denn der Anbieter erbringt die vereinbarte Leistung. Man kann natürlich seine Kündigung jederzeit abschicken, aber die noch anfallenden Grundgebühren müssen trotzdem bis zum Ende der Laufzeit gezahlt werden.

Verpasst man die Kündigung, ist man erneut gebunden – in der Regel für weitere 12 Monate. Wer absehen kann, dass ein Wechsel kurzfristig nötig werden könnte (etwa durch einen Umzug), sollte von vornherein einen Vertrag mit monatlicher Kündigungsoption buchen.

Wann komme ich vorzeitig aus dem laufenden DSL-Vertrag?

Ein Wechsel ist unter bestimmten Umständen auch trotz laufenden Vertrags möglich. Es gibt verschiedene Szenarien, die einen vorzeitigen Wechsel möglich machen. Ein DSL-Wechsel ist vorzeitig möglich, wenn Anspruch auf eine außerordentliche Kündigung (Sonderkündigungsrecht) besteht. Dieses kann in mehreren Fällen eintreten, unter anderem bei einer Preiserhöhung.

Ein weiteres Beispiel wären andauernde Störungen wie ständige Verbindungsabbrüche, die eine "normale" Nutzung des Internets unmöglich machen. Kurzzeitige Störungen muss man als Nutzer aber in einem gewissen Rahmen tolerieren.

Ein weiterer Grund wäre ein Umzug. Dabei muss man allerdings aufpassen, denn das Sonderkündigungsrecht gilt nicht automatisch. Stattdessen muss der Vertrag weitergeführt werden, wenn der Provider die Leistung auch am neuen Wohnort erbringen kann. Nur wenn das nicht geht, kann man außerordentlich mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Ein Umzug ins Ausland rechtfertigt ebenfalls eine Kündigung.

Zu guter Letzt fällt in diese Thematik auch der Todesfall. Verstirbt ein Kunde, dann müssen die Erben dem Anbieter die Sterbeurkunde vorlegen, um die außerordentliche Kündigung zu erwirken.

Spezielle Angebote für Wechsler

Was kann man also tun, wenn man ein besseres Angebot findet, aber nicht sofort aus seinem DSL-Vertrag herauskommt? Viele Provider haben für genau diesen Fall, dass ein DSL-Wechsel aus dem laufenden Vertrag heraus erfolgt, spezielle Angebote parat. Das heißt, dass man als Wechselwilliger beispielsweise für die Zeitspanne, die der alte Vertrag noch läuft, beim neuen Anbieter keine Grundgebühr zahlen muss. So erspart man sich die doppelte Zahlung und der neue Provider kann schon jetzt einen neuen Kunden an Land ziehen.

Oder aber man wird nicht nur mit den Neukunden-Konditionen belohnt, sondern erhält zusätzlich noch einen Bonus von zum Beispiel 100 Euro. Von allen Lösungswegen ist dieser ganz klar der günstigste, deshalb sollte man sich auch nicht scheuen und beim neuen Wunschanbieter "an die Türe zu klopfen".

DSL-Wechsel, wenn der Vertrag noch läuft: Ein Fazit

Als DSL-Nutzer kann man seinen Anbieter theoretisch immer wechseln. Die Frage ist nur, ob man die noch ausstehenden Grundgebühren bis zum Vertragsende bezahlen muss. Ist das der Fall, dann ist die Suche nach einem attraktiven Wechselangebot die vernünftigste und preiswerteste Lösung. Man sollte sich also nicht von der Mindestlaufzeit beirren lassen, denn oft findet sich ein Weg für einen vorzeitigen Wechsel.

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