Grafik

Bild in Bewegung: Das GIF

Die Bezeichnung GIF steht für Graphics Interchange Format. Übersetzt werden kann das mit "Grafikaustausch-Format". Angefangen vom Smartphone-Touchscreen über den PC-Monitor bis hin zur Großbild-LCD-Werbefläche kann nahezu jeder Bildschirm GIFs visualisieren.

Notebook© Sergej Khackimullin / Fotolia.com

Erstmals fand das Bildformat GIF im Jahre 1987 Verwendung: Der amerikanische Internetpionier und einstweilen größte Serverdienst CompuServe integrierte GIFs in seine Webseiten und erkannte das Potenzial, das die Komprimierung der Grafik bot. Das zuvor standardmäßig genutzte RLE-Format (Run Length-Encording) beschränkte sich auf die Darstellung von Schwarz-Weiß-Konturen.

GIFs boomen

Mit GIFs fand ein Wandel in der boomenden Computerlandschaft statt – sowohl optisch als auch technisch. Denn die Kompression im LZW-Verfahren (Lempel Ziv Welsh) ermöglichte ein Versenden von bunten Einzelbildern sowie Animationen: Dank einer "verlustfreien Komprimierung" fanden Bilder in der Farbpalette auf 256-Bit-Ebene eine größere und insbesondere schnellere Verbreitung als Bilddateien in althergebrachten Formaten. Nicht zuletzt der Internetboom verhalf dem GIF zu seinem Durchbruch: Auch langsame Modems sowie Anschlüsse mit niedrigen Übertragungsraten konnten verhältnismäßig zügig GIFs laden.

GIFs erfreuen sich unter Programmierern und Grafikern einer großen Beliebtheit, da sowohl eigene als auch fremde Bilddateien ohne große Umstände variiert werden können. Urheberrechte der integrierten Bestandteile sind bei der Verbreitung jedoch natürlich zu beachten.

Eigenschaften und Einsatz von GIFs

GIF-Dokumente sind heute vor allem als animierte Bilddateien bekannt. Das Format GIF gilt als das grafische Pendant des PDF: Jedes aktuelle Computersystem kann ein GIF auflösen.

Derweil bestehen die Formate GIF und JPEG nebeneinander. Tatsächlich konnten JPEG-Dateien vielerorts ihren Vorläufer ersetzen, doch ab 2010 erlebten GIFs ein Comeback. Grund hierfür war die unkomplizierte Verbreitung von GIFs in sozialen Netzwerken. Der Platzhirsch im Social-Media-Bereich, Facebook, scheute zwar zunächst die Unterstützung von GIF-Grafiken, beugte sich jedoch letzten Endes dem Wunsch seiner User. Der geringe Speicherbedarf, den die GIF-Formatierung auszeichnet, birgt allerdings einen Nachteil: Die Reduzierung der Auflösung und Farbpalette senkt spürbar die Qualität.

GIFs erstellen, bearbeiten und versenden

Um ein GIF zu erstellen beziehungsweise zu bearbeiten, bedarf es keines Expertenwissens. Durchgesetzt hat sich bei der GIF-Erstellung das Programm GIMP (General Image Manipulation Program).

Zunächst muss der Nutzer eine Hintergrundfarbe auswählen. Diese dient der Transparenzzeichnung und kann von eingefügten Schriften beziehungsweise externen Elementen (Grafiken) entweder teilweise oder komplett überlegt werden. Der Anzahl dieser Zusatzelemente entsprechend müssen sogenannte Ebenen angelegt werden: Eine Ebene visualisiert einen Bestandteil, also ein Bild, ein Kommentar, ein Emoji etc. Die Ebenen lassen sich beliebig positionieren und können sich überlagern. So konfiguriert der Nutzer ein letztendlich animiertes, sprich bewegtes, Bild.

Abgespeichert mit der Endung .gif, lässt sich die Datei beliebig teilen. In einer E-Mail beispielsweise kann ein GIF entweder in die Textzeilen eingefügt oder als Anhang versendet werden.

GIFs bei WhatsApp

Wer GIFs über Messenger wie WhatsApp verbreiten will, überträgt diese entweder zunächst aufs Handy oder nutzt eine Web-Version auf dem PC. Letzteres gelingt via QR-Code-Scan.

Aktuelle WhatsApp-Versionen bieten überdies einen systeminternen Pool an GIFs über die Suchmaschine Giphy; der Messenger hat oberhalb der Eingabezeile ein passendes GIF-Icon integriert. Mithilfe der sogenannten Giphy-Tastatur können verschiedene GIFs ausgewählt und variiert werden. Die Auswahl an bewegten Bildern ist jedoch beschränkt, mehr Optionen bietet die mobile GIMP-Version. Die App formt auf dem Smartphone gespeicherte Inhalte (Bilder und Videos) in Sequenzen um und ist kostenlos im Play Store zu haben.

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