Nutzungsbedingungen

Legal streamen: Prime, Netflix und Co. gemeinsam nutzen

Beim Streamen ist die Verlockung sehr groß: Einfach das Netflix-Passwort an mehrere Freude weitergeben und schon sinken die monatlichen Kosten erheblich. Das ist bei den meisten Anbietern nicht erlaubt, bei manchen funktioniert es auch gar nicht.

Serien streamenNicht immer könne bei den Streaming-Anbietern mehrere Konten auch gleichzeitig genutzt werden.© daviles / Fotolia.com

Streaming-Dienste wie Amazon Prime, Netflix und Spotify bieten ihre Abonnements nicht nur für Einzelnutzer, sondern auch mehrere Personen an. Die gemeinschaftliche Nutzung eines Accounts bringt vor allem einen Vorteil - Kostenersparnis. Denn beim Teilen eines Streaming-Dienstes fällt der Anteil pro Person geringer aus als bei einer Einzelnutzung. Doch welche Konditionen rufen Amazon und Co. für das gemeinsame Streaming-Vergnügen auf?

Diese Möglichkeiten gibt es beim gemeinsamen streamen

Grundsätzlich bieten alle Streaming-Dienste die Option, einen Account zu aktivieren, der eine gemeinschaftliche Nutzung auf mehreren Geräten erlaubt. Für wie viele Personen dies möglich ist und welche Kosten dabei entstehen, hängt individuell vom Anbieter ab.

Mehrfach-Nutzung bei Spotify, Google Play Music und Apple Musik

Spitzenreiter bezüglich der Personenanzahl sind Spotify, Google Play Music und Apple Music. Hier können bis zu sechs Personen (Apple Music fünf) gemeinsam einen Account verwenden. Allerdings gibt es bei dem gemeinschaftlichen Gebrauch ein großes Aber. Denn streng genommen sehen Dienste die Nutzung für Familien beziehungsweise im gleichen Haushalt lebende Personen vor. Doch wie rigoros diese Regelung durchgesetzt wird, hängt wiederum individuell vom jeweiligen Streaming-Anbieter ab. Spotify beispielsweise sieht den Gebrauch ausdrücklich für Nutzer vor, die dieselbe Anschrift teilen. Apple zeigt sich kulanter und erlaubt die Verwendung unabhängig von der Wohnsituation. Zusammen gefasst:

  • Spotify Premium Family: 14,99 Euro/ Monat, 6 Konten für Mitglieder in einem Haushalt, Nutzung nur auf einem Gerät möglich (Ausnahme: Inhalte wurden heruntergeladen)
  • Google Play Musik: 14,99 Euro/ Monat, 6 Familienmitglieder, Nutzung auf bis zu 10 Geräten, parallele Nutzung möglich (Bei Youtube-Premium-Familientarif ist Google Play Musik enthalten)
  • Apple Musik Familien: 14,99 Euro/ Monat, Zugang für bis zu 6 Personen, parallele Nutzung möglich

Amazon Prime Video nur über einen Account

Bei Amazon Prime gibt es eine gemeinsame Nutzung nur in Hinblick auf die Versandvorteile. Wer Amazon Prime Video oder Amazon Prime Music aufrufen möchte, kann dies auf drei Geräten tun, die über einen Account laufen. Die Freigabe an mehrere Nutzer ist nicht möglich. Anders sieht es bei Konkurrent Netflix aus. Dieser bietet Abos an, die sich auf bis zu vier Geräten gleichzeitig nutzen lassen. Auch hier gibt es allerdings wieder die Einschränkung, dass alle Nutzer in einem Haushalt leben müssen. Für Familien oder Wohngemeinschaften stellt das gemeinschaftliche Streaming demnach kein Problem dar. Am strengsten verhält sich bisher Anbieter sky.

Anbieter** Stream-Flatrate* Anzahl Profile/ Geräte Offline-Modus Inhalte
Amazon Prime
Zum Paket
69 €/Jahr oder 7,99 €/Monat (monatlich kündbar)

30 Tage kostenlos testen!

1 Account/ parallele Nutzung auf max. 3 Geräten/ 2x dasselbe Video gleichzeitig ja (für iOS-, Android- und Fire-Geräte) u.a. American Gods, Prison Break, Vikings
Maxdome
Zum Paket
7,99 €/Monat (monatlich kündbar)

1 Monat kostenlos testen!

1 Account/ parallele Nutzung auf max. 4 Geräten/ nicht dasselbe Video gelichzeitig ja (für iOS-, Android- und WindowsPhone-Geräte) u.a. Akte X, Grey's Anatomy, jerks
Netflix
Zum Paket
ab 7,99 €/Monat (monatlich kündbar)

1 Monat kostenlos testen!

5 Profile/ parallele Nutzung auf max. 4 Geräten/ 4x dasselbe Video gleichzeitig ja u.a. Friends, Orange is the New Black, Stranger Things
Sky Ticket
Zum Paket
9,99 €/Monat (monatlich kündbar) 1 Account/ Anmeldung auf max. 4 Geräten/ Nutzung immer nur auf einem Gerät ja u.a. Game of Thrones, Westworld, Die Sopranos

*Außerhalb einer Stream-Flatrate können Kosten für Einzelabrufe anfallen.

**Wir nutzen an dieser Stelle Partnerlinks, die Nutzer auf Seiten Dritter führen. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision (Stand: November 2019).

Grauzonen und Verbote beim Teilen eines Accounts

Der Vorteil für mehrere Personen - die Kostenersparnis - bedeutet für Streaming-Anbieter natürlich Umsatzeinbußen. Dass es bei der Nutzung daher Grauzonen und Verbote gibt, ist nicht verwunderlich. Zumal der Streaming-Markt hart umkämpft ist. Gegenwärtig sehen sich die Anbieter mit dem Problem der illegalen Passwort-Weitergabe konfrontiert. Die Schwierigkeit besteht darin, diese nachzuweisen beziehungsweise rechtlich zu ahnden. Deshalb halten sich die Anbieter diesbezüglich eher zurück. Viele setzen eher auf den Vorteil, ihre Reichweite zu erhöhen. Die Weitergabe von Zugangsdaten wird daher häufig billigend in Kauf genommen. Auch lassen sich bei Streaming-Diensten Grauzonen nutzen. Sieht ein Anbieter beispielsweise vor, dass alle Nutzer einem Haushalt angehören müssen, ist damit noch nicht immer explizit dieselbe Adresse gefordert. Fehlende Eindeutigkeit in den Nutzungsbedingungen stellt damit häufig ein Schlupfloch dar.

Wichtig zu wissen ist allerdings: Wenn Streaming-Dienste sich die Mühe machen und Verstöße ahnden, haftet immer der jeweilige Account-Inhaber. Wer seinen Account teilen möchte, sollte daher ein gewisses Vertrauensverhältnis zu den anderen Nutzern pflegen. Auch, wenn keine rechtlichen Konsequenzen drohen, einen Account gegebenenfalls sperren kann ein Streaming-Anbieter trotzdem. Wer sich also auf der sicheren Seite bewegen möchte, sollte sich an die jeweiligen Nutzungsbedingungen halten.

War dieser Artikel hilfreich? 4,4

Wissenswertes zum Thema
Zum Seitenanfang
Der BT-Navigator
Quicklinks