Klangerlebnis

Musik aus dem Netz: kaufen, speichern, weitergeben

Musik wird immer öfter im Netz statt im Einzelhandel erworben, das liegt auch daran, dass herkömmliche Tonträger weitaus mehr Platz wegnehmen als eine Musikdatei. Doch welcher Shop ist empfehlenswert und worauf muss man beim Kauf im Netz achten?

Internet-Anschluss© Aaron Chen / Fotolia.com

Inzwischen existiert ein reger Wettbewerb zwischen Online-Musikanbietern. Verbraucher können bei diversen Diensten - von Amazon Music über Spotify, Deezer, Tidal, Apple Music bis zu Google Play Music, um nur ein paar zu nennen - online Musik kaufen, anhören und sie in der Cloud speichern.

Wo man im Netz legal Musik hören kann

In Deutschland gibt es mehrere Dutzend legale Anbieter für Musik-Downloads. Dazu gehören der iTunes-Store von Apple, Amazon, Musicload und viele mehr. Dabei gibt es jedoch ein paar Details zu beachten: Wenn man sich eine CD ins heimische Regal stellt, besitzt man erst einmal einen wirklichen Gegenstand, der einem nicht weggenommen werden kann und den man beispielsweise auf dem nächsten Flohmarkt weiterverkaufen kann. Bei online erworbener Musik ist das nicht ganz so einfach. Zuerst einmal gelten für diese zwar die gleichen Gesetze wie für physische Tonträger, inklusive Urheberrecht, aber der Musikanbieter kann die Endnutzerrechte durch seine AGB einschränken.

So dürfen Klauseln die Kunden nicht exzessive benachteiligen oder komplett überraschend sein. Um das festzustellen muss man aber erst einmal das Kleingedruckte überhaupt lesen und dann oft auch noch rechtliches Hintergrundwissen haben. Folglich ist man dem Anbieter immer ein stückweit ausgeliefert. Häufigste Klausel: Man erwirbt gar nicht die Musik selbst, sondern gewisse Nutzungsrechte vom Anbieter. Hier sollte man aufpassen, denn bei einer Kündigung des eigenen Kontos seitens des Anbieters hat man oft keinen Zugriff mehr auf die Musik. Daher gilt: Alles was man erwirbt, lädt man am besten sofort auch herunter.

Das Streaming-Modell als Alternative

Immer populärer wird dabei das Streaming-Modell, bei dem man die Musik gar nicht erst herunterlädt, sondern direkt online hört. Streaming hat den Vorteil, dass es geräteunabhängig ist und man es dadurch auf PC, Smartphone, Tablet und sogar Smart-TVs nutzen kann.

Dabei gibt es diverse Ausführungen des Modells: In der Regel erwirbt man die Musik gar nicht, sondern zahlt für ein monatliches Abo, das einem Zugriff auf die gesamte Musikbibliothek des Anbieters gibt. Dabei kann man dann Musik nach Genres sortiert hören, eigene Playlists gestalten und bekommt bei manchen Anbietern sogar Vorschläge, welche Musik noch dem persönlichen Geschmack entsprechen könnte. Weitere Faktoren bei der Anbieterwahl sind dann die Offline-Verfügbarkeit der Musik, Integration der eigenen Musikbibliothek oder beispielsweise die gleichzeitige Nutzbarkeit mit der gesamten Familie.

Was Musik aus dem Netz kostet

Beim Streamen beginnt die Preisspanne bei kostenlosen Angeboten, die jedoch oft Werbung enthalten und weit weniger Features bieten als ihre kostenpflichtigen Kollegen. Neben dem normalen Abo bieten viele Anbieter außerdem Studenten- oder Familientarife an, die einen deutlichen Preisvorteil bieten können. Dazu kommen natürlich noch die Kosten fürs Internet. Ist man gerade zu Hause (und das eigenen Netz schnell genug, um flüssig Musik hören zu können), stellt das meist kein Problem dar, aber wenn man unterwegs mit Smartphone oder Tablet seine Musik genießen möchte, kann schnell einiges an mobilem Datenvolumen anfallen. Ein Lied ist je nach Länge und Qualität meist um die fünf bis zehn Megabyte groß. Eine entsprechend große Internet-Flat ist nötig oder eben die Möglichkeit, Songs offline zu hören.

Streaming-Angebote im Vergleich

Anbieter Anzahl
Titel
Gratis
testen
Zubuchbar zum Handtarif Monatlicher
Preis
Familien
Zugang
Amazon Music Unlimited 40 Mio. 30 Tage ab 7,99 Euro 14,99 Euro
Apple 30 Mio. 90 Tage 9,99 Euro 14,99 Euro
Deezer Logo 40 Mio. 30 Tage Vodafone 9,99 Euro 14,99 Euro
Google Play 35 Mio. 30 Tage 9,99 Euro 14,99 Euro
napster 40 Mio. 30 Tage diverse ab 7,95 Euro
Juke 46 Mio. 30 Tage 9,99 Euro
spotify 30 Mio. 30 Tage Telekom 9,99 Euro 14,99 Euro

Die Privatkopie und andere Rechtsfragen

Hat man erst einmal eine MP3-Datei auf dem Rechner, gelten die gleichen Privatkopie-Regelungen wie auch bei CDs. Sicherungskopien oder eine gebrannte CD fürs Auto sind also unproblematisch, nur an Dritte weitergeben oder gar verkaufen darf man die Musik nicht. Auch soll an dieser Stelle der Kopierschutz erwähnt sein. So ist es illegal, wirksame Kopierschutzmaßnahmen aktiv zu umgehen. Dabei ist wirksam das Stichwort: Wer den Schutz beim Vervielfältigen gar nicht bemerkt, ist er wohl kaum als wirksam zu bezeichnen.

Noch ein Wort zu Youtube und Co., weil viele von dort Videos und Musik downloaden und nutzen: Laut Gesetz ist der Download eines Onlinevideos für den Privatgebrauch erlaubt, solange dieses nicht "offensichtlich rechtswidrig" ist. An dieser Stelle versucht Youtube selbst, einen Strich durch die Rechnung zu machen, in dem die AGB das Herunterladen verbieten. In Deutschland sind diese AGB aber erst rechtskräftig, wenn man ihnen zustimmt, in dem man einen Account anlegt. Dies gilt wie erwähnt nur für den Privatgebrauch!

Musik online speichern

Ein weitere Idee sind cloudbasierte Angebote. Wo einige Online-Speicher mit einer halbswegs großen Musikbibliothek schnell überfüllt sind, bieten spezialisierte Angebote wie zum Beispiel MyMusicCloud mehr Platz, einfache Synchronisation sowie die Möglichkeit, unkompliziert Musik nachzukaufen. Auf ihre Musik können Nutzer dadurch von überall zugreifen. Unschlagbarer Vorteil der Cloud: Egal, welche technischen Pannen oder heimischen Katastrophen passieren, die eigenen Musik ist sicher und man kann sie einfach erneut herunterladen.

Sicherheitskopien sollte jeder machen

So man keinen Cloud-Service nutzt, sollte man von der eigenen Musik wie von allen wichtigen Daten Sicherheitskopien machen. Möglichkeiten der heimischen Sicherung sind dabei externe Festplatten und DVDs, wobei auch diese wiederum den Geist aufgeben können und nur eine beschränkte Lebensdauer haben. Sinnvoll ist deshalb, mehrere Sicherungskopien auf verschiedenen Geräten zu haben – am besten an verschiedenen Orten. Am technisch sichersten ist und bleibt die Cloud, denn ein guter Cloud-Anbieter ist auch auf Katastrophen auf nationaler oder sogar internationaler Ebene vorbereitet. Dafür bekommt man dabei einen komplett neuen Satz Probleme: Was passiert, wenn der Anbieter pleite geht? Wie ernst nimmt der Anbieter Datenschutz und Co.?

Oder einfach Retro

Wem das Konsumieren der Musik über das Internet zu kompliziert oder aufwendig ist, oder wem dabei einfach das Flair fehlt, der muss nicht gleich verzagen. Zwar verschwinden CD und DVD immer mehr aus unserer Gesellschaft, aber dafür ist ein noch älterer Bekannter wieder im Aufwind: Die Schallplatte. Als kleines Beispiel gibt es allein bei Amazon.de über zwei Millionen verschiedene Vinyl-Platten – für all diejenigen, die ihre Musik gerne "greifbar" haben.

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