Datenschutz

So wehren Sie sich gegen Street View

Bei "Google Street View" handelt es sich um einen Dienst, mit dem Umgebungen über 360-Grad-Aufnahmen online erkundet werden können. Aber nicht jeder möchte sein Haus oder gar Gesicht veröffentlich sehen. Hier gibt es Hintergrundinfos, auch dazu, wie man sich wehren kann.

Datenaustausch© Julien Eichinger / Fotolia.com

Die meisten Internet- und Smartphone-Nutzer werden den Online-Dienst "Google Street View" des Suchmaschinenriesen Google kennen. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung für Google Maps (Kartendienst), die 360-Grad-Aufnahmen bereitstellt. Ausgangspunkt ist immer die Straßenperspektive, sodass man mit dem Online-Dienst virtuell und von zu Hause aus durch die Straßen "fahren" kann. Der Service kam am 25. Mai 2007 auf den Markt, in Deutschland starteten die ersten Aufnahmen mit den sogenannten Street-View-Fahrzeugen mit Juli 2008.

Begegnung mit einem Google-Auto jederzeit möglich

Die Lage ist in Deutschland in Bezug auf Google Street View nicht ganz einfach. Vor allem seit der neuen DSGVO-Verordnung, denn dadurch darf Google theoretisch nur dann ein Haus zeigen, wenn die Bewohner auf den Konzern zukommen und grünes Licht geben. Anfang 2019 muss sich das Unternehmen darüber aber keine Sorgen machen, denn bereits seit 2010 gibt es keine Street-View-Fahrten mehr. Das liegt unter anderem daran, weil die Vorab-Verpixelung damals zu aufwendig war und Fehler produzierte. Momentan greift man also auf "veraltetes" Material zurück.

Das heißt aber nicht, dass man in Deutschland keine Street-View-Autos mehr sieht. Das widerspricht sich auf den ersten Blick, hat aber einen einfachen Hintergrund: Die neuen Aufnahmen werden nicht für Street View, sondern für die Aktualisierung von Google Maps verwendet. So gesehen kann man also jederzeit ein Kamera-Auto des Konzerns auf deutschen Straßen sehen.

Wie sieht die Rechtslage in Bezug auf Häuser und Gesichter aus?

Wie bereits zuvor erwähnt, hat es Google durch die neue DSGVO-Verordnung noch schwerer. Somit gibt es derzeit auch keine Pläne für neue Aufnahmen. Vor dem neuen Gesetz durfte Google von öffentlichen Straßen aus völlig legal Häuser zeigen, aber auch damals schon konnte man dagegen widersprechen (Verbraucherzentralen rieten auch dazu). Bei Personen/Gesichtern ist es einfacher: Da jeder ein "Recht am eigenen Bild" hat, darf niemand – auch ein Gigant wie Google nicht – ungefragt Gesichter zeigen. Diese werden somit von Haus aus unkenntlich gemacht.

Man kann sich gegen Google Street View wehren!

Mit Einführung der DSGVO müssen sich deutsche Bürger grundsätzlich keine Sorgen mehr um ihr Haus/Gesicht in Google Street View machen. Sollte es jedoch in der Vergangenheit dazu gekommen sein, dann kann man auch heute noch bei Google jederzeit Widerspruch einlegen (Link weiter unten). In so einem Fall muss das Unternehmen nachbessern. Vor allem zum Start des Online-Dienstes häuften sich die Beschwerden und Anträge (mehrere Hunderttausend), seit 2010 sind die Befürchtungen auf unverpixeltes Privateigentum aber unbegründet, da es wie erwähnt keine Neuaufnahmen mehr gibt.

Street View und er Datenskandal von 2010

Grund für den Google-Street-View-Rückzug in Deutschland war nicht nur der zu hohe Aufwand an Verpixelungs-Anträgen, sondern es war auch ein Datenskandal 2010. Die eingesetzten Kamera-Fahrzeuge haben nämlich nicht nur Straßenaufnahmen gesammelt, auch persönliche Daten aus ungeschützten WLAN-Netzwerken waren mit dabei. Google selbst will davon nichts gewusst haben, erst das deutsche Verbraucherschutzministerium habe den Suchmaschinenriesen darauf aufmerksam gemacht. Der Konzern spricht davon, diesen Skandal zu bedauern und dabei "schwer versagt" zu haben. Demnach versuchte man erst gar nicht etwas zu vertuschen und richtete sich mit Entschuldigungen an die Öffentlichkeit.

Wissenswertes zum Thema
Weiterführende Links
Zum Seitenanfang
Der BT-Navigator
Quicklinks