Smartphone-Gaming

Spiele-Apps und Datenschutz: Welche Berechtigungen sind okay?

Viele Spiele-Apps fordern Berechtigungen ein, die dem Nutzer nicht ganz geheuer sein mögen. Sollte man einer App Zugriff auf sein Adressbuch oder seinen Standort gewähren? Zum Glück kann man Apps aber auch Rechte noch im Nachhinein entziehen.

Datenschutzbestimmungen© Wilm Ihlenfeld / Fotolia.com

Die Fahrt mit dem Bus vertreibt man sich gerne mit Spiele-Apps auf dem Smartphone, auch bei Langeweile dienen sie als idealer Zeitvertreib. Da viele von ihnen kostenlos sind, macht man sich nach dem Klick auf "Installieren" meist keine großen Gedanken mehr. Einerseits nachvollziehbar, denn der Fokus liegt auf dem Spielen und nicht auf dem Lesen von Zugriffsberechtigungen und Fußnoten. Doch sollte man sich ein paar Momente Zeit dafür nehmen, denn nicht jede Berechtigung ist sinnvoll und notwendig.

Und: Längst nicht alle Anwendungen erfüllen die Vorgaben des Datenschutzrechts und halten sich an die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Der Nutzer selbst bekommt nach der Einwilligung und Installation wenig davon mit, wohin der Anbieter welche Daten überträgt und wie er diese auswertet.

Welche Berechtigungen sind bei Spiele-Apps nötig?

Wenn man sich Games über den Store auf sein Handy lädt, dann sind Zugriffe auf bestimmte Funktionen des Handys normal und erforderlich. Die genauen Punkte sind von App zu App unterschiedlich und hängen von deren Funktion und Aufgaben ab. Wird bei Pokémon Go die Umgebung abgesucht, dann ist der Zugriff auf die Kamera notwendig. Möchte man den nächstgelegenen PokéStop finden, benötigt die App die Standortdaten des Nutzers.

In vielen Fällen wird aber auch auf Daten zugegriffen, die für den Betrieb gar nicht benötigt werden. Sei es das Adressbuch, Nachrichten oder auch Standortdaten. Manchmal wird sogar die Gerätenummer beziehungsweise der Mobilfunkanbieter abgefragt, besonders ärgerlich ist die unverschlüsselte Übertragung von persönlichen Informationen und Daten.

Nicht alle Spiele-Apps sind datenschutzkonform

Was sind nun aber "faire" und "unfaire" Spiele-Apps? In die erste Kategorie fallen Programme, die wirklich nur auf die nötigsten Schnittstellen zugreifen und sich außerdem an die Datenschutz-Grundverordnung halten. "Unfaire" Spieleapps wiederum sorgen zwar auch für Unterhaltung, sie nehmen sich aber mehr Rechte als eigentlich notwendig. Das Problem daran ist, dass man als Nutzer persönliche Daten freigeben muss und über deren weitere Verwendung im Unklaren gelassen wird; zudem ist es für den Laien schwer, zu entscheiden, ob eine App die Gesetze achtet.

Das Sicherheitsunternehmen Appvisory hat in einem Test Mitte 2018 festgestellt, dass etwa die Hälfte der Apps sich nicht an die Bestimmungen der DSGVO halten, teilweise fehlt auch die Verschlüsselung.

Ein Blick in die Berechtigungen ist daher immer zu empfehlen, wenn man auch die rechtliche Seite nicht beurteilen kann. Im Play Store beispielsweise werden die erforderlichen Berechtigungen unter "Zusätzliche Informationen" zur App aufgeführt. Hier wird gezeigt, auf was das kleine Programm nach der Installation alles zugreifen möchte. Natürlich können sich diese Informationen aufgrund von Updates auch ändern. Ist die Installation schon länger her, schaut man lieber direkt auf seinem Gerät nach.

Berechtigungen verwalten

Berechtigungen lassen sich auch im Nachhinein verwalten und gegebenenfalls wieder entziehen. Das heißt: Ist die App schon installiert, öffnet man die Einstellungen, ruft die App-Übersicht auf und tippt auf das gewünschte Programm. Danach lassen sich sowohl bei Android als auch bei iOS die Berechtigungen ansehen und bei Bedarf deaktivieren. Dabei sollte man natürlich auch mit Bedacht vorgehen, damit man nicht wichtige Berechtigungen ausschaltet. Möchte man mit der App dann eine Aktion ausführen, bietet sich jedoch oft die Möglichkeit, die entsprechende Berechtigung wieder einzuschalten, wenn dies für den Spielablauf nötig ist.

Wem der Datenschutz und die Privatsphäre wichtig sind, der kann auch generell von zu informationshungrigen Apps Abstand nehmen. Passen die Zugriffs-Anforderungen mit den Funktionen des Programms überein, dann ist eine Installation in der Regel okay. Werden aber beispielsweise ohne ersichtlichen Grund Zugriff auf das Adressbuch und die Standortdaten verlangt, dann ist das Ausweichen auf eine alternative App klüger.

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