Vor- und Nachteile

IP-Umstellung bei der Telekom: Das sollten Kunden wissen

Die Telekom stellt nach und nach alle ihre klassischen, analogen Anschlüsse auf IP, also digitale Technik, um. Viele Kunden sind davon betroffen. Doch was ändert sich eigentlich konkret? Dinge, die Kunden wissen sollten.

Telekom© Deutsche Telekom AG

Die Wettbewerber der Telekom setzten schon länger auf die IP-Technologie, auch das Festnetz der Telekom wird seit 2016 unter Hochdruck von analoger Technik auf die digitale IP-Technik umgestellt. Dabei erfolgen Telefonate per VoIP, also über das Internet. Ursprünglich hatte die Telekom den Abschluss der IP-Umstellung bis 2018 geplant, es dauert aber doch etwas länger. Kunden müssen einiges beachten.

Warum erfolgt die IP-Umstellung?

Die analoge Technik ist nicht mehr auf dem Stand der Zeit. Sie zu pflegen wird immer kosten- und zeitaufwändiger. Viele Ersatzteile sind gar nicht mehr erhältlich. Zudem ist die Nutzung der IP-Technik für die Telekom kostengünstiger. Außerdem sind IP-Anschlüsse laut Telekom für das Breitbandnetz der Zukunft die Voraussetzung. "Ohne IP-Anschluss kein Vectoring und kein Supervectoring", so eine Telekom-Sprecherin.

Wie ist der aktuelle Stand bei der IP-Umstellung?

Die IP-Umstellung startete 2016 in 53 deutschen Großstädten. Erst danach wurde das klassischen Festnetz in den ländlichen Regionen ins Visier genommen. Das ursprüngliche Ziel eines Abschlusses der IP-Umstellung bis Ende 2018 konnte jedoch nicht eingehalten werden. Ende Mai 2019 teilte die Telekom mit, dass schon über 90 Prozent der im Bestand befindlichen Kundenanschlüsse auf Basis der IP-Technologie realisiert werden. Pro Monat würden rund 300.000 Anschlüsse auf IP umgeschaltet. Geplant sei ein Abschluss der IP-Umstellung der Anschlüsse von Privatkunden noch im Jahr 2019. Bei Geschäftskunden soll die IP-Umstellung 2020 beendet werden.

Warum wird Telekom-Nutzern gekündigt?

Bei der Umstellung kommt es zur Kündigung von Verträgen seitens der Telekom. Der Anbieter möchte alle Kunden auf IP-Technik umstellen und aus Effizienzgründen nicht parallel zwei Netze betreiben. Kunden, die eine Doppel-Flat für Internet und Telefon noch mit einem klassischen Telefonanschluss nutzen, werden deshalb mehrere Monate vor Ablauf ihrer Vertragslaufzeit entsprechend informiert und erhalten eine ordentliche Kündigung ihres Vertrages. Betroffene Kunden müssen sich demnach um einen neuen Vertrag kümmern, entweder bei der Telekom oder bei einem anderen Provider. Lehnt der Kunde eine Umstellung ab oder reagiert er gar nicht, wird der Anschluss der Telekom zufolge nach dem Ende der Vertragslaufzeit abgeschaltet.

Welche Vor- und Nachteile hat die VoIP-Telefonie?

Durch die IP-Umstellung werden Bandbreiten-Kapazitäten frei, die bislang von der analogen Telefonie belegt wurden. Damit werden schnellere Internetanschlüsse möglich. Profitieren sollen Kunden mit IP-Anschluss auch von einer verbesserten Sprachqualität wie HD Voice. Die Kinderkrankheiten von VoIP, wie schlechte Telefonqualität, sind schon lange behoben. Der Nachteil eines IP-Anschlusses: Bei einer Störung des Anschlusses sind weder Internet noch Telefonie nutzbar. Das ist etwa auch bei einem Stromausfall der Fall, der erforderliche Router ist dann außer Betrieb. Bei einem Notfall muss bei solchen Situationen auf den Mobilfunk zurückgegriffen werden.

Ist ein neuer Router erforderlich?

Ist der Router schon recht alt, so sollte man überprüfen, ob dieser überhaupt VoIP unterstützt. Ist das nicht der Fall, so muss ein neuer Router erworben bzw. gemietet werden. Dank der Routerfreiheit kann ein eigener Router im Handel gekauft werden. Alternativ kann man auch einen VoIP-fähigen Miet- oder Kaufrouter des Providers nutzen. Die erforderlichen VoIP-Zugangsdaten erhalten Kunden von der Telekom.

Was passiert am Tag der IP-Umstellung?

Es ist soweit: Die IP-Umstellung des Anschlusses ist vollzogen. Nun sind die Kunden gefordert, da sie kompatible neue Hardware wie einen Router entsprechend anschließen müssen. In der Benutzeroberfläche des Routers im Browser lassen sich der Internet- und Telefonzugang in der Regel recht komfortabel einrichten. Und danach surfen und telefonieren Telekom-Kunden per IP-Anschluss.

Sollte ich Telekom-Kunde bleiben?

Kunden, die bereit sind, einen neuen Vertrag bei der Telekom selbst abzuschließen, können sich für die aktuellen MagentaZuhause-Tarife entscheiden. Da jedoch auch die Konkurrenz Telefonie über VoIP realisiert und möglicherweise auch Kabelinternet eine Option ist, lohnt sich ein Tarifvergleich auf jeden Fall. Im Detail unterscheiden sich die Tarifkonditionen und Aktionsvorteile. So lassen sich unter Umständen etliche Euro sparen.

Günstige Internet-Tarife finden

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