In-App-Käufe und Co.

Wenn in Handy-Spielen versteckte Kosten lauern

Die App-Shops wimmeln von Spielen, und eine große Anzahl davon ist kostenlos zu haben. Doch es können auch versteckte Kosten anfallen, gern in Form von In-App-Käufen. Worauf man achten sollte!

Pokémon Go© Tumisu / pixabay.com

Das Smartphone dient gern als Spielmaschine für unterwegs. Großer Bildschirm, viel Leistung und eine riesengroße Auswahl an Spielen im Store. Auch der Kostenfaktor spielt dem Nutzer in die Karten, denn sehr viele Apps sind kostenlos. Zumindest ist es auf den ersten Blick so, auf den zweiten Blick sieht es manchmal etwas anders aus. Dem Begriff "kostenlos" darf man also durchaus skeptisch gegenüberstehen, hier können sich dennoch Kostenfallen verbergen.

Welche Bezahlmodelle gibt es eigentlich bei Handy-Spielen? Die einfachste Möglichkeit, für ein Handy-Game zu bezahlen, ist natürlich der Einmalkauf der jeweiligen Anwendung. Der Name ist Programm, denn für die App muss nur einmal bezahlt werden. Der Vorteil daran ist, dass man von Anfang an über die genauen Kosten Bescheid weiß. Doch es geht auch anders.

Häufiges Modell: Free-to-play und In-App-Käufe

Wenn ein Game im Store als gratis angeboten wird, dann stimmt dieser Grundsatz auch. In der Branchensprache nennt man das Ganze Free-to-play, was bedeutet, dass der Nutzer den grundlegenden Spielinhalt auch tatsächlich ohne Entstehung von Kosten spielen kann. Es gibt jedoch Zusatzangebote, für die dann doch Geld anfällt.

Meist gibt es auch nicht-zahlende Kunde keine Abstriche etwa beim Levelaufstieg usw., doch dennoch lockt oft der Einsatz von sogenannten In-App-Käufen, also Käufen innerhalb einer grundsätzlich kostenlosen App. Das heißt, dass man als Spieler durch den Kauf von virtuellen Ausrüstungsgegenständen, Münzen oder Ähnlichem Vorteile gegenüber den anderen erhalten kann. Wer also echtes Geld investiert, der kommt bei Handy-Spielen meist schneller ans Ziel. Die eingesetzten Beträge mögen dabei nicht groß sein, doch wer häufiger zugreift, gibt schnell mehr aus, als er vielleicht einmalig für eine App investiert hätte.

Werbefreiheit gegen Aufpreis

Ein weiteres Geschäftsmodell hat mit dem Thema Werbung zu tun. Bei kostenlosen Handy-Spielen ist es oftmals so, dass diese durch den Einsatz von Werbung finanziert werden. Für die Anbieter eine meist lukrative Strategie, denn sie können die App selbst gratis anbieten und verdienen trotzdem mit der Werbung. Stört den Nutzer diese doch zu sehr, dann lässt sie sich teilweise deaktivieren - natürlich nur gegen Aufpreis.

Ein wenig beachteter Nachteil von Werbung

Die Werbung in kostenlosen Handy-Spielen hat nicht nur einen Störfaktor, sondern sie macht auch den Akku schneller leer und das Smartphone langsamer. Vielen ist dies gar nicht bewusst. Natürlich ist dieser Punkt im Großen und Ganzen harmlos, allerdings ist es trotzdem nicht verkehrt, darüber Bescheid zu wissen.

Wie versteckte Kosten bei Handy-Spielen zur Falle werden

Gerade In-App-Käufe können als "versteckte Kosten" bezeichnet werden, obwohl die Stores darauf hinweisen, wenn eine App auf dieses Modell setzt. Zwar würde sich ein kostenloses Spiel durchaus ohne Geldinvestition zocken lassen, doch der Reiz eines schnelleren Erfolgs lässt nicht selten eine vernünftige Entscheidung außen vor. Genau daraus resultiert auch die Kostenfalle, denn die Anbieter wissen davon und setzen auf diesen Zug. Die größte Gefahr lauert dann, wenn ein Level ganz knapp nicht geschafft wird, dies aber mit dem Kauf kostenpflichtiger Items noch gedreht werden kann. In solch einer Situation bleibt nicht viel Zeit zum Nachdenken und man nimmt das Angebot in Anspruch. Meistens geht es zum Glück nur um kleinere Beträge, doch die vom Anbieter gestellte "Falle" schnappt in diesem Fall erfolgreich zu.

Kind mit SmartphoneSeine Kinder sollte man über die Gefahren versteckter Kosten in Handy-Spielen hinweisen.© goodluz / Fotolia.com

Kinder und der Umgang mit In-App-Käufen

Ganz besondere Vorsicht ist natürlich geboten, wenn Kinder Zugriff auf Spiele haben, bei denen In-App-Käufe getätigt werden können. Käufe werden teilweise sogar ins Spiel integriert, sodass nicht immer gleich erkennbar ist, dass echtes Geld ausgegeben wird. Neben der Aufklärung des Nachwuchses sollte man sicherstellen, dass Bezahlfunktionen gesperrt sind, man keine Informationen wie Kreditkartendaten bei der Anmeldung des Handys hinterlegt oder Bezahlvorgänge im Store mit einem Passwort geschützt sind. Bei Google und Apple kann man Art Familienfreigabe nutzen, bei der eine Anfrage ans "Familienoberhaupt" geschickt werden muss, bevor man eine App kauft. Möchte man seinen Kindern den Kauf von Apps oder In-App-Gegenständen gestatten, sollte man keine Kreditkarteninfos hinterlegen, sondern Aufladekarten nutzen.

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