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Welcher Breitband-Zugang wann passt

Nicht immer gibt es DSL oder Kabel-Internet, manchmal muss man auf eine Sat- oder Funklösung ausweichen. Welcher Zugang geeignet ist und was man dafür braucht!

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Berlin - Der Branchenverband Bitkom gibt Tipps, wie der Umstieg oder Einstieg in die breitbandige Internetwelt funktioniert.

1. Welcher Zugang ist der beste?

In welchen Gegenden welche Zugänge angeboten werden, steht zum Beispiel unter breitbandatlas.de. Bei DSL und Breitband via Kabel sind Flatrate-Tarife schon lange Standard. Diese Angebote sind wegen der hohen Bandbreiten besonders allen Vielsurfern und Nutzern mit sehr hohem Datenaufkommen zu empfehlen – etwa für Video- und Musik-Streaming, Internet-Telefonie, Web-TV und Internet-Radio.

Auch Mobilfunktarife per LTE- und UMTS sind erheblich günstiger geworden und können für viele Nutzer das optimale Angebot sein. Schnelles LTE eignet sich zum einen für Regionen, in denen DSL oder Breitband-Kabel nicht zur Verfügung stehen, zum anderen auch als günstige Alternative für Surfer mit durchschnittlichem oder geringem Datenvolumen. Für Nutzer, die viel unterwegs sind, gibt es praktisch keine Alternative zu LTE bzw. UMTS. Allerdings ist das monatlich nutzbare Highspeed-Datenvolumen in den Mobilfunktarifen beschränkt. Tarife mit unbegrenztem, schnellen Datenvolumen sind selten und recht teuer.

In einzelnen Regionen werden auch Funklösungen auf Basis von WLAN oder WiMAX angeboten. Die Nutzung dieser Angebote ist jedoch auf das jeweilige Gebiet beschränkt. Zudem wird anders als bei LTE und UMTS keine mobile Nutzung unterstützt. WiMAX konnte sich in Deutschland aber nicht durchsetzen. Funklösungen in Form von WLAN-Hotspots von Providern oder als öffentliche WLAN-Zugänge finden dagegen zunehmend Verbreitung. Auch unterwegs lässt sich mit dem Smartphone, Tablet oder Notebook über WLAN-Hotspots schnell im Internet surfen.

In Gegenden ohne DSL, Kabel oder Funk kann nur über Satellit schnell gesurft werden. Aufgrund der langen Übertragungswege durch das Weltall dauert der Aufbau der Seiten ein wenig länger. Besonders bei interaktiven Spielen, in denen es auf geringe Reaktionszeiten ankommt, kann das problematisch werden.

2. Welche Geräte braucht man für die einzelnen Zugangsarten?

DSL: Für DSL braucht man neben dem Telefonanschluss ein DSL-Modem. Heute enthält ein Router in der Regel ein integriertes DSL-Modem. Über einen Router können auch mehrere PCs über den DSL-Anschluss gleichzeitig surfen. Außerdem ist vielfach ein WLAN-Modul eingebaut. Mit ihm können die PCs drahtlos mit dem DSL-Modem/Router vernetzt werden. Damit entfällt eine Netzwerkverkabelung per LAN-Kabel.

Kabel: Bei dieser Technologie braucht man zusätzlich zu einem rückkanalfähigen Kabelanschluss ein Kabelmodem. Das Modem enthält meist einen Router, um gleichzeitig mit mehreren PCs surfen zu können. Oft ist ein WLAN-Access-Point für die drahtlose Vernetzung integriert.

LTE/UMTS: UMTS-Modems wurden als Einschubkarte (PC-Card) für Notebooks oder als USB-Adapter angeboten. Immer mehr Notebooks oder Netbooks verfügen aber bereits über ein integriertes UMTS- bzw. LTE-Modem. Für den gleichzeitigen Zugriff mehrerer PCs sind zudem LTE-Router erhältlich, die meist auch ein WLAN-Modul integriert haben. Die meisten LTE- und UMTS-Handys können ebenfalls als Modem genutzt werden. Dazu wird die Verbindung zwischen Handy und Notebook per USB-Kabel, Bluetooth oder WLAN hergestellt.

Satellit: Ähnlich wie beim Fernsehen über Satellit braucht man hier eine Satellitenschüssel und einen Receiver. Dabei gilt: Je größer die Schüssel, desto stabiler ist der Empfang. Der Rückkanal läuft bereits seit Jahren über den Satelliten, eine zusätzliche Telefonverbindung ist daher für die Internetverbindung nicht mehr erforderlich. Dies setzt aber eine spezielle Sende- und Empfangseinheit an der Satellitenschüssel voraus. Die erforderlichen Geräte werden meist im Paket mit den Internettarifen angeboten. An die hohen Bandbreiten von VDSL, Kabel-Internet und LTE kommt Sat-Internet nicht heran.

WLAN: An so genannten Hotspots und in einzelnen Regionen kann per Wireless-LAN gesurft werden. Entsprechende Funkmodems sind in vielen Notebooks integriert. An öffentlichen Hotspots sollten aber vorab die Kosten geprüft und je nach Anwendung darauf geachtet werden, ob die Übertragung verschlüsselt erfolgt. An stark frequentierten Straßen, Plätzen, Läden, in Behörden und Sportstätten finden sich mittlerweile kostenlose WLAN-Hotspots. Auch die Deutsche Bahn baut ihr kostenloses WLAN-Angebot kontinuierlich weiter aus.

WiMAX: Für diese Funktechnologie zur Breitbandversorgung werden entsprechende Funkmodems meist im Paket mit dem Breitbandzugang angeboten. Es sollte aber die Funkversorgung für den gewünschten Standort überprüft werden. In Deutschland wurden die WiMAX-Angebote in Berlin und Dresden 2012 eingestellt.

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