iOS-Devices

Suchmaschine: Google zahlt Apple jährlich bis zu 12 Milliarden US-Dollar

Unter Apples mobilen Betriebssystem iOS ist Google weiterhin die Standardsuchmaschine. Dafür zahlt Google dem iPhone-Hersteller angeblich zwischen acht und 12 Milliarden US-Dollar jährlich.

Christoph Liedtke, 26.10.2020, 09:52 Uhr
GoogleGoogle zahlt Apple viel Geld, um die Standardsuchmaschine auf iPhones zu sein.© Google LLC

Seit vielen Jahren ist die Suchmaschine von Google für den Safari-Browser auf iPhones und iPads standardmäßig voreingestellt. Auch die neue Version des mobilen Betriebssystems iOS 14 ändert daran nichts. Einem Bericht der New York Times zufolge, lässt sich Apple diese Einstellung allerdings einiges kosten.

Zwiespalt: Für Datenschutz werben, bei Google abkassieren

Die Summe soll sich zwischen acht und 12 Milliarden US-Dollar belaufen, die Google Apple hierfür jährlich zahlt. Das mache bis zu 21 Prozent von Apples jährlichem Gewinn aus. Zwar wirbt Apple nahezu unermüdlich mit Datenschutz- und Sicherheitsversprechen, doch die Entscheidung, Google als Standard-Suchmaschine zu wählen, dürfte sich wirtschaftlich so sehr lohnen, dass der Konzern hierbei ein Auge zudrückt.

Unter iOS 14 lässt sich wie zuvor in den Safari-Einstellungen die Suchmaschine manuell ändern. Zur Auswahl stehen neben der Google-Suche folgende Alternativen: Yahoo, Microsoft Bing und die datenschutzfreundliche Alternative DuckDuckGo.

Google-Suche auch bei Firefox der Standard

Nicht nur Apple wird bei solchen Summen schwach, auch die Mozilla Foundation hinter dem bekannten Firefox-Browser nutzt die Google-Suche im Auslieferungszustand. Trotz der Versprechen, dass man auf fragwürdige Datenschutzrichtlinien verzichte und Nutzerdaten nicht verkaufe, ist Mozilla anscheinend auf den zusätzlichen Verdienst durch Google angewiesen.

Die Justizbehörden in den USA sind Google bereits auf den Fersen, eine kürzlich gestartete Kartellklage gegen den Suchmaschinengiganten widmet sich wettbewerbswidrigen Praktiken, darunter könnte nun auch die Absprache mit Apple fallen. Es ist möglich, dass Google nach Ende des Kartellverfahrens solche Vereinbarungen und entsprechende Zahlungen einstellen muss.

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