Schifffahrt

Auf der Kreuzfahrt ist Internet teuer

Auf einer Hochsee-Schiffsreise mit dem Handy oder Tablet ins Internet zu gehen, kann richtig teuer werden - die Verbindungen werden nämlich über Satellit hergestellt. Hier lesen Sie, wie viel Sie für den Internetzugang auf den verschiedenen Schiffen zahlen.

Kreuzfahrtschiff© i12 GmbH

Berlin (dpa/tmn/red) - Mäßige Leistung und hoher Preis: eine Kombination, die Verbrauchern grundsätzlich gegen den Strich geht - vor allem in Sachen Internet. Denn das funktioniert heute fast überall reibungslos und ist häufig umsonst. Auf Kreuzfahrtschiffen erinnert das Internet noch ein wenig an seine Anfangsjahre, als Nutzer pro Minute zahlten und es knarrte und stotterte, bis sich langsam eine Webseite am Bildschirm aufbaute. Und die Preise für kurzfristigen Zugang sind saftig. Das liegt vor allem an der aufwendigen Infrastruktur.

Die einzige Möglichkeit, eine Verbindung auf dem Ozean herzustellen, sind Satelliten. Dafür arbeiten die Reedereien mit Firmen zusammen, die zum Beispiel auch die Kommunikation mit Marine-U-Booten unter Wasser sicherstellen. Wie Kreuzfahrt-Gäste unterwegs online gehen:

Norwegian Cruise Line

Passagiere haben auf allen Schiffen die Möglichkeit, Internetcafés oder in den öffentlichen Bereichen WLAN zu nutzen, letzteres auf den meisten Schiffen auch in den Kabinen. Auf der Kabine ist die Internetnutzung aktuell (2017) auf folgenden Schiffen möglich: Breakaway, Dawn, Epic, Gem, Getaway, Jade, Jewel, Pearl, Sky, Spirit, Star, Sun und Pride of America. Kabel sowie Laptops können gegen eine Tagesgebühr ausgeliehen werden, auch Ausdrucke sind möglich. Die US-amerikanische Reederei arbeitet mit der Firma MTN Satellite Communications zusammen, die sich unter anderem um die Kommunikation der U-Boote der US-Marine kümmert.

Die Preise sind auf den meisten Norwegian-Schiffen (Ausnahme Sky und Breakaway) gleich: Abgerechnet wird entweder pro 100 Minuten (75 Dollar), pro 250 Minuten (125 Dollar) oder pro Tag (24,99 bzw. 29,99 Dollar je nach Reisedauer). Während die Sky Minutenpakete hat, wird auf der Breakaway nach Volumen abgerechnet. Das erste Internetcafé an Bord eines Norwegian-Schiffes gab es 1999.

Aida Cruises

Auf allen Aida-Schiffen gibt es in den öffentlichen Bereichen WLAN. Auf der "Bella", der "Blu", der "Diva", der "Luna" und der "Sol" stehen außerdem Netzwerksteckdosen in den Kabinen zur Verfügung. Aida Cruises nutzt zwei voneinander unabhängige Satellitensysteme, um auch dann noch online zu sein, wenn ein Satellit ausfallen sollte. "Dies ist technisch sehr aufwendig und teuer", erklärt das Unternehmen. Trotzdem: Es gebe Fahrgebiete, etwa die Fjorde in Norwegen, in denen guter Empfang der geografischen Gegebenheiten wegen nicht permanent möglich ist.

Der sogenannte "Quick-Check" - etwa nur für das schnelle Abrufen der Mails zwischendurch - kostet auf Aida-Schiffen 0,19 Euro pro Minute. Die Internetpakete stellen dagegen Datenvolumen ohne Zeitlimit zu Verfügung. Für 25 Euro bekommt der Passagier 250 MB, für 39 Euro 500 MB und für 99 Euro drei GB Datenvolumen. Mit der Social Media Flat (19 Euro für eine 7-tägige Reise oder 4 Euro für 24 Stunden kann man in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram, Twitter und WhatsApp surfen. Die erste Internetverbindung auf einem Aida-Schiff stand 2002 auf der "Vita".

Hapag-Lloyd Kreuzfahrten

Auf allen Schiffen gibt es überall an Bord WLAN. Gäste können an Bord eine Stunde lang kostenlos das Internet nutzen. Zudem bekommen Passagiere eine eigene kostenlose E-Mail Adresse. Was an Internetnutzung darüber hinausgeht, müssen die Passagiere bezahlen. Stunden- oder Tagespakete gibt es nicht. Jede Minute kostet 0,19 Euro. Für die Gäste der Grand Penthouse und Owner Suiten ist das Internet vollständig kostenlos.

Auch Hapag-Lloyd Kreuzfahrten weist auf die komplizierte Satellitenverbindung hin. Greift jemand von Bord aus auf eine Webseite zu, gehe die Anfrage zunächst vom Schiff ins All zum Satelliten, von dort zur zuständigen Bodenstation, weiter zum Anbieter der Webseite und zurück. Erst dann beginnt die Seite am Bildschirm auf dem Schiff, sich aufzubauen. Die Zeit, die während der Anfrage verstreicht, liegt im Bereich von Millisekunden. Auf See ist sie allerdings laut der Reederei etwa hundertmal so lang wie an Land. Wie gut die Verbindung ist, hänge unter anderem vom Kurs und der Position des Schiffes ab.

Cunard

Alle Schiffe haben in den Kabinen und öffentlichen Bereichen WLAN-Zugang. In den Kabinen gibt es auch internetfähige Fernseher - für den Fall, dass die kabellose Verbindung nicht einwandfrei funktioniert. Außerdem stehen den Passagieren PCs mit Internetzugang im Computerraum zur Verfügung. Pakete gibt es für ab 45 Dollar für 120 Minuten. Cunard baut das Internetangebot weiter aus. Passagiere sollten sich daher zeitnah über die für sie geltenden Tarife informieren.

Ponant

Auch Ponant-Passagiere haben sowohl in den Kabinen als auch in den öffentlichen Bereichen kabellosen Internet-Zugang. Passagiere müssen Minuten-Pakete buchen: 100 Minuten kosten 30 Euro, 240 Minuten 60 Euro und 1000 Minuten 180 Euro.

Tui Cruises

Zugang zum Internet haben Gäste in speziellen Bereichen an Internetstationen. Dort zahlen sie pro Minute 0,49 Euro, 60 Minuten kosten 19,90 Euro, 180 Minuten 49,90 Euro. Neben den festen Internetstationen gibt es dort zu denselben Konditionen auch WLAN. Kabellosen Zugang haben Passagiere außerdem im Atrium, in den Restaurants und Bars sowie auf dem Pooldeck. Auf einigen Schiffen haben Passagiere auch auf ihren Kabinen Zugriff auf das Bord-WLAN. Die "Mein Schiff 5" hat ein gesondertes Angebot. Hier gibt es Volumen- sowie Tagestarife ab 10 Euro. Für Gäste der Suiten und Junior-Suiten fallen für den WLAN-Zugriff keine Extrakosten an.

Royal Caribbean

Auf den Kreuzfahrtschiffen der Royal Caribbean gibt es Internetcafés, außerdem ist WLAN in gekennzeichneten Bereichen verfügbar. Auf einigen Schiffen gibt es zudem in allen öffentlichen Bereichen sowie in den Kabinen eine WLAN-Verbindung. Besonders schnelle Verbindungen gibt es an Bord der Schiffe der Quantum- und Oasis-Klasse. Royal Carribean selbst gibt an, dass die Preise variieren und ständigen Änderungen unterworfen sind. Auch hier ist also der Passagier gefragt, sich zeitnah schlau zu machen.

Quelle: DPA

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