Verwechslungsgefahr

Beim Kauf einer SIM-Karte genau hinschauen

SIM-Karten des gewünschten Mobilfunk-Anbieters bekommt man nicht nur online, sondern auch an Tankstellen, in Supermärkten oder Elektronik-Fachmärkten. Wir erklären, warum man hier genau hinschauen muss, damit man nicht versehentlich bei einem anderen Anbieter landet.

Microsim© Klaus Eppele / Fotolia.com

Linden (red) – Bisweilen verkauft nicht nur der Mobilfunker selber seine SIM-Karten, sondern die Karten werden auch über Vertriebspartner angeboten. Das ist beispielsweise bei Fonic (www.fonic.de) und dem Partner callmobile der Fall. Callmobile vertreibt SIM-Karten mit dem Fonic-Tarif in den Media-Markt- und Saturn-Filialen.

Wenn der Käufer nicht genau hinschaut, bemerkt er keinen Unterschied zwischen "Original"-SIM-Karte und der Karte des Partners. Das Logo von callmobile ist zwar auf der Packung angebracht, aber dem Kunden ist möglicherweise dennoch nicht bewusst, dass er nicht bei Fonic seinen Vertrag abschließt. Erwirbt er seine Karte in einem anderen Markt, bekommt er die reguläre Fonic-Karte. Dass immer wieder Kunden hier "hereinfallen", zeigen diverse Facebook-Beiträge und Foreneinträge. Bemerkt wird das Versehen dann, wenn es darum geht, Tarifoptionen zu buchen oder wenn man wegen eines Problems bei der Hotline anruft.

Welche Folgen hat die Wahl der "falschen" SIM-Karte?

Was ist eigentlich problematisch daran, die gleiche SIM-Karte zu kaufen, aber einen anderen Vertragspartner zu haben? Man hat zwar den gleichen Tarif, aber in Details kann es Abweichungen geben. So können im Fall von Fonic nicht die gleichen Optionen gebucht werden. Auch die Möglichkeiten der Kontaktaufnahme mit dem Anbieter können abweichen, etwa durch andere Bedingungen für die Hotline. Nicht zuletzt ist man nicht Kunde des gewünschten Unternehmens und muss sich in allen Angelegenheiten an den Vertragspartner, im genannten Beispiel also an callmobile, wenden.

Ähnlich ist es auch bei otelo (www.otelo.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können. Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der Link ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.) und mobilcom-debitel. In den oben genannten Elektronik-Märkten bietet mobilcom-debitel die SIM-Karten von otelo an; erwirbt man eine solche Karte, ist man jedoch nicht Kunde von otelo, sondern von mobilcom-debitel. Auch der Provider The Phone House vertreibt Karten von otelo.

Was tun, wenn man einen Irrtum bemerkt?

Hat man aus Versehen die falsche Karte gekauft und bemerkt den Fehler rechtzeitig, kann man diese zurückgeben. Bemerkt man den Irrtum erst einige Zeit später, kann man versuchen, eine Kulanzregelung zu erreichen. So hat Fonic in einem uns bekannten Fall angeboten, die SIM-Karte von callmobile durch eine Original-Fonic-Karte zu ersetzen.

Wie ist die rechtliche Lage?

Die rechtliche Situation ist nicht ganz eindeutig. Wie Rechtsanwalt Thomas Hollweck anmerkt, hat ein Kunde grundsätzlich ein Recht auf Anfechtung eines Vertrages, der auf diese Weise zustande gekommen ist. Auch eine außerordentliche Kündigung sei möglich. Am besten bestreite man jedoch grundsätzlich den Vertragsschluss mit dem Unternehmen. Schließlich habe man einen Vertrag mit einem anderen Unternehmen eingehen wollen.

Es komme aber, wie immer, auf den konkreten Einzelfall an, so Hollweck. Was genau hat der Kunde unterschrieben? Was wurde ihm vom Mitarbeiter im Markt gesagt? Wie ist die Werbung im Laden/auf der Packung gestaltet?

Augen auf beim SIM-Karten-Kauf

Da es sich bei den uns bekannten Fällen um Prepaid-Angebote handelt, dürfte ein solches Versehen zumindest keine langwierigen Vertragsstreitigkeiten nach sich ziehen. Ärgerlich ist es dennoch, wenn man im Falle eines Problems vom Kundenservice erfährt, dass ein anderer Anbieter der Ansprechpartner ist. Deshalb sollte man beim Kauf aufmerksam sein und die SIM-Karte im Zweifel lieber online direkt beim Anbieter bestellen.

www.kanzlei-hollweck.de
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