Hintergrund

Wie FaceTime unerwartete SMS-Kosten verursacht

Die Vorwahl +44 taucht im Einzelverbindungsnachweis für Ihr iPhone auf? Dann wundern Sie sich sicher, dass Sie eine SMS nach Großbritannien versendet haben sollen, obwohl Sie dort niemanden kennen. Wir erklären, was passiert sein könnte.

Apple iPhone X© Apple Inc.

Eine oder mehrere SMS an die britische Vorwahl +44 tauchen im Einzelverbindungsnachweis auf? Dann hat man wahrscheinlich kürzlich FaceTime oder iMessage aktiviert. Möchte man beim iPhone den Kurznachrichtendienst oder die Videotelefonie per FaceTime einrichten, wird nämlich eine Aktivierungs-SMS an Apples Server in Großbritannien geschickt.

Ärgerlich: Dafür berechnet der Mobilfunkanbieter des Kunden die Kosten für eine SMS ins Ausland, oft um die 30 Cent. Problematisch wird es, wenn die Aktivierung fehlschlägt und die SMS mehrfach versendet wird.

Wozu versendet das iPhone überhaupt eine SMS?

Videotelefonie via FaceTime funktioniert zwar auch über WLAN und verursacht dann keine Kosten für die Datenübertragung. Nachrichten können iMessage-Nutzer ebenfalls kostenfrei untereinander austauschen. Aber: Ohne eine SIM-Karte kann sich das iPhone nicht für die Nutzung der Apple-Dienste authentifizieren. Das iPhone und die Server von Apple in Großbritannien tauschen eine Art Handshake aus, sobald die Apple-Dienste aktiviert werden. Apples Server antworten mit einer SMS an das iPhone, dessen Handynummer in der Account-ID hinterlegt ist, und identifizieren damit den Teilnehmer.

Deutsche iOS-Nutzer werden die Kosten für mindestens eine SMS nach Großbritannien wohl hinnehmen müssen. Auch eine SMS-Flat hilft nicht, weil diese üblicherweise nur den Inlandsversand von SMS abdeckt. Apple weist immerhin vor der Einrichtung von FaceTime oder iMessage durch eine Warnung darauf hin, dass der Netzbetreiber beim Aktivierungsverfahren Gebühren berechnen könnte.

Probleme bei der Einrichtung vermeiden

Das Verfahren sollte natürlich bestenfalls nur einmalig SMS-Kosten verursachen. Das Verfahren zur Authentifizierung funktioniert aber leider nicht immer reibungslos, in der Vergangenheit kam es dabei schon mehrfach zu Problemen. Setzt die Aktivierung der iPhone-Dienste aus technischen Gründen aus und muss wiederholt werden, kann das zum Mehrfachversand der SMS und einer unerwartet hohen Rechnung führen. Aktivierungs-SMS werden immer auch dann verschickt, wenn das iPhone auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt wird oder wenn die SIM-Karte nach einem Gerätetausch neu eingesetzt wird. Deshalb sollte man vor der Aktivierung mögliche Fehlerquellen ausfindig machen.

Prüfen Sie daher:

  • Ist die aktuelle Version von iOS auf Ihrem Gerät installiert?
  • Sind vielleicht Sperren für den Empfang von SMS eingerichtet?
  • Besteht eine konstante Netzverbindung?

Schlägt die Aktivierung fehl und Sie erhalten eine Fehlermeldung, ist möglicherweise keine Mobilfunknummer als Absender registriert, auf die seitens Apple geantwortet werden könnte. Das kann eventuell der Fall sein, wenn man eine zusätzliche Festnetzrufnummer nutzt und diese als Absendenummer eingerichtet hat, oder wenn man lediglich eine Mailadresse hinterlegt hat. Auf dem Smartphone sollte als Absender immer eine gültige Mobilfunknummer hinterlegt sein, an die ein SMS-Versand tatsächlich möglich ist. Kommt es trotz aller Vorsicht zu einer Mehrfachberechnung, sollte man sich an seinen Mobilfunkanbieter wenden.

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