Diebstahlschutz

GPS-Tracker - Schutzengel für das E-Bike

Ein GPS-Tracker kann den Spaß am Radfahren erhöhen, indem man die eigene Leistung beobachten und Strecken aufzeichnen kann. Die kleinen Geräte diesen bei E-Bikes aber noch einem ganz anderen Zweck - dem Diebstahlschutz. Welche Möglichkeiten gibt es hier?

Greyp G6 E-BikeGPS-Tracker bieten bei E-Bikes die größte Sicherheit, wenn ein Dieb das Gerät nicht so leicht entfernen kann.© Greyp Bikes d.o.o.

Ortungsgeräte, die per GPS die genaue Position eines Fahrzeugs ermitteln, gibt es schon seit geraumer Zeit. Am bekanntesten ist diese Anwendung in der Funktion des Navigationssystems für das Auto. Zunehmend finden GPS-Tracker auch bei Fahrrädern für die Orientierung und Routenplanung Anwendung. Bei E-Bikes, deren Anschaffungswert meist recht hoch ist, gewinnt GPS-Tracking eine zusätzliche Bedeutung - als Diebstahlschutz. Dieser Ratgeber informiert über alles, was dabei von Bedeutung ist.

Diebstahlschutz - die Basisfunktion von E-Bike-Trackern

Dass der Schutz vor Diebstahl gerade bei E-Bikes so wichtig ist, geht auf die grundsätzlichen Systemeigenschaften dieser Fahrzeugklasse zurück. Einerseits haben Pedelecs oft einen erheblichen Wert dar, andererseits sind sie natürlich viel einfacher abzutransportieren als ein Auto. Zur Not genügt ein durchschnittlich kräftiger Mann, um das abgesperrte Bike schwungvoll in einen Kastenwagen zu befördern.

Auf das richtige System achten

Wenn es also vorrangig um den Diebstahlschutz und weniger um Navigation geht, ist die Wahl des richtigen Tracker-Typs von ausschlaggebender Bedeutung. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Systemen: Offline-Tracker und Tracker mit GSM-Modul und SIM-Karte.

Offline-Tracker sind reine Navigatoren. Sie eignen sich gut für die Planung von Radtouren, die Orientierung in unbekanntem Gelände und zur nachträglichen Auswertung der gefahrenen Strecke. Sie speichern die ermittelten Positionsdaten in einem internen Speicher und stellen Sie für den späteren Abruf und die Übertragung auf den Computer oder das Smartphone zur Verfügung. Echtzeitdaten können nicht an entfernte Empfänger übertragen werden.

GPS-Tracker mit SIM-Karte können ihre Daten sofort über das Mobilfunknetz übermitteln. So kann der Eigner in jeder Sekunde verfolgen, wo sich sein Fahrrad im Augenblick befindet. Auch Push-Funktionen sind möglich: Wird das Bike, das sich im Parkmodus befindet, bewegt, meldet es die unautorisierte Ortsveränderung in Echtzeit an die zugehörige App auf dem Smartphone des Besitzers.

Auf den Anbieter kommt es an

Ein GPS-Tracker alleine kann nicht viel bewirken. Es kommt dabei vor allem auf den Anbieter und die von ihm bereitgestellten Dienste an. Vor allem sollte klargestellt sein, wo überall das E-Bike Kontakt mit dem Mobilfunknetz und dem Internet aufnehmen kann. Die Länder, in denen man in Zukunft mit seinem Bike unterwegs sein könnte, sollten mindestens enthalten sein. Auch Funktionalitäten wie Push-Warnmeldungen oder eine gleichzeitige Diebstahlsmeldung bei der Polizei ist Sache des Anbieters. Ein genauer Vergleich der angebotenen Leistungen lohnt also in jedem Fall.

Wenn die Diebstahlsicherung geklaut wird

Eine Diebstahlsicherung ist nur so gut wie ihre Fähigkeit, ihre Dienste gegen rohe Gewalt zu verteidigen. Ein am Lenker montierter Tracker macht in Bezug auf Diebstahlsicherung wenig Sinn. Für einen Profi ist nur eine Sekunde nötig, um das Teil abzuzwicken und wegzuwerfen. Es gibt mehrere Verteidigungsstufen, um dem entgegenzuwirken:

Stufe 1: versteckte Montage

Für eine unauffällige Platzierung empfiehlt sich ein Mini-GPS-Tracker, wobei darauf geachtet werden sollte, dass auch er den erforderlichen Funktionsumfang aufweist. Die geringen Maße erlauben die unauffällige Montage, beispielsweise in der Rückleuchte oder unter dem Sattel. Allerdings ist damit nicht allzu viel gewonnen. So viele geeignete Unterbringungsorte gibt es an einem Fahrrad nun wieder auch nicht, als dass ein Profi sie nicht in ein bis zwei Minuten ausfindig machen kann.

Stufe 2: gesicherte Montage

Wird der Mini-Tracker an einem Ort montiert, der für den Dieb nicht so leicht erreichbar ist, kann neben dem Diebstahlschutz auch ein gewisses Maß an Diebstahlsprävention erreicht werden. Erkennt der Dieb, dass er das Ortungssystem in absehbarer Zeit und mit vertretbarem Aufwand nicht deaktivieren kann, wird er sich mit hoher Wahrscheinlichkeit einem anderen, weniger gut gesicherten Opfer zuwenden. Ein typischer Ort für die gesicherte Montage eines Mini-GPS-Trackers ist im Inneren des Fahrradrahmens.

Stufe 3: Festeinbau ab Werk

Es gibt eine zunehmende Zahl von Bike-Herstellern, die das Thema Diebstahlsicherung ernst nehmen. Sie bringen E-Bikes auf den Markt, bei denen der GPS-Tracker bereits fest im Rad verbaut ist, beispielsweise im Tretlager. Eine Entfernung würde das Rad massiv beschädigen, was den Diebstahl sinnlos macht. Auf lange Sicht dürfte sich das als vorherrschende Lösung durchsetzen.

Funktionssicherheit nur bei richtigem Stromanschluss

Wichtig ist vor allem die Art der Stromversorgung des GPS-Trackers. Gab es bei normalen Fahrrädern immer das Problem des Batteriewechsels oder der Akkuaufladung, hat das E-Bike sein Kraftwerk gleich mit an Bord. Daher sollte man beim Kauf darauf achten, das der Tracker E-Bike-fähig ist und seinen Strom direkt aus dem Fahrradakku bezieht. Beim getarnten Festeinbau ist das ein Muss.

Weitere Eigenschaften, die das GPS-Tracking besonders effektiv gestalten, sind das Geo-Fencing, also die Überwachung eines definierten Bereichs, in dem sich das Bike ohne Alarm bewegen darf, und eine Notfalltaste, die nach der Betätigung eine Mitteilung an eine oder mehrere Empfänger schickt. Derartige Funktionen sind allerdings nur bei einer begrenzten Zahl von Trackern enthalten.

Fazit zum GPS-Tracking beim E-Bike

Eine Diebstahlsicherung per GPS-Tracking ist für das E-Bike mehr als ein luxuriöses Extra, denn das wertvolle Fahrzeug ist auch im abgeschlossenen Zustand leicht zu entwenden. Nur Systeme mit GSM-Modul und SIM-Karte können wirklichen Echtzeitschutz bieten, wobei es vor allem auf die unauffällige, möglichst gesicherte Montage und die richtige Art der Stromversorgung ankommt.

Beispiel: GPS-Tracker von powunity

Bei den GPS-Trackern von powunity handelt es sich um Geräte, die nachgerüstet werden können. Der Tracker wird im Motorraum des E-Bike verstaut und dort auch mit Strom versorgt. Im Tracker ist eine SIM-Karte von Tele2 eingebaut, die sich nicht austauschen lässt. Man ist folglich an den Mobilfunker gebunden. Der Tracker kann in alle Systeme von Bosch und Yahama (außer Giant E-Bike) eingebaut werden.

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