Unterwegs surfen

Handy-Geschwindigkeit: Wie viele Mbit/s braucht man wirklich?

50, 100 oder sogar 300 Mbit/s an Geschwindigkeit: Für das Surfen mit dem Handy werben die Mobilfunkanbieter mit immer weiter steigenden Größen. Aber wie viel ist eigentlich genug und ab wann zahlen User einfach nur drauf?

ZeitBei der Wahl der Geschwindigkeit für den Handytarif ist weniger oft mehr.© Ovidiu Iordachi / Fotolia.com

Viele der Mobilfunkanbieter überschlagen sich mittlerweile mit ihren Angeboten für schnelles, mobiles Internet. So erhält der LTE-Standard immer wieder neue Titel, zum Beispiel "Max", "Ultra" oder schlicht "LTE+". Selbst die 3G-Geschwindigkeit aus der vorangegangenen Generation muss aber nicht unbedingt eine schlechte Wahl sein, wenn sie zu den eigenen Bedürfnissen und der Smartphonenutzung passt.

Zwischen welchen Geschwindigkeiten können Kunden wählen?

Die Geschwindigkeit gibt an, wie schnell man sich mit dem Smartphone durch das Internet bewegt, genauer: Wie schnell Webinhalte an das Endgerät übermittelt und anders herum versendet werden (Down- und Upload). Nicht zu verwechseln ist diese Angabe mit dem Datenvolumen, welches darlegt wie viel Traffic verbraucht werden darf, bis es zu einer Drosselung durch den Anbieter kommt.

Im Spektrum der Nicht-LTE-Geschwindigkeiten finden sich:

  • 16, 32, 64 kBit/s (werden bei vielen Anbietern nach der Drosselung herangezogen)
  • 7,2 Mbit/s
  • 14,4 Mbit/s
  • 21,6 Mbit/s
  • 42,2 Mbit/s

Bei den LTE-Geschwindigkeiten existieren ebenso verschiedene Unterteilungen, wobei diese von den Mobilfunkanbietern grober dargestellt werden. Möglich ist beispielsweise:

  • 25 Mbit/s
  • 50 Mbit/s
  • 100 Mbit/s
  • 225 Mbit/s
  • 300 Mbit/s

Zu beachten ist, dass es sich dann um "Maximalgeschwindigkeiten" handelt. Das bedeutet nicht, dass der Anbieter diese dauerhaft bereitstellen kann oder wird, sondern lediglich, dass die Geschwindigkeit theoretisch diesen Wert erreicht. In der Praxis sind viele jenseits der 50 Mbit/s quasi überhaupt nicht dauerhaft verfügbar. Bestenfalls sehr gut ausgebaute Metropolregionen und Großstädte haben die Kapazität hinsichtlich der Netzabdeckung, um diese Geschwindigkeiten zu erreichen. Wer eher ländlich oder in einer Kleinstadt wohnt, wird darauf kaum Zugriff haben.

Welche Geschwindigkeiten eignen sich für was?

Trotz des kleinen Überblicks über die Möglichkeiten bei den Surfgeschwindigkeiten, fragen sich viele Kunden immer noch, was für sie selbst die beste Lösung darstellt. Die Geschwindigkeiten 16, 32 und 64 Kbit/s dürfen getrost ignoriert werden. Für diese gibt es keine Verträge, sie werden lediglich nach einer Drosselung durch den Anbieter herangezogen. De facto lässt sich mit diesen Geschwindigkeiten so gut wie gar nicht effektiv surfen. Selbst einfache Webseiten brauchen eine lange Zeit, bis sie vollständig oder zumindest lesbar geladen sind. Die gedrosselte Geschwindigkeit genügt nur noch für die absoluten Basics: also vor allem Messenger wie WhatsApp, aber auch hier nur die reinen Textnachrichten.

Eine gedrosselte Geschwindigkeit von 1 Mbit/s, wie o2 es anbietet, ist zumindest noch akzeptabel. Möglich ist damit unter anderem:

  • die Nutzung von WhatsApp und Co.
  • Video-Streams in sehr niedriger Qualität bei YouTube
  • Musik via Spotify streamen
  • einfache Apps nutzen, beispielsweise Wetter-Apps oder für den öffentlichen Nahverkehr

Interessant wird es aus Sicht der Kunden ab 21,6 Mbit/s. Mit dieser Geschwindigkeit lassen sich alle "normalen" Aufgaben am Smartphone uneingeschränkt und schnell durchführen. Videos und Streams laufen sogar in HD-Qualität ohne störende Ruckler.

Zu den höheren Geschwindigkeiten: Wann eignen sich 21,6, 25, 50, 100 Mbit/s und Co.?

Mit diesen Geschwindigkeiten bewegt man sich absolut rasant durchs Netz. Das soll anhand eines Songs mit einer Größe von 3 Megabyte und einem YouTube-Clip mit einer Größe von 20 Megabyte einmal verdeutlicht werden. Nachfolgend wird die Geschwindigkeit mitsamt der Zeit dargestellt, die für den Download benötigt wird, wenn diese vollständig realisiert ist.

  • 21,6 Mbit/s: 1 Sekunde für den Song, 7 Sekunden für das Video
  • 25 Mbit/s: 1 Sekunde für den Song, 6 Sekunden für das Video
  • 50 Mbit/s: 1 Sekunde für den Song, 3 Sekunden für das Video

Bei allen Geschwindigkeiten darüber sind sowohl der Song als auch das Video quasi "sofort" verfügbar und heruntergeladen. Bei der Nutzung von Apps kommt es dann sowieso schon zu keinerlei Störungen mehr. Selbst umfangreiche Apps sind binnen weniger Sekunden aus dem App-Store heruntergeladen.

Hohe Geschwindigkeiten sind in der Praxis nur theoretische Richtwerte

Zu berücksichtigen ist, dass die hohen Geschwindigkeiten bezüglich der Bandbreite wenig bis gar nicht ausgenutzt werden. Wer zum Beispiel einen Tarif mit 225 Mbit/s wählt, wird auf diese Geschwindigkeit nur unter idealen Voraussetzungen kommen, so unter anderem in einer ausgewählten High-Speed-Zelle bei aktuell geringfügiger Nutzung des Mobilfunknetzes insgesamt. Daher sind viele der High-Speed-Angaben auch mehr eine Marketingmasche als eine verlässliche Angabe.

Für welchen Tarif entscheiden - Preis-/Leistungsniveau abwägen!

Mehr als 21,6 Mbit/s werden nur die Wenigsten tatsächlich benötigen. Dann müssten schon in aller Regelmäßigkeit hohe Datenmengen heruntergeladen werden, die über eine private Nutzung hinausgehen - beispielsweise bestimmte Files, die für den Job notwendig sind, wenn man gerade nicht im Büro ist. Selbst mit 7,2 Mbit/s kann man schnell surfen und muss höchsten beim Streamen oder anderen Anwendungen, bei denen große Mengen an Daten versendet werden, mit Einschränkungen rechnen. Tarife mit 7,2 Mbit/s sind nur noch seltener und eher unter den Prepaid-Angeboten anzutreffen. Daher lohnen sich die teureren Breitbandtarife nicht für jeden.

Wir empfehlen Tarifsuchenden, lieber nach moderaten, dennoch schnellen Geschwindigkeiten zwischen 21,6 Mbit/s und 50 Mbit/s Ausschau zu halten und so die Kosten lieber niedrig zu halten, statt für potentielle Geschwindigkeiten viel Geld zu zahlen, die in der Praxis nicht genutzt werden (können).

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