Datenabgleich

Das Handy über Cloud-Dienste synchronisieren

Die Anzahl an Handys und Smartphones, Tablets und PCs, die sich heute in einer Familie oder auch bei einer einzelnen Person finden, wird immer größer. Um jederzeit auf alle wichtigen Daten zugreifen zu können, bietet sich eine automatische Synchronisation an.

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Wie wichtig ist das Synchronisieren und wer braucht das überhaupt? Auf jeden Fall erspart sie einem das manuelle Hin- und Herschieben von Daten und macht so das Leben komfortabler. Dabei lassen sich zweierlei Bereiche synchronisieren: Einmal möchte man Daten wie Bilder, Videos und Dokumente auf allen Endgeräten verfügbar haben, denn nichts ist nerviger, als den eigenen PC nochmals anwerfen zu müssen, nur weil man dem Besuch ein bestimmtes Bild aus dem letzten Urlaub zeigen möchte.

Andererseits lassen sich auch Einstellungen und App-Daten synchronisieren. Das ist besonders praktisch, wenn man sich ein neues Smartphone kauft und sofort wieder alle gewohnten Einstellungen eingerichtet hat. Außerdem vereinfacht sich damit unter anderem die familieninterne Terminabsprache. Beim Planen muss man nicht mehr ewig diskutieren, denn jeder weiß durch den synchronisierten Kalender immer, wann die anderen schon etwas vorhaben.

Wie funktioniert das Synchronisieren des Handys?

Technisch unterscheiden sich beide Varianten des Synchronisierens nicht voneinander und werden deshalb meist zusammen angeboten. Möchte man das eigene Smartphone synchron halten, steckt dahinter praktisch immer eine Cloud-Lösung. Die Daten werden auf die Server des Anbieters hochgeladen und jedes Endgerät mit Internetverbindung greift dann darauf zu. Möchte man die Daten nicht auf den Servern eines Anbieters habe, hat man leider fast schon verloren. Für PCs gibt es Varianten, die zwar synchronisieren, aber serverseitig nichts speichern.

Cloud-Dienste: Gängige Anbieter

Nutzt man ein iPhone, ist die gängige Cloud-Lösung die iCloud von Apple, die sich auf allen Apple-Produkten (inklusive AppleTV) und Windows-Rechnern installieren lässt. Wichtig ist hierbei, dass man sich auf allen Geräten mit derselben Apple ID anmeldet – der Rest läuft automatisch.

Ist man stattdessen Besitzer eines Windows Phone, muss man gar nichts weiter tun. Da Windows 10 sowohl auf PCs als auch Smartphones läuft, kann man einfach die schon eingebaute Synchronisation über das eigene Microsoft-Konto nutzen. Dabei landen alle Einstellungen, je nach Wunsch zusammen mit Bildern und Dokumenten, in Microsofts OneDrive.

Hinter Android steht schließlich Google und folglich läuft hier die Synchronisation über einen Google-Account und GoogleDrive. Dabei werden Einstellungen, Kalender, Kontakte und sogar Chrome-Lesezeichen in der Cloud gespeichert.

Möchte man lieber einen alternativen Anbieter, kann man auf Dienste wie Dropbox zurückgreifen. Diese bieten zwar sehr gute Unterstützung für das Synchronisieren von Dateien, aber die Einstellungen des Smartphones bleiben dabei oft auf der Strecke. Kleiner Trick: Falls man Zugriff auf den Ordner hat, in dem die Einstellungen oder z.B. der Kalender gespeichert sind, kann man diese einfach der Dropbox hinzufügen, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Einschub für Bastelbegeisterte

Wer etwas sensibel auf die Herausgabe der eigenen Daten reagiert, dem ist bis hier schon aufgefallen, dass als Anbieter eigentlich nur große Internetkonzerne genannt wurden. Für Cloud-Speicher findet man zwar mit Suchen noch kleinere Anbieter, aber wer in seiner Freizeit gerne mit Technik herumspielt, hat noch eine andere Option: Man setzt sich einfach eine Open-Source-Lösung auf eigener Hardware auf; ein Beispiel ist Nextcloud. Neben der Absicherung der eigenen Daten kann man so einfach die ganze Familie mit Speicher, synchronisiertem Kalender und anderem modernem Komfort versorgen.

Vorsicht vor Datenverlust

Zum Abschluss ein kleines Wort der Warnung: Die meisten Cloud-Dienste funktionieren nach dem Prinzip "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst". Das heißt, Änderungen werden in der Reihenfolge auf die Daten angewandt, in der sie auf dem Server ankommen. Umgekehrt bedeutet das, dass die letzte Änderung immer gewinnt! Arbeiten also zwei Personen am gleichen Dokument, kann es passieren, dass die Änderungen des einen verloren gehen, weil der andere auf einer älteren Kopie gewerkelt und dann gespeichert hat.

Davor schützen kann man sich auf zwei Arten, wobei die erste – professionelle Versionskontrolle – auf den meisten Geräten und für die meisten Nutzer viel zu viel des Guten ist. Stattdessen sollte man einfach aufpassen, dass man regelmäßig speichert und sich am besten absprechen, wer wann an den Dokumenten arbeitet. Das ist fürs Smartphone aber ein kleineres Problem, als es sich anhört: Meist baut man Präsentationen nicht auf einem 5-Zoll-Display. Will man das doch, empfehlen sich Lösungen wie Google Docs oder Office 365, die gleichzeitiges Bearbeiten reibungslos ermöglichen.

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