Orientierung

Handyanbieter – wer gehört zu wem?

Zahlreiche Handyanbieter und einige Netzbetreiber tummeln sich auf dem deutschen Markt und machen die Tarifsuche unübersichtlich. Einige sind Töchter von anderen oder mieten sich nur in deren Netze ein. Wir geben eine Übersicht über die Handyanbieter-Landschaft und sagen, wer zu wem gehört.

SIM-Karten© chere / Fotolia.com

Heute treten nicht nur die Telekom und Vodafone als Handyanbieter auf, sondern zahlreiche, oft günstigere Anbieter, bevölkern die Tariftabellen: PremiumSIM, winSIM, Maxxim, DeutschlandSIM, Aldi, Lidl und congstar sind nur einige davon. Hinzu kommt, dass einige Anbieter offenbar auch Tarife der anderen im Programm haben. Wo liegen die Unterschiede und wie findet man sich da zurecht?

Die Netzbetreiber

2017 gibt es in Deutschland drei Mobilfunk-Netzbetreiber, die allesamt auch als Handyanbieter tätig sind. Das sind die Telekom, Vodafone und der deutsche Ableger des spanischen Unternehmens Telefónica. Das Netz der Telekom wird auch als D1-Netz bezeichnet, das von Vodafone als D2. Telefónica wiederum vereint seit einiger Zeit die Netze von O2 und E-Plus, auch E-Netze genannt. Alle anderen Handyanbieter nutzen das Mobilfunknetz dieser drei Unternehmen. Die Tarife der Netzbetreiber sind allgemein teurer als die der übrigen Unternehmen, die Netzbetreiber haben aber auch die Kosten für die Wartung und den Ausbau der Netze zu schultern. Zudem betreiben sie Shops, in denen man sich persönlich beraten lassen kann. Komfortfunktionen und leistungsstarke Tarife sowie Angebote für Geschäftskunden findet man eher bei den Netzbetreibern.

Töchter und Marken der "großen Drei"

Die Netzbetreiber treten außer unter dem eigenen Namen unter mehreren Marken auf, um auch den Markt für günstigere Handytarife für sich zu erschließen. Congstar heißt die bekannte Tochter der Telekom, unter deren Dach wiederum Penny mobil und ja!mobil laufen. Otelo ist die günstige Marke von Vodafone. Außerdem ist Vodafone Vertragspartner der Kunden von Bildmobil sowie Edeka mobil und Rossmann mobil. Telefónica betreibt besonders viele Marken:

  • O2
  • BASE
  • Blau
  • Fonic
  • Ay Yildiz
  • Ortel Mobile
  • Netzclub
  • Türk Telekom Mobile
  • K-Classic Mobil (Kaufland)

Die großen Provider-Gruppen: Drillisch und Freenet

Neben den Netzbetreibern und deren Ablegern gibt es noch eine Reihe weiterer Anbieter, von denen ebenfalls viele zusammengehören. Die Drillisch-Gruppe etwa ist für eine Vielzahl von Mobilfunk-Tarifen und Handyanbietern verantwortlich, die zeitweise von Tochterunternehmen (MS Mobile Services GmbH, Eteleon AG) betrieben wurden. Diese wurden dann aber mit der Drillisch Online AG verschmolzen, sodass das Firmendickicht wieder überschaubarer wurde. An den Drillisch-Marken kommt man heute kaum noch vorbei, wenn man sich durch das Angebot günstiger Handy- und Smartphone-Tarife wühlt.

Zu Drillisch gehören unter anderem:

  • Winsim
  • PremiumSIM
  • discoPlus, discoTel, discoSurf
  • DeutschlandSIM
  • Maxxim
  • smartmobil
  • Hellomobil
  • Yourfone
  • Simply
  • McSIM

Ein weiterer nennenswerter Player ist die Freenet-Gruppe. Zu ihr gehört der Provider und Reseller Mobilcom-Debitel. Eine Tochter von Mobilcom ist wiederum die Klarmobil GmbH. Neben der gleichnamigen Mobilfunkmarke klarmobil.de werden auch Tarife unter freenetmobile.de und callmobile.de angeboten. Ein weiterer Angehöriger der Freenet-Familie ist debitel light.

Freenet Group

Reseller

Reseller oder Wiederverkäufer vermarkten die Produkte anderer weiter. Zu den Resellern gehören beispielsweise Mobilcom-Debitel, DeinHandy und Logitel. Bei den Resellern findet man Handytarife der Netzbetreiber und auch anderer Provider teilweise zu günstigeren Konditionen, oft werden auch interessante Bundles aus Handy und Tarif angeboten.

Mit wem schließe ich den Vertrag?

Die günstigen Handyanbieter, von denen hier schon etliche genannt wurden, werden gern auch als Mobilfunk-Discounter bezeichnet. Es gibt deren natürlich noch weitere, wie die sehr beliebten Aldi Talk und Tchibo Mobil. In vielen Fällen geht der Kunde den Vertrag jedoch direkt mit dem Mobilfunker ein, also im Falle von Tchibo mit Telefónica, bei Aldi Talk mit der E-Plus Service GmbH & Co. KG. Wer nicht sicher ist, sollte einen Blick ins Impressum und die AGB werfen. Auch wer bei einem Reseller einen Vertrag bestellt, ist Vertragspartner des Mobilfunkunternehmens selbst. Nichtsdestotrotz haben sowohl Discounter als auch Reseller oft einen eigenen Kundendienst bzw. Service-Hotlines, an die man sich bei Fragen zum Vertrag wenden kann.

Portierung: Wer gehört zu wem?

Die Frage, welcher Handyanbieter zu wem gehört, kann insbesondere beim Thema Anbieterwechsel und Rufnummernmitnahme wichtig werden. Wechselt man beispielsweise von der Telekom zu congstar, ist der neue Vertragspartner die congstar GmbH und damit ein anderer Anbieter (wenn auch ein Tochterunternehmen). Möchte man aber von Marke A zu Marke B des gleichen Betreibers wechseln, ist möglicherweise in beiden Fällen das übergeordnete Unternehmen der Vertragspartner. Dann kann es sein, dass dies nicht als Anbieterwechsel gilt und die "alte" Marke damit nicht dazu verpflichtet ist, die Rufnummer abzugeben. Auch kann es sein, dass Neukundenboni verweigert werden. Viele zeigen sich in solchen Fällen aber auch kulant.

Mobilfunk

Handyanbieter: Wer funkt wo?

E gibt in Deutschland zahlreiche Anbieter mit unterschiedlichsten Tarifen. Doch welche Netze werden von welchem Anbieter genutzt. Billiger-telefonieren.de gibt eine Übersicht.

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