Mobiles Internet

Kostenfalle Datenautomatik: Handytarife genau prüfen

Handytarife mit Datenautomatik verbreiten sich immer weiter in der Mobilfunk-Welt, auch wenn diese Praxis bei den Kunden auf wenig Gegenliebe stößt. Was die Datenautomatik überhaupt ist und woran man Tarife mit Datenautomatik erkennt, erfahren Sie hier!

Smartphone Ärger© Minerva Studio / Fotolia.com

Die Datenautomatik hat sich als gute Einnahmequelle für Mobilfunkanbieter erwiesen. Den Kunden gegenüber verkauft man das Tarifmerkmal aber lieber als praktisches Feature. Ist das monatliche Internetvolumen verbraucht, wird bei Tarifen mit Datenautomatik einfach neues, kostenpflichtiges Volumen nachgebucht. Der Nutzer kann weiterhin mit voller Geschwindigkeit surfen, der Tarifanbieter bekommt mehr Geld. Eine Win-Win-Situation? Finden die meisten nicht – denn so werden Handytarife schnell teurer als geplant.

Was genau passiert bei der Datenautomatik?

Die Datenautomatik findet man heute sehr häufig. Ist das Inklusiv-Volumen verbraucht, wird bei Tarifen ohne Datenautomatik die Internetgeschwindigkeit gedrosselt. Bei Tarifen mit Datenautomatik hingegen wird entweder mit Ankündigung per SMS oder gar ohne Benachrichtigung weiteres kostenpflichtiges Zusatzvolumen hinzugebucht. Wie viel Internetvolumen hinzukommt, hängt von der Größe des Ausgangstarifes ab – bis zu drei zusätzliche Volumenpakte gibt es monatlich. Typischerweise werden kleine Pakete von 100 MB für jeweils zwei Euro aufgeschaltet. Gedrosselt wird erst im Anschluss.

So surft man zwar länger flott durchs www, was grundsätzlich von Vorteil sein kann, allerdings wird aus einem 10-Euro-Internetarif schnell mal ein deutlich teurerer Vertrag.

Wer arbeitet mit der Datenautomatik?

Zu finden sind Tarife mit Datenautomatik bei vielen Discountern, aber auch bei bei allen großen Anbietern außer der Telekom. Besonders die Drillisch-Gruppe kennt viele Tarife mit Datenautomatik und lässt bei neuen Tarifen eine Deaktivierung derselben oft nicht zu. Hierunter fallen unter anderen winSIM, Yourfone, PremiumSIM, Simply, Smartmobil, McSim, Maxxim, Hello Mobile oder DeutschlandSIM.

Wie sieht die Gestaltung nun im Einzelnen aus? Bei Vodafone wird man beispielsweise per SMS über die bevorstehende Volumenerweiterung informiert und kann dieser jeweils monatlich widersprechen und angeben, dass man doch lieber gedrosselt weitersurfen möchte. Bei den Drillisch-Marken kann man in der Regel die Datenautomatik nicht abstellen; das einzige Mittel, Zusatzkosten zu vermeiden ist das rechtzeitige Abschalten der Datenverbindung. Wie genau die Datenautomatik im speziellen Tarif aussieht, sollte aber jeweils individuell geprüft werden.

Datenautomatik ist rechtlich umstritten

Nicht nur suchen viele Verbraucher mittlerweile gezielt Handytarife ohne Datenautomatik – auch Verbraucherschützer sind von der Automatik nicht angetan. So erhielt Base etwa nach dem nachträglichen Einfügen einer Datenautomatik eine Abmahnung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und ruderte diesbezüglich zurück.

In neuen Tarifen, in denen die Datenautomatik von Anfang an enthalten ist, sieht die Lage etwas anders aus. Aber auch hiermit beschäftigen sich schon die Gerichte.

Datenautomatik erkennen und bewusst entscheiden

Grundsätzlich wird die Datenautomatik immer erwähnt; wer sichergehen möchte, einen Handytarif ohne Datenautomatik abzuschließen, sollte sich die Fußnoten und Erläuterungen zum Tarif noch einmal genauer ansehen. Auch das Fehlen der Bezeichnung "Flatrate" deutet auf eine Datenautomatik hin (obwohl natürlich auch darüber gestritten werden kann, ob ein gedrosselter Internetzugang diesen Namen verdient).

Wer also auf der Suche nach Handytarifen ohne Datenautomatik ist, sollte vor dem Abschluss eines Tarifes diesen genau betrachten. Die meisten Anbieter erläutern die Datenautomatik direkt in der Tarifansicht, bei anderen muss man schon genauer im Kleingedruckten suchen. Ist eine Datenautomatik im Tarif vorgesehen, lässt sie sich in einigen Fällen dauerhaft deaktivieren. In vielen Tarifen ist die Datenautomatik aber fester Tarifbestandteil und kann nicht abgeschaltet werden. Hier hilft es dann nur, den eigenen Internetverbrauch genau im Auge zu behalten und die mobile Netznutzung rechtzeitig einzustellen.

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