Smartphone-Tipps

Wenn Hintergrund-Apps Akku und Datenzähler belasten

Nicht aktiv genutzte Apps, die dennoch im Hintergrund laufen, können den Akku, den Arbeitsspeicher und auch das Datenvolumen belasten. Wir geben Tipps, wie man besonders aktive Apps aufspürt und stoppt.

Smartphone-Akku© georgejmclittle / Fotolia.com

Apps sind nicht nur hilfreiche Tools, sondern dienen auch der Unterhaltung. Günstig oder kostenlos und schnell heruntergeladen, schöpfen wir mit ihnen den Speicherplatz auf unseren Smartphones oft großzügig aus. Doch viele Apps besitzen darüber hinaus weitere Nachteile: Sie können auch den Arbeitsspeicher sowie den Akku belasten. Auch können sie wahre "Datenfresser" sein – so geht das zur Verfügung stehende Datenvolumen schon einmal schneller zur Neige, als einem lieb ist.

Das Tückische: Auf den ersten Blick ist gar nicht ersichtlich, welche Apps gerade aktiv sind. Einige Anwendungen regeln bestimmte Funktionen zudem im Alleingang, laufen also unbemerkt im Hintergrund. Somit ist es für Android- wie für iOS-Nutzer gleichermaßen interessant, wie sich solche Apps aufspüren und gegebenenfalls stoppen lassen.

Sind aktive Apps überhaupt problematisch?

Zunächst einmal: Aktive Apps bedeuten nicht per se ein Problem, da einige aktiv sein müssen, um uneingeschränkt zu funktionieren. Ärgerlich wird es immer dann, wenn die Funktion einer App das System belastet. Werden Apps nicht richtig beendet oder aktivieren sie sich von selbst wieder, kann sich das summieren und das Handy langsamer machen, weil Systemressourcen und der Arbeitsspeicher belegt werden. Während ein paar Apps noch eine geringfügige Belastung bedeuten, sieht der Fall bei einer Häufung von Apps und damit verbundenen unterschiedlichen Funktionen schon anders aus. Was den Akkuverbrauch angeht: Es gibt Hinweise darauf, dass Apps sogar mehr Akku ziehen, wenn sie öfter beendet und neu gestartet werden als wenn sie im Hintergrund "schlafen". Sowohl Google als auch Apple haben das bestätigt.

Akkufresser aufspüren

Um aktive Apps aufzuspüren, die viel Akku verbrauchen, gibt es bei Android zwei Möglichkeiten. Über die Einstellungen gelangt man in die Kategorie "Akku". Hier lässt sich einsehen, wie hoch der Verbrauch der einzelnen installierten Apps ist. An dieser Stelle können auch Energiespar-Einstellungen getroffen werden, auch der Arbeitsspeicher kann bereinigt werden. Für Fortgeschrittene: Eine zweite Variante für Android besteht darin, die Entwickleroptionen zu aktivieren und darin den Unterpunkt "Laufende Dienste" aufzurufen. Hier lässt sich nicht nur einsehen, wie viel Speicherplatz eine App belegt. Ihre Detailansicht zeigt zudem, welche Hintergrundprozesse damit verknüpft sind.

Um die Aktivität von Apps bei iOS zu überprüfen, führt der Weg ebenfalls über die Einstellungen und dann zum Unterpunkt "Batterie". Über den Punkt "Aktivität anzeigen" lässt sich ermitteln, in welchem Umfang eine App im Vorder- und Hintergrund aktiv ist. Zudem lassen sich einzelne Nutzungsarten wie beispielsweise die Back-up-Funktion einsehen.

Apps mit hohem Datenverbrauch stoppen

Social Media, Streaming-Dienste, Games, Nachrichtenportale und auch Shopping-Apps gehören oft zu den Giganten in Hinblick auf (unerwünschten) Datenverbrauch. Die Gründe für den hohen Verbrauch liegen beispielsweise darin, dass diese Apps konstant Daten aus dem Netz beziehen, beispielsweise Nachrichten oder Wetterdaten abrufen. Sie starten automatisch, installieren Updates oder verschicken Push-Nachrichten. Vieles davon lässt sich unterbinden, denn was eine App darf oder nicht, kann man in der Regel selbst festlegen.

Über die Rubrik "Apps" und "Datennutzung" in den Einstellungen lassen sich für einzelne Anwendungen die Hintergrunddaten deaktivieren oder einschränken. Dies stellt ein gutes Mittel gegen die "Heimlichtuer" unter den Apps dar. Außerdem sieht man hier direkt, welche Apps besonders viele Daten ziehen.

Updates nur im WLAN

Ganz generell kann man sowohl unter Android wie unter iOS die Aktualisierung von Anwendungen über die mobilen Daten unterbinden oder den Stromsparmodus dabei helfen lassen, verschwenderische Apps im Zaum zu halten. Nutzer können beispielsweise Updates manuell vornehmen oder festlegen, dass Aktualisierungen nur im WLAN vorgenommen werden dürfen. Das hilft dann immerhin in Sachen Datenverbrauch, wenn auch nicht bei der Akkulaufzeit. Hier sollte man aber bedenken, dass regelmäßige Updates auch der Sicherheit dienen und Programme auf dem Handy deshalb auf dem aktuellen Stand sein sollten.

Das Abschalten von Push-Nachrichten macht ebenfalls einen spürbaren Unterschied. Wenn viele Apps Benachrichtigungen schicken, die man ohnehin nicht alle liest, sollte man uninteressante Nachrichten sperren.

Kann ich Apps auch einfach deinstallieren?

Apps kann man über die Einstellungen auch deaktivieren, zum Anhalten zwingen oder komplett deinstallieren. Das empfiehlt sich allerdings nur, wenn sich Nutzer sicher sind, welche Prozesse die jeweilige App steuert. Hat man eine Anwendung selbst installiert oder ist ihre Funktion klar, kann man sie unbesorgt entfernen oder stoppen. Ist man sich aber nicht sicher, ob es sich vielleicht um eine Systemanwendung handelt und was diese tut, heißt es lieber: Hände weg. Sonst kann es passieren, dass das Mobiltelefon an seiner korrekten Ausführung gehindert wird.

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