Kurznachrichten

Messenger: So nutzt man die SMS-Alternative

Über 25 Jahre alt ist der Short-Message-Service - kurz: SMS. Im Zeitalter der Smartphones laufen der klassischen Kurznachricht inzwischen mächtige Konkurrenten den Rang ab. Sogenannte „Messenger“ (engl. für „Boten“) bieten gleich mehrere Vorteile, aber auch einen zentralen Nachteil. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst.

SMSNachrichten mit dem Handy verschicken - dafür gibt es inzwischen zahlreiche Möglichkeiten.© Fantasista / Fotolia.com

Die Älteren werden sich erinnern, an Zeiten, als man sich noch auf 160 Zeichen in einer SMS beschränken musste und ein wahrer Wildwuchs verschiedenster Abkürzungen häufig mehr Verwirrung als Klarheit beim Empfänger der Botschaft verursachten. Doch mit der Zeit sanken die Preise für eine Kurznachricht und spätestens mit den ersten SMS-Flatrates wurden schließlich einfach mehrere Nachrichten hintereinander verschickt. Heutzutage beschränken sich Chats nicht mehr nur auf reinen Text. Emojis, GIFs, Fotos, Sprachnachrichten und Videos werden über Messenger-Dienste an Freunde verschickt oder es wird sich per Videotelefonie mit ihnen unterhalten. Die Kosten sind meist durch die Internet-Flatrate der Handys gedeckt.

Welche Messenger-Dienste gibt es?

Es gibt bereits eine ganze Reihe von ihnen. Obwohl das Versenden von Nachrichten über das Internet vielen bereits von ICQ oder dem Live Messenger von Microsoft bekannt war, konnten sich diese Plattformen nicht auf dem Handy durchsetzen. So manchen Messenger haben wir kommen und auch schon wieder gehen gesehen - wie zum Beispiel Allo von Google. Andere fristen ein Nischendasein und haben nie genug Nutzer gewinnen können, um relevant zu werden, obwohl große Firmen hinter ihnen standen.

Die SMS verliert unterdes hierzulande immer weiter an Bedeutung. 2017 wurden laut der Bundesnetzagentur rund 10 Milliarden SMS verschickt. Dieselbe Anzahl an Nachrichten werden weltweit per Whatsapp - dem Messenger mit den meisten Nutzern - innerhalb von nur vier Stunden übermittelt. Die Anzahl aller verschickten SMS auf die 135 Millionen Mobilfunkteilnehmer aufgeteilt entspricht 77 SMS im Jahr beziehungsweise 6 SMS pro Monat pro SIM-Karte. Die SMS-Flatrate lohnt sich somit kaum noch. Dafür werden Daten-Tarife immer wichtiger.

Anzahl der versendeten SMS in Deutschland 2008 bis 2017Die Zahl der in Deutschland versendeten SMS sinkt seit dem Höhepunkt 2012 mit fast 60 Mrd. SMS kontinuierlich. 2015 wurden etwa 16,6 Mrd. SMS versandt, 2017 waren es etwa 10,4 Mrd. SMS.

Doch ein entscheidender Punkt bei der Wahl des Messenger ist, dass die eigenen Kontakte die jeweilige App ebenfalls nutzen, sodass man überhaupt miteinander chatten kann. Weitere beliebte Messaging-Apps sind der Facebook Messenger, WeChat und QQ insbesondere im asiatischen Raum, Skype und Snapchat.

Wie kann ich diese Dienste nutzen?

Für die gute alte SMS reicht die Verbindung mit dem GSM-Mobilfunknetz. Das Versenden der Nachricht per Messenger erfolgt hingegen nach der Installation der jeweiligen App über das IP-Protokoll, also nur bei einer bestehenden Internetverbindung. Somit ist es ratsam, eine mobile Daten-Flatrate zu buchen. Deren Volumen sollte nicht zu knapp bemessen sein, denn Video-Telefonie und das Verschicken von Fotos zehren das Datenkontingent auf, und so wird bei Eintritt der Drosselung selbst das Abschicken einer Textnachricht zur Geduldsprobe.

Außerdem herrscht im Chat Stille, wenn das Smartphone keinen Empfang im 3G- oder LTE-Netz hat. Laut einer Bitkom-Umfrage beendet man eine Beziehung übrigens genauso wenig per Messenger, wie per SMS oder E-Mail. 83 Prozent der befragten Internetnutzer gaben an, dass sie es nicht in Ordnung finden. 15 Prozent ließen diesen Anstand vermissen.

Was kosten die Messenger?

Kosten fallen natürlich für den Datentarif an, die Anwendungen selbst sind in der Regel kostenlos. So muss für die Nutzung von Whatsapp und dem Facebook Messenger kein Geld bezahlt werden. Umstritten ist unter Verbraucherschützern und Datenschutzexperten hingegen einerseits der Austausch von Daten zwischen den beiden Diensten, die dem Imperium von Mark Zuckerberg angehören, und in wie weit Daten zu Werbezwecken genutzt werden. Der verschlüsselte Messenger Threema aus der Schweiz kostet für Android und iOS 2,99 Euro. Doch mit Telegram und der von Edward Snowden favorisierten App Signal gibt es auch für das Chatten mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kostenlose Alternativen.

Gibt es Sicherheitsbedenken?

Messenger mit Ende-zu-Ende Verschlüsselung bieten ein hohes Sicherheitsniveau, um Dritte vom Mitlesen der Inhalte von Nachrichten auszuschließen. Schwieriger ist es zu beurteilen, wie der jeweilige Messenger-Dient mit den Nutzerdaten umgeht und diese schützt. Schließlich verlangen viele Apps den Zugriff auf den Standort per GPS, sodass sich im Hintergrund Bewegungsprofile erstellen ließen. Außerdem müssen die Messenger-Dienste in der Regel das Telefonbuch im Handy auslesen dürfen. Das wird von Verbraucherschützern kritisch beurteilt. Wer den Zugriff auf die Daten verweigert, kann die Programme aber nicht nutzen.

Welche Alternativen gibt es?

Wer keine SMS schreiben und auch keinen Messenger nutzen will, kann immer noch auf eine E-Mail ausweichen. Smartphones können ohne Probleme E-Mails empfangen, wenn sie über eine mobile Internet-Verbindung ständig mit dem Netz verbunden sind. Eine weitere Form der elektronischen Kommunikation ist das Telefax. Es hat den Vorteil, dass es der, häufig bei Rechtsgeschäften geforderten, Schriftform genügt und mit dem "OK"-Vermerk auf dem Sendebericht ein starkes Indiz dafür liefert, dass das Schreiben bei dem Empfänger eingegangen ist - im Gegensatz zu den zwei blauen Haken bei Whatsapp, die unseres Wissens noch kein Gericht als Beweis für die erfolgreiche Übermittlung anerkannt hat. Auch ein handschriftlicher Brief kann so manchen Empfänger entzücken, und somit eine gute Alternative für Whatsapp, SMS und Co. sein.

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