Sonderrufnummern

Mit dem Handy 0180 & Co. anrufen

Für Anrufe auf Service-Rufnummern fallen teils immense Kosten an. Speziell Handy-Telefonierer tappen, was die Gebühren angeht, häufig im Dunkeln, weil die Minutenpreise nicht angegeben sind. Immerhin gelten für 0180-Nummern Preisobergrenzen.

Mobiltelefonie© Franz Pfluegl / Fotolia.com

Für ganz normale Telefonate mit Freunden und Verwandten hat man auf dem Handy eine Flatrate oder Freiminuten oder es wird pro Cent abgerechnet. Nutzt man letztere Option, weiß man in der Regel, wie viel eine Minute kostet, oft sind es vielleicht acht oder neun Cent. Kommt es aber dazu, dass man eine Sonderrufnummer anrufen muss, dann weiß man eher nicht, mit welchen Beträgen man rechnen muss. Es kann vom Handy aus schnell teuer werden, aber das kommt ganz auf die verwendete Nummer an und auch auf die Preise des eigenen Mobilfunkanbieters.

Was sind Sonderrufnummern eigentlich und wer setzt diese ein?

Spricht man in der Telekommunikation von einer Sonderrufnummer, dann ist damit eine Telefonnummer gemeint, die nicht zu einem gewöhnlichen Teilnehmeranschluss führt. Vielmehr werden feste Rufnummerngassen benutzt, die nicht von üblichen Flatrates erfasst werden.

Die Nutzung von Sonderrufnummern wird in erster Linie von Unternehmen oder beispielsweise vom Fernsehen realisiert. Beispiele sind Bestellhotlines oder auch Service-Hotlines. Besonders beliebt sind Gewinnspiele im Fernsehen und Radio, über die man per 0137-Nummer mitmachen kann. Der Trick dabei: Man zahlt auch schon für einen Anrufversuch, ohne überhaupt am Gewinnspiel teilgenommen zu haben. Anhand dieser Beispiele sieht man aber auch, wie weit Sonderrufnummern eigentlich verbreitet sind.

So viel kosten Anrufe auf Sonderrufnummern mit dem Handy

0800: In diesem Fall gibt es eine gute Nachricht: Sonderrufnummern mit dieser Vorwahl sind für den Anrufer immer kostenlos, und das auch vom Handy aus.

0180: Bei diesen Service-Dienst genannten Rufnummern kommt es darauf an, welche Ziffer folgt. Bei einer 0180-1 bis 0180-5 beispielsweise lautet die Vorgabe, dass eine Minute aus dem Mobilfunknetz maximal 42 Cent kosten darf. Dieser Betrag wird von den Mobilfunkanbietern auch durchaus ausgereizt. Handelt es sich um eine 0180-6-Vorwahl, dann liegt die Grenze bei 60 Cent pro Anruf. Eine etwas andere Abrechnungstaktik ist bei der 0180-7 zu finden, denn auch hier liegt das Maximum bei 42 Cent pro Minute, aber die ersten 30 Sekunden sind kostenlos.

0137: Auch hier stellt sich in erster Linie die Frage, welche Zahl zwischen 1 und 9 dahinter zu finden ist. Bei einer 1 bis 5 verrechnet beispielsweise die Telekom 29 Cent in der Minute, bei Vodafone sind es 72 Cent (plus 20 Cent für jeden Anruf). Bei einer 6 dahinter verlangt die Telekom 59 Cent, bei Vodafone sind es 30 Cent (plus 28 Cent für jeden Anruf). Am teuersten wird es bei einer 0137-7, denn in so einem Fall möchte die Telekom 1,39 Euro in der Minute und Vodafone 30 Cent (plus 1,16 Euro für jeden Anruf) sehen. Telefónica orientiert sich ebenfalls in dieser Richtung, man muss bei den genannten Nummern je nach Tageszeit zwischen 35 und 49 Cent zahlen plus eine Einwahlgebühr zwischen 26 und 99 Cent pro Anruf.

0900: Von der 0900 werden die meisten Handynutzer wohl schon mal gehört haben. Hier ist die zusätzliche Ziffer am Ende zwar auch wichtig, doch sie gibt lediglich Auskunft über die Art des Dienstes. 0900-3 steht zum Beispiel für Unterhaltungsdienste, mit der 0900-1 wiederum gelangt man zu einem Informationsdienst. Die 0900er-Nummern sind völlig frei tarifierbar. Es gibt lediglich eine Einschränkung, die eine maximale Abrechnung von 3 Euro pro Minute oder 30 Euro pro Anruf (bei zeitunabhängiger Berechnung) erlaubt. Gut für den Verbraucher: Er muss zuvor kostenlos via Ansage oder Displayanzeige über die zu erwartenden Kosten informiert werden.

118: Hinter dieser Zahlenkombination erreichte man früher kostenlos die klassische Telefonauskunft (Deutsche Bundespost). Danach führte man einen Fixpreis ein, außerdem änderte sich die Nummer später zu 01188. Heute ist eine Auskunft ein teurer Spaß und schlägt so gut wie immer mit mehreren Euro pro Minute zu Buche.

Die Regelung bezüglich Warteschleifen

Der Anruf einer Sonderrufnummer mit dem Handy kann also ganz schön teuer werden, doch wie sieht es eigentlich bei Warteschleifen aus? Zum Glück gut, denn per Gesetz sind Warteschleifen bei Sonderrufnummern nur dann erlaubt, wenn der Anruf zum Festpreis berechnet wird oder bei zeitabhängiger Abrechnung, wenn die Warteschleife kostenlos ist. Eine Berechnung ist erst ab dem Zeitpunkt gestattet, ab dem sich ein Mitarbeiter oder ein Sprachcomputer meldet. Kommt es während einer Verbindung zu einer (nachgelagerten) Warteschleife, dann darf auch diese nicht berechnet werden.

Vorsicht vor Ping-Anrufen

Leider gibt es auch in dieser Szene schwarze Schafe, die das Geld von Endverbrauchern haben wollen. Die Vorgehensweise ist dabei mehr als simpel: Man wird von einer Sonderrufnummer angerufen, die allerdings sofort wieder auflegt. Das Ziel ist nun, dass der Angerufene neugierig wird und die Nummer zurückruft. Kommt es dazu, dann verdienen die Personen hinter dieser Masche Geld. Wehren kann man sich nur, wenn man von Haus aus keine fremden/unbekannten Nummern zurückruft.

Wissenswertes zum Thema
Zum Seitenanfang
Der BT-Navigator
Quicklinks