Alternativen

Welcher mobile Browser für welche Bedürfnisse?

Die Auswahl an mobilen Browsern für Smartphones und Tablets ist so groß, dass man nicht auf das vorinstallierte Standard-Programm angewiesen ist. Bei der Entscheidung für einen Browser sollte man zunächst schauen, welcher zu den eigenen Bedürfnissen passt.

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Aktuelle Zahlen von StatCounter Global Stats zur Verwendung mobiler Browser in Deutschland sprechen dafür, dass die meisten Nutzer bei dem vorinstallierten Browser bleiben. Dabei tauchen als Ergebnis unzählige Apps auf, wenn man in den App-Stores den Suchbegriff Browser eintippt. Was macht einen guten mobilen Browser aus?

Der Marktanteile des in Deutschland meistgenutzten mobilen Browsers lag im Januar 2019 bei 49,6 Prozent. Diesen Erfolg verbuchte der Chrome-Browser für sich. Auf Platz 2 ordnete sich mit 29,2 Prozent Safari von Apple ein. Platz 3 belegt die App "Samsung Internet " mit 17 Prozent. Diese Zahlen sprechen dafür, dass die meisten Smartphone-Nutzer den vorinstallierten Browser behalten, dabei bieten die App-Stores einige gute Alternativen.

Google, Apple und Samsung an der Spitze

Für die drei am häufigsten genutzten Browser spricht zum Beispiel, dass bei Einrichten eines Nutzerkontos bei Google, Apple oder Samsung eine Synchronisation der Einstellungen und Benutzerdate über mehrere Geräte stattfinden kann, sodass Lesezeichen oder offene Tabs so auf allen Geräten abrufbar sind. Dafür müssen die Browser aber auch gegebenenfalls auf verschiedenen Betriebssystemen laufen. Die App "Samsung Internet" kann man zum Beispiel auf allen Android-Geräten installieren, nicht aber auf dem Windows-PC oder Mac. Der Safari-Browser ist für iPhone, iPad und Mac verfügbar. Chrome von Google erweist sich hierbei am flexibelsten, da seine Installation auf Android, iOS, Windows- und Apple-Computern möglich ist.

Aktualisierung über den App-Store

Außerdem werden diese Browser regelmäßig mit Updates versorgt. Doch auch alternative mobile Browser können über den App-Store regelmäßig aktualisiert werden, und das auch auf älteren Versionen eines Betriebssystems. Denn ein Nachteil kann es sein, wenn der Standard-Browser tief im Betriebssystem verankert ist, und nur so auch mit einem Firmware-Update des Herstellers aktualisiert und von Sicherheitslücken befreit werden kann.

Der ehemals auf Android eingesetzte Standard-Browser, symbolisiert durch eine Weltkugel, dessen Marktanteil noch bei rund einem Prozent liegt, ist so ein Negativbeispiel. Denn im September 2014 ist im AOSP genannten Browser älterer Android-Versionen eine Sicherheitslücke entdeckt worden. Google reagierte zwar, indem die App in der Android-Version 4.4 durch Chrome ersetzt wurde, doch die Hersteller aktualisieren das Betriebssystem vieler älterer Androiden oft gar nicht mehr. So bleibt die Sicherheitslücke, die in diesem Falle darin besteht, dass Angreifer Ortungsdaten und Cookies auslesen können, nachdem sie ihre Opfer auf manipulierte Seiten gelockt haben, bestehen. Der Weltkugel-Browser sollte also nicht mehr verwendet werden.

Welcher mobile Browser ist der Beste?

Die Frage nach dem besten Browser lässt sich nicht pauschal beantworten. Beim Surfen gibt es unterschiedliche Bedürfnisse, die die Apps mal besser und mal schlechter erfüllen. Hier hilft in erster Linie ausprobieren. Da die Browser in der Regel kostenlos sind, entsteht hieraus also auch keine Belastung für das eigene Portemonnaie. Für Chrome und Safari spricht zum Beispiel die Möglichkeit zur Synchronisation, was für alle sinnvoll ist, die zwischen PC und Handy oder iPhone und Mac hin und her wechseln können wollen. Doch nach Einrichtung eines Benutzerkontos sind auch der Mozilla Firefox oder die Webbrowser von Opera dazu in der Lage.

Opera Mini gegen den Datenhunger

Opera hat als mobiler Browser in Deutschland einen Marktanteil von 0,7 Prozent. Doch wer sehr sparsam surfen möchte, für den ist der "Opera Mini " eine Alternative. Er kann Datenvolumen sparen, indem der Datenverkehr beim Abruf einer Internetseite über Server umgeleitet wird, die dann zum Beispiel Bilder und Videos komprimieren, sodass weniger Daten mit dem Handy heruntergeladen werden müssen.

Und in den Einstellungen des Opera Mini kann zur weiteren Verringerung des Datenaufkommens nicht nur die Bildqualität bestimmt werden, das Laden von Fotos lässt sich auch komplett ausschalten, es gibt einen integrierten Werbeblocker und Dateien, die heruntergeladen werden soll, lassen sich zurückstellen, sodass der Download erst dann ausgeführt wird, wenn eine WLAN-Verbindung besteht.

Mehr Privatsphäre dank alternativer Browser

Während der Marktanteil von Mozillas Firefox Browser auf Desktop-PCs bei 26,1 Prozent liegt, kommt er mobil nur auf 1,4 Prozent. Dabei gibt es ihn in verschiedenen Varianten. Mit der Standard-Version ist er auch für Android und iOS verfügbar, sodass er sich plattformübergreifend synchronisieren lässt. Eine spezielle Version für mehr Datenschutz heißt "Firefox Klar". Sie blockiert zahlreiche Elemente zur Verfolgung des Nutzers im Internet. Diese Funktion ist ab der Installation immer aktiviert. Außerdem wird die Chronik gelöscht. Und es werden keine Passwörter und Cookies gespeichert.

Eine deutsche Alternative zum Firefox Klar ist der Cliqz-Browser , an dem die Firmen Hubert Burda Media und Mozilla beteiligt sind. Er ist für Android, iOS, Windows und Mac verfügbar. Der Anbieter gibt an, dass der Browser keine Daten über die Nutzer sammelt und auch keine personenbezogenen Daten auf Servern gespeichert werden. Das Nutzungsverhalten wird allerdings anonymisiert ausgewertet, um eine weitere besondere Funktion von Cliqz zu ermöglichen: die eigene von Google unabhängige Suchmaschine. Darüber hinaus gibt es eine Anti-Tracking-Funktion, um die Verfolgung des Nutzers durch das Web zu verhindern. Sicherheitsfunktionen zur Verschlüsselung, Anti-Phishing und Werbeblocker runden das Paket ab.

Für Mutige: der Tor-Browser

Das Tor-Netzwerk kennen manche vielleicht aus der Berichterstattung im Zusammenhang mit dem Darknet. Für Android gibt es im Play-Store schon länger die App Orbot. Sie leitet den verschlüsselten Datenverkehr mehrmals durch Rechner auf der ganzen Welt, anstatt Sie direkt zu verbinden. Dieses Vorgehen ist von VPNs (Virtual Private Networks) und Proxys bekannt. Dieser Vorgang dauert zwar ein wenig länger, aber sorgt für mehr Privatsphäre.

Doch bei Verbindungen über das Tor-Netzwerk kann der Browser einiges über den Nutzer verraten. Deswegen wird derzeit der Tor-Browser als eigene App entwickelt. Er befindet sich in der Alpha-Phase (Stand: Januar 2019), weswegen es noch zu Fehlern und Abstürzen kommen kann. Derzeit funktioniert dieser Browser auch nur zusammen mit Orbot.

Der Tor Browser isoliert jede besuchte Webseite, sodass Anzeigen den Nutzer nicht durch das Web verfolgen. Alle Cookies werden automatisch gelöscht, wenn die App geschlossen wird und in die Webanalyse der Webseitenbetreiber taucht nur auf, dass die Seite per Tor besucht wurde. Indem versucht wird, jeden Besucher für Webanalyse-Tools gleich aussehen zu lassen, versucht Tor das sogenannte “Fingerprinting”, also die Identifikation eines Nutzers durch übermittelte Daten wie Browser-Version, Bildschirm-Auflösung, Endgerätekennung etc. zu erschweren.

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