Highspeed

Mobiles Internet: Erreichbare Geschwindigkeiten und Tipps

Mobiles Internet ist für viele Menschen bereits wichtiger als der Anschluss zu Hause. Welche Höchstgeschwindigkeiten derzeit erreichbar sind, was es mit der Drosselung auf sich hat und wie die Verbindung ohne neue Tarife beschleunigt werden kann, zeigt dieser Artikel.

LTE 4G© Sikov / Fotolia.com

Der Name ist Programm: Mobiles Internet ist immer und überall dabei, egal wo man sich gerade aufhält und wie viel Uhr es ist. Realisiert wird es ähnlich der GSM-Handynetze über Sendemasten, welche über ganz Deutschland verteilt sind. Die Daten sendet und empfängt man also über die Luft. Wie gut die Verbindung übers mobile Internet ist, hängt maßgeblich davon ab, wie viele Personen gleichzeitig über den gleichen Sendemast ins Netz gehen. In den letzten Jahren hat man das mobile Internet stetig weiterentwickelt, sodass es immer schneller wurde und heute sogar einen DSL-Anschluss überbieten kann. In Zukunft wird mobiles Internet noch weiter an Geschwindigkeit zulegen, was angesichts steigenden Datenverkehrs auch dringend nötig ist.

Geschwindigkeiten mit UMTS und LTE

Die derzeitige Maximalgeschwindigkeit durch LTE, welches auch auf Smartphones oder Tablets nutzbar ist, beträgt Mitte 2019 500 Megabit pro Sekunde bei Vodafone, 300 Mbit/s bei der Telekom und 225 Mbit/s bei Telefónica. Praktisch werden die möglichen Maximalwerte nur an einzelnen Stellen und optimalen Bedingungen überhaupt erreicht und die volle verfügbare Geschwindigkeit ist zudem auf die Netzbetreiber-Tarife beschränkt. Discounter bekommen ohnehin nur eingeschränkten Zugang zum LTE-netz und müssen sich mit maximal 50 Mbit/s begnügen. UMTS, welches durch HSDPA beschleunigt wird, bringt es immerhin auf eine theoretische Maximalleistung von 42,2 Megabit pro Sekunde, ist also fast so schnell wie "Discount-LTE".

Datenvolumen, Datenverbrauch

Aber: Die Geschwindigkeit ist nicht das einzige Argument. Da immer mehr UMTS-Funkmasten zugunsten von LTE-Sendestationen entfallen, wird es immer wichtiger, einen LTE-fähigen Tarif zu haben, um den bestmöglichen Empfang zu bekommen. Wo kein LTE zu empfangen ist, kann das Smartphone nämlich auf UMTS "downgraden". Ist aber nur ein LTE-Mast vor Ort, kann man mit seinem UMTS-Tarif nicht viel anfangen und muss mit 2G vorlieb nehmen. Dann heißt es: Surfen wie gedrosselt. Wie viel Speed man dagegen braucht, ist individuell durchaus verschieden. Jemand, der ausschließlich Texte schreibt und sich nicht sehr für Online-Videos interessiert, benötigt keine mobile Internetverbindung im dreistelligen Megabit-Bereich.

Aber wie schnell ist das Internet wirklich?

Von den erwähnten Geschwindigkeiten, die mit LTE Max möglich sind, wird beim Anwender in den meisten Fällen nur ein Bruchteil ankommen, denn die zur Verfügung stehende Bandbreite wird immer zwischen allen Nutzern innerhalb einer bestimmten Funkzelle – also einem Bereich, der von einem Mobilfunkmast abgedeckt wird – geteilt. Ein Rechenbeispiel verdeutlicht dies: Nutzen zehn Anwender eine Internetverbindung über LTE innerhalb einer Funkzelle, welche 100 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stellt, entfallen nur noch zehn Megabit pro Sekunde auf jeden Anwender - grob vereinfacht. Auch die Entfernung zur Funkzelle, die Frequenz und mehr spielen eine Rolle. Glücklicherweise ist jedoch auch ein kleiner Teil der genannten Höchstgeschwindigkeit oft genug, um das Internet angemessen nutzen zu können.

Die zweite Mobilfunkgeneration – der Anfang des mobilen Internets

Erstmalig das mobile Internet nutzen konnte man um die Jahrtausendwende mit GPRS. Hiermit waren 115 Kilobit die Sekunde möglich. Von dieser Technik machte damals kaum jemand Gebrauch – sie war einfach zu langsam. Auf GPRS folgte EDGE. Immerhin 236 Kilobit die Sekunde waren hiermit möglich. Aus heutiger Sicht kann man auch damit noch kaum etwas anfangen.

Die dritte Mobilfunkgeneration bringt den Durchbruch

Mit damals satten 384 Kilobit startete man in die dritte Mobilfunkgeneration UMTS. Gar nicht so schlecht, bedenkt man, dass zwischen GPRS und UMTS nur wenige Jahre liegen: Genau genommen wurden die UMTS-Lizenzen bereits 2000 versteigert, 2004 waren erste kommerzielle UMTS-Netze verfügbar. Mit HSPA, der Weiterentwicklung von UMTS, kam die Nachfrage nach mobilem Internet ins Rollen.

Die ewig drohende Drosselung

Die allermeisten Tarife in Deutschland sind mit einer Drosselung ausgestattet, welche dann greift, wenn das vertraglich zugesicherte Volumen überschritten wird. Wer beispielsweise 5 Gigabyte pro Monat hoch- und herunterladen darf und diese Grenze hinter sich lässt, wird ab diesem Zeitpunkt mit einer langsameren Internetgeschwindigkeit leben müssen, bis der nächste Volumenzeitraum erreicht ist. Was der Begriff "langsam" bedeutet, ist unterschiedlich, häufig greifen die Anbieter jedoch auf Geschwindigkeiten von 64 Kilobit pro Sekunde zurück, manchmal sind es auch nur 32 oder gar 16 kbit/s. Diese Geschwindigkeiten sind deutlich zu langsam, um das moderne Internet ansatzweise zufriedenstellend nutzen zu können. Aber: Für die Übermittlung von Textnachrichten über Apps à la WhatsApp reicht es noch aus, auch E-Mails können nach wie vor gelesen und geschrieben werden.

Länger schneller surfen

Um diese Grenze gar nicht erst zu erreichen, ist es sinnvoll, auf einige Apps und Tätigkeiten unterwegs zu verzichten. Hochauflösende Bilder oder auch das Streaming von Musik sorgen dafür, dass das Datenlimit sehr schnell erreicht wird. Noch schneller geht es mit HD-Videos über Portale wie YouTube. Alles, was mit Mediendaten jeglicher Art zu tun hat, sollte daher am besten zu Hause über WLAN (oder an einem anderen Ort mit einer WLAN-Verbindung) stattfinden. Apps, welche sich im Hintergrund mit häufigen Updates bemerkbar machen – wie vielleicht Navigationsdienste, die Kartenmaterial herunterladen – sind ebenfalls zu vermeiden.

Interessant für Vielnutzer sind in diesem Zusammenhang die teils noch umstrittenen Zero-Rating-Angebote. Bei diesen gewährt der Mobilfunk-Anbieter dem Nutzer Zugang zu bestiommten Diensten, ohne dass diese auf den Datenverbrauch angerechnet werden; eine Flatrate für besteimmte Anwendungen gewissermaßen. Das kann sich auf Videostreams, Musikstreams oder die Nutzung von Social Media beziehen.

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