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Mobiles Internet zu Hause: Möglichkeiten und Grenzen

Mobiles Internet zu Hause zu nutzen ist eine sinnvolle Alternative, wenn DSL- oder Kabelzugänge technisch nicht realisiert werden können. Gleichzeitig verstecken sich einige Stolpersteine in der Nutzung von UMTS- oder LTE-Zugängen in den eigenen vier Wänden.

DSL-Vergleich© Monkey Business / Fotolia.com

Per Mobilfunk kommen normalerweise Handys, Tablets und andere tragbare Geräte ins Internet. Eine mobile LTE- oder UMTS-Verbindung kann aber auch für Geräte wie einen Desktop-PC oder ein Notebook zum Einsatz kommen. Am verbreitetsten geschieht das über stationäre LTE-Zugänge, die explizit nicht als mobile Lösung, sondern als Zugang für zu Hause beworben werden.

Wirklich sinnvoll ist der Einsatz dieser Zugänge immer dann, wenn schnelle DSL- oder Kabelzugänge einfach nicht verfügbar sind. Heutige LTE-Verbindungen können bis zu 300 Megabit pro Sekunde in Ballungszentren zur Verfügung stellen, was auch die allermeisten DSL- und Kabelanschlüsse in den Schatten stellt. Eine Notlösung ist das Tethering: Dabei agiert beispielsweise das Smartphone als Zugangspunkt zum Internet für andere Geräte. Das ist immer dann hilfreich, wenn LTE- oder UMTS-Sticks nicht in Frage kommen.

Drosselung auch bei mobilem Internet zu Hause

Ein großer Nachteil bei der Nutzung von mobilem Internet zu Hause ist das eingeschränkte Volumen, welches bei diesen mobilen Tarifen zum Einsatz kommt. Ein DSL-Anschluss kann, wenn überhaupt gedrosselt wird, mit deutlich mehr Gigabyte pro Monat belastet werden, ohne dass dies einen Unterschied machen würde. Mobile Zugänge jedoch drosseln den Anwender – je nach Tarif – nach der Überschreitung von beispielsweise 20 Gigabyte bei stationären LTE-Zugängen. Bei mobilen Zugängen fürs Handy fällt das Inklusivvolumen in der Regel noch deutlich knapper aus.

Nach dieser Drosselung ist die ehemals flotte LTE-Verbindung wesentlich langsamer, nur noch 384 Kilobit pro Sekunde sind eine verbreitete Geschwindigkeit (und beim Tethering sackt die Datenrate gar auf 64 bis 16 Kilobit pro Sekunde ab). Weder für Entertainmentzwecke noch für den beruflichen Einsatz ist eine sinnvolle Verwendung des Internets dann noch uneingeschränkt möglich.

Mehr Volumen als Option

Die Mobilfunkdienstleister bieten heute auch eine kurzfristige Erhöhung des Volumens gegen Geld an. Dadurch können von einigen hundert Megabyte bis hin in den Gigabyte-Bereich weitere Pakete gebucht werden, um das Datenvolumen wieder aufzustocken. Allerdings sind diese Pakete bei einer regelmäßigen Nutzung dieser Option recht teuer, sodass Sie sich als dauerhafte Maßnahme bei der mobilen Internetnutzung zu Hause kaum eignen. Im Notfall kann es sich jedoch um eine richtige Investition handeln.

Netzabdeckung von mobilem Internet

Ein schneller LTE-Tarif sieht auf dem Papier für die Nutzung zu Hause zwar gut aus, doch in der Praxis muss auch eine gewisse Netzabdeckung gegeben sein. Wer das Pech hat, direkt in einem noch nicht von LTE erfassten Flecken zu wohnen, wird auch kein schnelles Internet bekommen. Außerdem: Die Geschwindigkeit wird niemals statisch, sondern immer dynamisch sein. Ein mobiler Internettarif nimmt immer Rücksicht auf die Anzahl an Personen, welche im selben Einzugsgebiet eines Funkmasts das Internet nutzen – und das sind praktisch nie Sie alleine.

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