Erstattung

Prepaid-Guthaben auszahlen lassen: So gehts!

Sie wechseln von einem Prepaid-Tarif zu einem anderen oder in einen Laufzeitvertrag? Es liegt aber noch ein ordentliches Guthaben auf der Prepaid-Karte? Dieses können Sie vom Anbieter zurückfordern; in den meisten Fällen müssen Sie dazu aber selbst aktiv werden.

Handytarife© Michael Nivelet / Fotolia.com

Vor allem Wenignutzer dürften bei einem Tarifwechsel vor dem Problem stehen, dass auf der Prepaid-Karte noch Guthaben vorhanden ist, das sie nicht mehr aufbrauchen werden. Vielleicht mussten sie sogar regelmäßig Geld nachladen, um die Karte aktiv zu halten, haben dieses aber nie benutzt. Wie auch immer: Wenn man den Anbieter wechselt, möchte man natürlich sein Geld wiederhaben. Hier stellten sich in der Vergangenheit aber immer mal wieder Anbieter quer und ließen das Guthaben verfallen.

Darf Prepaid-Guthaben verfallen?

Etliche Gerichte mussten sich schon mit der Frage befassen, ob ein Prepaid-Guthaben verfallen kann oder ob der Anbieter für die Auszahlung an den Kunden eine Gebühr verlangen darf. Die gute Nachricht: In einem Grundsatzverfahren wurde entschieden, dass das Guthaben nicht verfallen darf.

Ein neueres Urteil, das Prepaid-Kunden mehr Rechte verschafft hat, erging 2015 durch das Landgericht Kiel: Hier wurde einem Mobilfunkanbieter untersagt, den Kunden unnötige Hürden in den Weg zu legen. SIM-Karte sowie Kopie des Personalausweises sollten eingeschickt werden. Außerdem war ein Formular auszufüllen, das viele Kunden gar nicht ordnungsgemäß hätten ausfüllen können.

Sollte es zum Rechtsstreit kommen, haben Kunden demnach oft gute Karten. In den meisten Fällen sollte es jedoch keine Probleme bereiten, sein Prepaid-Guthaben erstattet zu bekommen. Ausgeschlossen hiervon sind übrigens Extras wie Startguthaben, die der Kunde nicht selbst eingezahlt hat. Außerdem ist zu beachten, dass Ansprüche verjähren können: Nach der Einzahlung des Guthabens sollte man nicht länger warten als drei Jahre ab Ende des laufenden Jahres.

So funktioniert die Erstattung

Wie bereits erwähnt, muss der Mobilfunkkunde in der Regel selbst aktiv werden, wenn er sein Prepaid-Guthaben wiederhaben möchte. In welcher Form das geschehen muss, unterscheidet sich je nach Anbieter. Einige stellen Formulare zur Verfügung, die der Kunde ausfüllen muss, bei anderen ruft man die Hotline an. Wie handhaben es die großen Mobilfunk-Anbieter?

  • Telekom
    Die Telekom erstattet vorhandenes Restguthaben und stellt dafür ein Formular zur Verfügung. Die Telekom weist darauf hin, dass eine Übertragung auf ein anderes Prepaid-Konto nicht möglich ist und dass nach der Auszahlung keine Rufnummernmitnahme mehr möglich ist. Das Prepaid-Guthaben bleibt für das laufende und drei weitere Jahre bestehen. In dieser Zeit kann der Betrag ausgezahlt werden.
  • Vodafone
    Auch Vodafone zahlt das Restguthaben auf ein deutsches Bankkonto aus. Möchte man die Auszahlung veranlassen, wendet man sich an die Kundenbetreuung.
  • Telefónica
    O2 stellt für die Beantragung der Erstattung ebenfalls ein Formular bereit. Der Anbieter weist ebenfalls darauf hin, dass die Rufnummer nach der Auszahlung nicht mehr portiert werden kann. Kunden von E-Plus wenden sich direkt an Telefónica.

Gebühr für Rufnummern-Mitnahme beachten

Wichtig: Wenn Sie Ihre Rufnummer zum neuen Anbieter mitnehmen, wird dafür in der Regel eine Gebühr von 25 bis 30 Euro erhoben. Da dieser Betrag normalerweise vom Prepaid-Konto abgebucht wird, sollte man darauf achten, dass genügend Geld auf der Karte verbleibt. Unter Umständen erledigt sich die Sache mit der Rückzahlung dadurch von selbst.

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